Donnerstag, Februar 29, 2024
Season

Woche 13 – Kleine Titanen und große Browns

Die erste Partie erinnerte mich an mein „Autorenjahr“ 2019, als Corona lediglich ein wohlschmeckendes Urlaubsbier war und ich voll auf dem Hype Train der Browns.

Woche 1 2019 war im Rückblick der Anfang vom Ende für die hochfliegenden Hoffnungen Clevelands (und meiner Hoffnungen für sie). Ein Debakel erster Güte, für das CBS sogar Jim Nantz und Tony Romo nach Ohio geschickt hatte. Diesmal durften in Tennessee Ian Eagle und Charles Davis ran, aber ich blieb – natürlich – bei ran.

 

Tennessee Titans – Cleveland Browns 35:41

Zwei Teams, die mir besonders am Herzen liegen: Die Browns natürlich aufgrund meines Buchs und Baker Mayfield, der bei „meinem“ Draft in Dallas an #1 ging; die Titans, weil ich immer noch geflasht bin, wenn ich an meinen Aufenthalt in der Umkleide neben Derrick Henry zurückdenke (DAS klingt jetzt wirklich komisch…). Das war in London 2018. In der folgenden Offseason habe ich Henry als Rushing Champ gewettet, denn wer soll einen Mann mit 1,95 m und 110 kg bei Vollgas stoppen können? Richtig. Niemand. Er wurde King Henry und mein nächster Londontrip war quasi bezahlt.

Hinter Henry rannte letzte Saison Nick Chubb auf Platz 2 (was andersrum gewesen wäre, wenn Freddie Kitchens nicht absolut inkompetent gewesen wäre) und auch in diese Jahr waren beide bisher hervorragend unterwegs.

Letztes Jahr eröffneten die Browns mit einem schnellen Touchdowndrive… und kassierten dann letztendlich über 40 Punkte. Diesmal starteten sie auch im Angriff und kamen bis tief in die Redzone, aber Donovan Peoples-Jones (der aus der All or Nothing Michigan-Staffel) ließ einen sicheren Touchdownpass von Mayfield fallen und so wurde es nur ein 0:3 aus 27 Yards durch [itg-glossary href=“http://tooltip“ glossary-id=“3740″]Kicker[/itg-glossary] Cody „Double Doink“ Parkey.

Die Titans versuchten im Drive darauf einen 4. & 1, aber die Refs sahen den Lauf von Derrick Henry zu kurz – trotz Challenge. Im TV sah das eigentlich ziemlich locker über der „unsichtbaren“ gelben Linie aus.

Die Browns packten wieder einmal einen Pass von Landry aus, der Baker Mayfield auf links für ein First Down fand. Langsam dürfte das nicht einmal mehr als Trickspielzug gelten. Mayfield revanchierte sich kurz darauf mit einem Touchdownpass zu Landry – lief bei den Browns. 0:10.

Direkt beim ersten Snap danach fumbelten die Titans noch in Person von Derrick Henry und die Browns eroberten den Ball. Das erste Fumble von Henry seit gut einem Jahr. Es war nicht das Spiel von Derrick Henry. Ein Touchdownpass von Mayfield zu O-Liner Kendall Lamm stellte auf 0:17. Natürlich der erste Score für den „Big Man“.

Die Titans antworteten mit schnellen Pässen. Nach nicht einmal zwei Minuten Spielzeit fing WR Corey Davis zum 7:17 Anschluss; allerdings hatte sich ihr bester WR A.J. Brown dabei verletzt, konnte jedoch später gehandicapt wieder mitspielen. Direkt danach vergaßen die Titans Passverteidiger auch noch WR Peoples-Jones BEIM ERSTEN VERSUCH und der bedankte sich mit einem 75-Yard Touchdown. Nicht auszudenken, wenn das im Vorjahr bei Mayfield und Co so geklappt hätte. 7:24 kurz nach Beginn des zweiten Viertels.

Rashard Higgins fing Touchdownpass #4 von Mayfield für die Browns. Es war ein unglaublicher Auftritt bis dahin. Die Titans standen nur hilflos daneben.

Und damit war noch nicht Schluss. Ein fünfter Touchdown durch Nick Chubb folgte auch noch. Die 38 Punkte waren denn auch Rekord in der langen Franchisegeschichte der Browns.

Unfassbar, aber den leidgeprüften Browns-Fans absolut zu gönnen.

Absolut passend zum Spielverlauf fumbelte A.J. Brown noch bei auslaufender Uhr. Selten eine einseitigere Halbzeit gesehen.

Zumindest klappte der erste Drive der Titans in Hälfte 2 dann besser. Mit nur drei Spielzügen überbrückte Tennessee das Feld und TE Pruitt fing zum 13:38, als alle Verteidiger in Richtung Derrick Henry blickten. Der anschließende Zweipunktversuch von Derrick Henry endete wenige Zentimeter vor der Endzone.

Die Titans schafften tatsächlich einen schnellen Stopp der Browns – erstmals in dieser Partie – und bekamen den Ball umgehend zurück. Auch wenn es bei Derrick Henry weiterhin nicht lief, so kam Tennessee schnell mit Pässen von Tannehill übers Feld; jetzt hatten sie auch das Glück auf ihrer Seite: Zwar fumbelte A.J. Brown vor der Endzone, aber Pruitt trug den freien Ball die letzten Yards in die Endzone. Tannehill kümmerte sich diesmal selbst um die Two-Point-Conversion und prompt klappte die. „Nur noch“ 17 Punkte Rückstand (21:38).

