German Bowl eXtraLarge

Eigentlich war ja ein Wochenende mit meinen Kumpels (ja, die gibts wirklich!) in Würzburg geplant. Aber kaum, dass wir es festgemacht hatten, wurde der German Bowl prompt auf dieses Wochende gelegt. Zum Glück waren die Jungs flexibel und so zogen wir Berlin vor.

Es wurde für mich ein Sportwochenende der Extraklasse: Freitag Basketball (Alba Berlin – Crailsheim Merlins), Samstag das Highlight der GFL mit dem German Bowl eXtraLarge und Sonntag noch Eishockey (Eisbären Berlin – Ingoldorf Panther).

Sportverrückter, was willst Du mehr!

Ich beginne aber mit DEM Highlight des Wochenendes:

Der German Bowl

Ausnahmesweise gab es mal nicht NY Lions Braunschweig gegen Schwäbisch Hall Unicorns, wie zuletzt viermal in Folge, sondern Frankfurt „Insolvenz“ Universe gegen Schwäbisch Hall.

Die Haller hatten zuletzt die Kleinigkeit von 33 Spielen in Folge gewonnen (new GFL World Record!) und dabei auch Universe zweimal knapp geschlagen.

Unicorns Univers GHL

Angekündigt war eine Defensivschlacht, aber gleich in ihrem ersten Drive marschierte die Galaxy das Universum – unterstützt von etwas Glück – über das Feld. Vor allem die Combo QB Elffers auf WR Robinson schien kaum zu stoppen zu sein. Am Ende vollendete RB Betza zum 6:0, der Extrapunkt wurde geblockt.

Und es lief weiter für die purple Men, die an diesem Tag in orange aufliefen: FS Poznanski fing einen Pass von Einhörner QB Ehrenfried ab und die Offense durfte erneut aufs Feld: QB Elffers fand WR Sagne und diesmal klappte auch der Extrapunkt zum 13:0.

Anschließend zeigte die Unicorns Defense zum ersten Mal, warum man ein Defensivspektakel erwartet hatte und pinnte die Frankfurter Offense vor ihrer Endzone fest. Es folgte der erste nennenswerte Drive der Haller, der mit einem 40 Yard Pass von Ehrenfried auf WR Rutenbeck gekrönt wurde. Nur noch 13:7 zu Beginn des zweiten Viertels.

Vor der Halbzeit gab es nach einigen kurzen Drives auf beiden Seiten dann noch etwas, was ich in 20 Jahren NFL noch nicht gesehen habe: 2 (!!!) Hail Maries – je einer pro Seite. Zuerst Frankfurt mit 7 Sekunden auf der Uhr und dann noch Schwäbisch Hall mit 2 Sekunden übrig. Beide jedoch incomplete.

Gegen Ende des dritten Viertels fumbelte Unicorns QB Ehrenfried in der eigenen RedZone und Frankfurts DL Cedric Udegbe eroberte den freien Ball. RB Bergeron verletzte sich (Laiendiagnose: Kreuzband) und trotz bester Ausgangsposition gab es keine Punkte:

Im 3. Versuch liefen sich die Frankfurter in der D-Line ohne Raumgewinn fest.

4. Versuch an der Halbyardlinie und die Field Goal Unit kommt aufs Feld. Nadia Quast, Neuzugang beim Huddle und sehr GFL-versiert (ich nicht…), und ich diskutierten, ob nicht das Ausspielen des 4. Versuchs sinnvoller gewesen wäre (N-A-T-Ü-R-L-I-C-H). Wenn der 4. Versuch auch nicht klappt, starten die Einhörner in ihrer eigenen Endzone. Aber gut – Coach Caler hatte sich anders entschieden.

Der 19jährige Kicker Marius Duis, dem die Frankfurter nach starken Leistungen die Finalteilnahme zu einem guten Teil zu verdanken haben, tritt an und verwandelt, aber Frankfurt hatte ein Timeout genommen, UM SEINEN EIGENEN KICKER ZU ICEN!!!

Ich war fassungslos.

Das Icen klappte perfekt: Duis zeigte zum zweiten Mal Nerven und verzog aus fünf Yards genausoweit nach rechts.

Wahnsinn.

Man hätte meinen können, Jason Garrett coacht die Universe.

„Unterstützt“ von vielen Strafen standen die Unicorns plötzlich an der 10 Yard Linie Frankfurts mit gut 9 Minuten zu spielen. Die hatten auch einen vierten Versuch (an der 5 Yard Linie) und ließen die Offense auf dem Feld: Es regnete Flaggen beim Pass und schon gab es 1st & 1.

Ein vergeblicher Run, ein Trickspielzug (ein RB Pass, der incomplete fiel) und im dritten Versuch fing Nathaniel Robitaille die Führung für Schwäbisch Hall, obwohl es von allen Seiten einschlug.

