German Bowl 41 in Frankfurt

Auch dieses Jahr durfte ich für den Huddle wieder beim German Bowl antreten (wie German Bowl 2016 und 2018)- diesmal in Frankfurt am Main, was mir als süddeutschem Gewächs sehr entgegenkommt. Schnell werden Erinnerungen an die NFL Europe wach; auch nach 12 Jahren ist der Schmerz über den Verlust 2007 noch nicht verheilt.

Aber zum Positiven: Das deutsche Finale hat auch diesmal keineswegs enttäuscht und die Location ist erste Sahne!

 

Die Party draußen

Eine nette Veranstaltung, die mich etwas melancholisch an „früher“ denken ließ und die mit herannahendem Spielbeginn sehr gut besucht war. Ein Bühnenprogramm gabs auch – inklusive Luftgitarrenwettbewerb und vor allem mir sehr genehmer Musik.

 

Der German Bowl

Frankfurt Lions Unicorns McClendon

Die Lions durften zuerst ran, kamen jedoch nur scheibchenweise voran und nach nicht einmal 20 Yards war schon wieder Schluss. Der folgende Punt schaffte es gerade so über die Mittellinie. Der vom Halbfinale schwer angeschlagene Lions QB Connette konnte entgegen ursprünglicher Bedenken spielen.

Die Lions waren es auch, die zuerst in Richtung RedZone des Gegners kamen: Kurz vor Ende des ersten Viertels wurden sie jedoch durch Strafen zurückgeworfen und ein Field Goal Versuch von Kicker Tobias Goebel aus 49 Yards hätte locker gereicht… wenn die Distanz 25 Yards gewesen wäre. Aber nicht wirklich viel weiter. So endete das erste Viertel mit einem bis dahin unterhaltsamen 0:0.

Die Defenses beider Teams ließen nur kurze Completions bzw. Läufe zu, wobei die Braunschweiger das einen Tick erfolgreicher gestalteten. Das erste offensive Highlight setzten auch die Lions: Running Back Christopher McClendon, der später die glasklare Wahl zum MVP wurde, tanzte auf der linken Seite 46 Yards entlang bis zur 32 der Unicorns.

Mit einer Strafe ging es noch einmal nach vorne, aber dann warf QB Connette in Bedrängnis zum komplett freien Goran Zec direkt vor der Endzone. Noch besser wäre der Pass nur gewesen, wenn beide im selben Team spielen würden. So sicherte sich der Saftey der Unicorns den Ball für das erste Turnover.

Ein weiter Pass auf WR Robitaille befreite die Haller aus der Bedrängnis, aber im nächsten Versuch versuchte (haha) QB Clark einen weiten Pass, der prompt von Linebacker Basil Kre’one Jackson höchst artistisch intercepted wurde. Es ging also auch hier hin und her. Dank noch eines vergebenen Field Goals blieb es beim auch in der Höhe angemessenen 0:0 zur Halbzeit.

Chris McClendon sorgte nach seiner – vergleichsweise – guten ersten Hälfte auch für die ersten Punkte. Sein Lauf über 10 Yards brachte das 7:0 der „Gäste“ zu Beginn der zweiten Halbzeit. Die Unicorns versuchten weiter (erfolglos), mit 60 Yard Pässen auf 50 Yards entfernte Spieler die Wende zu erzwingen, aber bei den Lions sah das insgesamt wesentlich besser aus.

Ein Braunschweiger Pass auf WR Kyei wurde von diesem zu einem 37 Yard Raumgewinn verwandelt und am Ende traf tatsächlich Kicker Goebel aus 28 Yards zum 10:0.

Die Lions Defense blieb weiter Chef im Ring gegen die Unicorns Offense, der kaum einmal ein First Down gelang. Die Lions setzten dagegen im Angriff ein ums andere Mal auf Running Back Chris McClendon. Das sorgte dafür, dass die Verteidigung Schwäbisch Halls gar nicht vom Feld kam. Am Ende konnte man es sich sogar leisten, dass Kicker Göbel aus 38 Yards nach links verzog (und es auch von der Höhe her knapp geworden wäre). Hier offenbarte sich der deutlichste Unterschied zur NFL: Kicken und Punten hat Nachwuchsbedarf. Im Land der Fußballer. Irgendwie unglaublich.

Die Frankfurter schafften schließlich kurz vor Schluss doch endlich noch Punkte: Ein kurzer Pass von ex-Lions Quarterback Clark auf Wide Receiver Haas aus zwei Yards stellte mit zwei Minuten auf der Uhr auf 10:7, aber der folgende Onside Kick misslang. Die Lions hätten das Ergebnis noch auf 17:7 ausbauen können, aber Quarterback Connette entschied sich bei seinem Lauf durch die Mitte zum Slide an der 10 Yard-Linie anstatt des Touchdowns, um die Uhr herunterlaufen zu lassen. Die Victory Formation für einen absolut verdienten Sieger!

Frankfurt Lions Unicorns McClendon

 

#RasenGate

DAS Thema nach dem Spiel waren jedoch vor allem die ständig wegrutschenden Spieler. Bei jedem fünften Spielzug (konservativ geschätzt) rutschte ein Spieler weg, was vor allem die Offense betraf.

