Preseason Indianapolis Colts – Cleveland Browns

Auch wenn der Übertragungsstart der #ranNFL-Crew erst am Sonntag anstand, „musste“ am Tag davor eine Kolumne für ein Preseason Spiel her: Die Browns reisten (nicht per Hype Train, sondern per Flieger) zu den Indianapolis Colts und ich hatte gerade tatsächlich Zeit. Was selten genug vorkommt, aber dann auch genutzt werden sollte.

Das Spiel

Man merkte schnell, dass es sich nur um ein Vorbereitungsspiel handelt: Browns Quarterback Baker Mayfield wurde von Garrett Gilbert, der neulich noch in der Alliance of American Football auflief, bevor die für immer in der Versenkung verschwand, vertreten. Und das war nur einer von vielen fehlenden Spielern.

Gegenüber machte sich Andrew Luck zwar warm, was allgemein überraschend war, da er mit der gefürchteten „High Ankle Sprain“ seit Wochen nicht richtig trainiert; dann lief jedoch Backup Jacoby Brissett, der die Rolle „Vertreter von Andrew Luck“ bestens kennt, auf.

In der Anfangsphase ging es hin und her! Also mit Punts und Strafen. Kein Wunder, dass immer wieder über die Abschaffung der Preseason spekuliert wird.

Das Highlight des ersten Viertels gibts sogar in Bildern:

Ein 74 (!) Yard Punt der Browns durch den schottischen Hammer. Irgendwie bezeichnend, dass das für lange Zeit einzige Höhepunkt ein Punt war.

Die Browns scorten dann doch als erstes: Wide Receiver Jalen Strong hatte ca. 5m Platz um sich herum und konnte so den genauen Pass von Garrett Gilbert problemlos zum 0:7 fangen.

Die Colts schafften es zu Beginn des zweiten Viertels tatsächlich auch einmal über die Mittellinie und das sollte sich auszahlen: Ein vierter Versuch mutig ausgespielt und am Ende des Drives fand Brissett Tight End Eric Ebron an der gleichen Stelle der Endzone, die vorher schon Strong für einen Touchdown genutzt hatte. 7:7.

D’Ernest Johnson, ein Running Back, den man vorher noch nicht gehört haben musste, sorgte immer wieder mit guten Läufen für Raumgewinn. Er durfte auch den Touchdownpass zum 7:14 fangen.

Die Colts und Browns schafften je noch einen vergeblichen Field Goal Versuch, aber das wars dann auch in Halbzeit 1 dieses Preseason „Klassikers“.

In der zweiten Hälfte durfte David Blough – nominell die Nummer 4 der Depth Chart – bei den Browns als Quarterback ran und schaffte prompt ebenfalls einen Touchdown nach einer mehr als fragwürdigen Pass Interference Strafe, die auch im Replay nicht nachzuvollziehen war.

Die Colts schafften noch ein Field Goal im dritten Viertel, aber insgesamt war es einfach ein typisches Preseasonspiel.

Daran änderte auch ein Touchdown der Colts  zu Beginn des Schlussabschnitts (mit erfolgreicher Two-Point-Conversion zum 18:21!) nichts.

Am Schluss wurde es tatsächlich noch spannend, aber der Versuch der Colts in der letzten Minute, beim 4. Versuch statt auf den Ausgleich per Field Goal stattdessen auf den Sieg zu gehen, klappte (zurecht) nicht.

21:18 Auswärtssieg für die gehypten Browns und damit stehen sie bei 2-0 in der Preseason.

 

Preseason Colts Browns

 

 

 

 

TV-Kritik

Für das Spiel durfte der kürzlich per brasilianischer Proxy IP verlängerte GamePass erstmal so richtig herhalten (wenn man Hard Knocks nicht rechnet). Die Übertragung wurde vom lokalen Colts-Team, den Legenden Greg Rakestraw und Rick Venturi, kommentiert.

Preseason Colts BrownsEs gibt ja immer wieder Leute, die sich über die Pro7 Maxx Crews auslassen und die amerikanischen in den Himmel loben.

Rakestraw und Venturi, die ich beide vorher noch nie gehört hatte (und offensichtlich nichts verpasst hatte), gehören nicht in den Himmel der Kommentatoren.

Vor allem der rechte der beiden (Rick Venturi) war ungeplant witzig, als er seinen Text vergas (kann mal vorkommen) und das mit „We“re overprepared“ kommentierte.

Als er sich in seinen Notizen endlich zurechtgefunden hatte, schaltete man in die Totale, ließ aber versehentlich das Mikro an. So konnte man die besorgte Nachfrage des Regisseurs mitbekommenn, ob es ihm gutgehe. „Ja, wir habens nur zu oft geprobt“ war die unglaubliche Antwort.

Wenn das bei einer #ranNFL Übertragung passiert, würde die Twitter-Timeline explodieren.

Aber vielleicht war es auch bei Venturi nur ein Vorbereitungsspiel. Der Leistung nach dürfte er die Roster Cuts vor der Saison aber nicht überstehen.

Nachdem er von Co-Moderator Rakestraw „Coach“ genannt wurde, musste ich dochmal Wikipedia bemühen. Und ich wurde belohnt:

As the head coach at Northwestern from 1978 to 1980, Venturi compiled a record of 1-31-1. During his tenure as coach of the Northwestern WildcatsNCAA Division I had a record 34-game losing streak. Venturi has served as the defensive coordinator with the Indianapolis Colts, Cleveland Browns, New Orleans Saints, and St. Louis Rams. Venturi also served as an interim head coach, in 1991 with the Colts and 1996 with the Saints. As a head coach in the NFL, his career record stands at 2–17.

Zwar habe ich noch nie auch nur ein bißchen gecoached, aber diese Bilanzen würde ich mir aus dem Stand auch zutrauen.

Wahrscheinlich war er over-prepared. Aber für einen lokalen TV-Job reichts offensichtlich.

Auch die Browns-Fans waren wenig begeistert, nachdem das Duo dauernd von „we“ sprach, als ob sie Teil der Colts wären.

Schulnote 6.

Bestenfalls.

Morgen wirds sicher besser bei #ranNFL …

Bis dahin!