Der hielt jedoch nicht lange: Ein weiter Lauf von Nick Chubb über links brachte die Browns in die Redzone, allerdings blieb den Browns am Ende nur ein Field Goal zum 21:41.

Die Titans benötigten anschließend Hilfe in Folge eines dummen Fouls der Browns im 4. Versuch, kamen so aber in die Redzone. Dort wurde ein Catch von WR Batson an der Seitenlinie zunächst unvollständig gegeben, aber eine Challenge von Mike Vrabel brachte den Titans ein neues First Down.

Das „nutzten“ die Titans aber zu einer Interception der Browns, da Adam Humphries einen Pass „zwischen die Nummern“ in die Luft jonglierte und sich Cleveland in Person von Stewart bedanken konnten. Am Ende des 3. Viertels hieß es weiter 21:41.

Obwohl die Titans dann noch durch Touchdowns von Jeremy Nichols aus einem Yard und Cameron Batson per Pass bis auf sechs Punkte herankamen, so war die Partie entschieden, als der folgende Onside Kick misslang.

Eine fantastische erste Hälfte von Mayfield und seiner Offensive genügte den Browns, die erstmals seit Mitte der 90er bei 9-3 stehen und die Spielzeit jetzt garantiert mit einer positiven Bilanz abschließen. Außerdem werden es die Playoffs… der #HypeTrain kann wieder flottgemacht werden!

Die Titans ziehen dagegen unfreiwillig wieder mit den Colts, die parallel gegen die Texans glücklich gewannen, gleich. Allerdings sollte es wohl für beide Teams mit einer Playoffqualifikation klappen.

 

Im TV

Für das erste Spiel gab es die „Altherren-Combo“ Jan Stecker und Roman Motzkus. Aus dem Stand würde ich sagen meine Lieblingskombination, die auch gerne mal Namen und Nummern verwechselt. Nachdem ich alterstechnisch nicht sooo weit weg bin, kann ich das absolut nachvollziehen.

In der #ranNFL – Timeline gab es Sonntag wieder einmal die obligatorische #ranNFL – Diskussion. Diesmal ausgelöst von @giannivanzetti; so sicher wie das Amen in der Kirche kommt das alle paar Monate auf. Ich hatte die Finger schon an der Tastatur, aber warum? Niemand zwingt, da zuzuschauen. Und ich bin auch oft genug kein Fan, aber diese Diskussion fortzuführen bringt nur noch mehr graue Haare.

Kein Mensch zwingt dazu, Football auf dem Unterhaltungssender ProSieben Maxx zu sehen. Es gibt genug (Bezahl-)Sender, die das fachlicher abhandeln.

Ich kann da Martin Pfanner und Adrian Franke absolut empfehlen. Und führe Adrians Tweet als Beispiel an, der fachlich hervorragend ist, aber sicherlich alles andere als massenkompatibel (was er auch sicher nicht sein soll):

Die Diskussion erinnert mich immer ein bißchen daran, wenn ein Zeit-Leser versuchen wollte, einen BILD-Leser von seiner Zeitung zu überzeugen. Für beides gibt es eine Zielgruppe, die mal mehr und mal weniger groß ist.

Als nächstes wäre dann wieder Zeit für die „zuviel Werbung“-Diskussion.


 

Twitteruniversum

Pro Bowl NFC AFC ranNFL

Ich dachte zuerst, dass ich mich verhört hätte: Das war tatsächlich der erste TouchdownPASS des Quarterbacks Taysom Hill nach vier Jahren und FÜNFZEHN Starts!  Unglaublich. Aber die Saints gewinnen auch mit ihm und sichern sich neben Titelverteidiger Kansas City bereits jetzt ihr Playoffticket.

 


Ich musste herzhaft lachen: Colin Cowherd ist seit Jahren einer der größten Kritiker von Baker Mayfield und kann natürlich nicht zugeben, dass der auch mal gut spielt. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte und ich bin gespannt, wie der Weg von Mayfield weitergeht.

 


Die Strafe – ein Ausschluss von zwei Spielern – ist für mich absolut nicht nachvollziehbar. Dazu gab es in der Partie noch ein „Baseball-Geschubse“ zweier nahezu kompletter Teams im Bereich der Spielerbänke. Am Ende gewannen trotzdem die Gäste und bleiben weiter aussichtsreich im Rennen um den AFC East Titel.


Was für eine Dramatik! Die Jaguars kurz vor dem Ende mit der Chance auf den Sieg, als die Jets gegen die Raiders führten. Plötzlich sah es so aus, als ob die Jaguars den Toppick mit einem eigenen Sieg verhindern… aber dann packte Derek Carr eine Hail Mary auf Henry Ruggs aus und die Jaguars erlaubten sich in der Verlängerung eine Interception von Quarterback Mike Glennon. Beide mit Niederlagen – also alles wie immer trotz viel Spannung…


Der Redzone-Channel ist für mich „nebenher“ unverzichtbar auf dem Second Screen. Scott Hanson macht das hervorragend – „Seven hours of commercial free football“ ist allein den Gamepass wert (läuft jedoch auch auf DAZN).

 


 

Danke fürs Dabeibleiben in Woche 13 und bis nächstes Mal!