Laiendiagnose hier: Gehirnerschütterung.

Bergeron war übrigens an der Seitenlinie vom Medizinmann der Frankfurter einer Wunderheilung unterzogen worden und wieder auf dem Feld.

Frankfurts LB J. Silva Gomez wurde wegen der Aktion in der Endzone des Feldes verwiesen und urplötzlich war das Momentum und Spiel gekippt.

Als dann Schwäbisch Hall durch LB Frach Frankfurts QB Elffers fumbeln ließ, ergriff sein Linebackerkollege Niko Knoblauch den freien Ball und sprintete über 43 Yards in die Endzone zum 21:13 Todesstoß für Frankfurt.

Dachte ich.

Frankfurt Schwäbisch Hall German BowlDie Antwort Frankfurts gelang jedoch umgehend: Mit einem Touchdown war man plötzlich auf 2 Punkte dran (19:21), aber die Two Point Conversion misslang.

Aber es gibt ja noch den Onside Kick – und der gelang sensationell. Frankfurt marschierte, musste aber mit wenigen Sekunden auf der Uhr erneut auf seinen Kicker Duis, der schon zweimal Nerven gezeigt hatte, vertrauen.

Duis verzog aus kurzer Distanz diesmal nach links und die Unicorns brachen in Jubel aus.

Niko Knoblauch wurde für seinen Sprint mit der MVP-Trophäe belohnt, die deutlich attraktiver ist, als der Pokal an sich, den Roman Motzkus und Co doch schon deutlich verdellt haben.

Ein wirklich schöner Jubiläums – German Bowl, der bis zum Schluss an Spannung kaum zu überbieten war.

German Bowl

 

Der MVP

Eine kurze Story um MVP Niko Knoblauch gibt es im nächsten Huddle! Er konnte sein Glück jedenfalls kaum fassen 😉

 

Die Party beim German Bowl

German Bowl

Vor dem Spiel gabs noch eine „Powerparty“ vor dem Stadion, die gekonnt von Björn Hesse moderiert wurde.

Nette Geschichte, Cheerleader, Maskottchen, Musik – einwandfrei. Gefühlt waren die Frankfurter Fans hier im Verhältnis 10:1 in der Überzahl, aber spätestens mit der Zugankunft der Unicorns Anhänger drehte sich die Lautstärke dann im Stadion.

Die Pressekonferenz

German Bowl
MVP Knoblauch, Coach Neuman, Moderator Aust, Coach Caler, QB Elffers

Die war ziemlich lustig: Zuerst kam QB Ehrenfried nicht, weil er das große Los der Dopingkontrolle gezogen hatte.

Dann war Coach Caler sichtlich und hörbar genervt von der ein oder anderen Frage.

Schließlich wurden wir noch ejected, weil QB Elffers Flüstertalente deutlich seinen QB-Fähigkeiten hinterherhinken und unser Interview im Backfield störte. Und zu guter Letzt durfte auch noch ein Teilnehmer (der sich als nicht-Journalist outen musste) gehen, dessen Fragen zu kritisch für den Verbandspräsidenten waren.

Sehr unterhaltsam das Ganze.

German Bowl

Das Highligt war sicher diese Ankündigung: Nächstes Jahr steht ein Umzug nach Frankfurt „ins große Stadion“ an; diesmal kamen gut 15.000 Zuschauer nach Berlin, nächstes Jahr dürfen es dann gerne (viel) mehr sein, wenn die schmucke Arena nicht total leer aussehen soll.

Das Rahmenprogramm

Alba Berlin – Crailsheim Merlins 115:76

Woche 6 Bärlin

 

Ich war bereits vor zwei Jahren zu Gast in der MB Arena – vormals O2 irgendwas – in Bärlin; damals bei einem Eisbären-Spiel. Diesmal war der Oberrang verhüllt, was das Ganze etwas intimer gemacht hat.

Letztendlich gab es eine Hinrichtung erster Güte zu bestauenen und die Feststellung, dass Cheerleader zum Glück nicht wie üblich gerade erst 12 Jahre alt sein müssen, sondern auch mit ü30 noch attraktiv sein können.

Und wenn ich nicht gewettet hätte, könnte ich mich auch noch mehr über den Abend freuen 😉

 

Eisbären Berlin – Ingoldorf Panther 1:3

German Bowl

Den Eisbären habe ich dagegen weniger Glück gebracht. Die Halle hier komplett auf und von 13.irgendwas besucht. Alleine das Intro war es wert, den Eintritt zu zahlen.

Das Video gibts hier und kratzt leider etwas:

 

Super Abschluss eines tollen Sportwochenendes! Schönen Dank an alle direkt und indirekt Beteiligten…

 

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