Es wurde schon gemutmaßt, ob die Spieler denn auf Eis unterwegs wären. Wir haben deshalb spontan eine Task Force / Platzkommission des HUDDLE, bestehend aus Nadia Quast, Sebastian Mühlenhof und mir einberufen, um die Bespielbarkeit zu prüfen:

Frankfurt Lions Unicorns McClendon

Versunken sind wir nicht, aber es war tatsächlich sehr tief und feucht (keine Witze jetzt bitte!). Nachdem das Dach schon mehrere Tage geschlossen gewesen war, mehr als verwunderlich – auch für die Trainer und Spieler, die vorher nicht hatten hier trainieren können (was nachvollziehbar ist). Im nächsten Jahr könnte man aber wohl ein paar Liter Wasser sparen…

 

Das Waldstadion Frankfurt

Heißt natürlich nicht mehr so. Ist aber trotzdem eine sehr schmucke Hütte und so einem Endspiel absolut angemessen, auch wenn noch 30.000 Platz hätten. Offiziell waren es 20.382 Besucher und das war irgendeine Art von Rekord, wenn man es mit ein paar klitzekleinen Einschränkungen versieht.

Einzig seltsam geplant war für uns der Zugang für die Pressetribüne. Der pendelnde Aufzug pendelte in der Halbzeit nur noch den „weiten Weg“ zwischen Erdgeschoss und Untergeschoss, aber nicht mehr bis in den fünften Stock. Den sechsstöckigen Fußweg kennen wir jetzt ganz gut… Aber die studentische Fahrerin konnte bestimmt nichts dafür (auf die Frage, ob sie jetzt 7 Stunden Aufzug fahren muss, erklärte sie, dass man schon durchtauscht… Also hoffentlich nicht nur von einem Aufzug in den anderen).

TV

Wir habens logischerweise nicht gehört und gesehen, aber die Beschwerden waren immer die gleichen. Danke für die Zusammenfassung Thomas! Der lautstarke Schwäbisch Haller Anhang befand sich im Block neben uns – und damit auch neben den Kommentatoren, was sicher hinderlich war.

Wir hatten gar keine Werbung! Und ich habs kein bißchen vermisst. Im Gegensatz zum letztjährigen Stadionsprecher Roman Motzkus, der aber lieber in London weilte. Der Stadionsprecher in Frankfurt hatte Probleme mit Namen („McClellon“ spielte bis zum Schluss statt MVP McClendon) und war auch sonst eher weniger präsent.

 

Der MVP

Frankfurt Lions Unicorns McClendon

Running Back Christopher „McClellon“ McClendon (die Nummer 3) löste Linebacker Nikolas Knoblauch ab. Von beiden habe ich einen O-Ton nach Spielende eingefangen, den es im #PODCArSTen 26 mit Nadia und Sebastian zu hören geben wird. Vor allem McClendon überraschte uns dabei absolut positiv.

 

Die Pressekonferenz

Frankfurt

 

Die war ziemlich schnell vorbei. Einzige Frage war die nach dem Zustand des Feldes. Danach konnte QB Clark gleich zur Dopingprobe (erst verloren, dann zur Pressekonferenz gemusst und dann noch das… Der Mann hatte keinen leichten Abend).

Den übrigen Spielern wurde angeboten, dass sie noch bleiben könnten, aber D-Liner Patrick Finke brachte es auf den Punkt: „Da hinten haben sie Bier!“ Und schon waren die beiden weg. Es war übrigens das Bier aus dem Presseraum. Das Alkoholfreie und das Radler haben sie dagelassen. Danke dafür nochmal (zumindest was die Feier angeht, waren sie offensichtlich schlecht vorbereitet) *g*. Aber die schwangere Nadia durfte eh nichts trinken und ich musste noch fahren. So gesehen kein großes Problem. Ansonsten bestell ich halt nächstes Mal noch Gin von Eintracht Frankfurt vorher. Was es nicht alles gibt.

 

Das Essen

German Bowl 41 Unicorns Lions

Es gab Eintopf. Kein Vergleich zu London, aber geschenkter Gaul und so 🙂 Satt hats gemacht! Und für die Gesundheitsbewussten gabs noch Obst. Das Bild entstand kurz vorm Wegräumen des Obstkorbes nach der Veranstaltung. Gibt wohl nicht allzu viele Gesundheitsbewusste unter den Pressevertretern:

Frankfurt Lions Unicorns McClendon

 

Die Audioversion aus Frankfurt

Ich habe vor dem Spiel, in der Halbzeit und vor allem danach mit Nadia Quast und Sebastian Mühlenhof, beide ebenfalls Korrespondenten des HUDDLE (wir hatten fast sowas wie ein Familientreffen…) gesprochen. Eine sehr nette Geschichte, die nach Wiederholung schreit – spätestens nächstes Jahr 🙂

PODCArSTen

 

Fazit

Sehr schöne Geschichte – und ich freu mich aufs nächste Jahr in Frankfurt. Dann gerne mit noch mehr Zuschauern!

 

2 Gedanken zu „German Bowl 41 in Frankfurt

  • 13. Oktober 2019 um 20:30
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    Tolles Event! Aber die Parkplatzsituation ist eines Bundesligastadion unwürdig! 1,5 h in der Autoschlange Richtung Gleisdreieck… am Ziel angekommen : leider alles voll, bitte wieder raus fahren…. geht es noch! Die Ordner hatten Null Bock und konnten außer Schulterzucken gar nichts! Bitte beim nächsten Mal in Düsseldorf!!! Dann können auch 40.000 Fans kommen

    • 14. Oktober 2019 um 8:46
      Permalink

      Danke – den Parkplatzteil hatte ich dank sehr früher Ankunft gar nicht mitbekommen. Aber der Vertrag mit FFM läuft noch ein paar Jahre, so dass es in Düsseldorf erstmal nichts wird. Sorry :/

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