Woche 10: Die Ex-es

Ich schreibe ja mittlerweile immer eine Spieltagsvorschau für football-aktuell und tat dies damit natürlich auch in Woche 10. Der Spielplan dieses Wochenendes hielt – gerade im Vergleich zur Vorwoche – nur sehr, sehr, sehr wenige Highlights bereit. Aber auch die anderen Spiele müssen einfach absolviert werden und letztendlich wurde es dann doch besser, als zuvor befürchtet.

Los ging es mit dem Spiel, in dem sich viele Bekannte wiedertrafen:

Tennessee Titans – New England Patriots 34:10

Die Patriots hatten eine ihrer beiden Niederlagen absolut überraschend bei den Detroit Lions, deren Head Coach Matt Patricia vorher bei den Patriots als Defensive Coordinator tätig war, eingefahren. Jetzt reisten sie zu den Titans, wo ihr langjähriger ex-Linebacker Mike Vrabel als Head Coach angestellt ist. Und nicht nur er: CB Malcolm Butler, CB Logan Ryan, RB Dion Lewis, G Josh Kline, GM Jon Robinson – die Liste der Ex-Patriots ist lang. Den Weg in die andere Richtung – über den Umweg Cleveland – machte dagegen nur CB Jason McCourty.

Die Titans waren sehr gut eingestellt worden von Vrabel und die Defense setzte Tom Brady immer wieder stark unter Druck. Die Offense startete furios und so führten die Titans zur Halbzeit bereits mit 24:10 durch einen Rushing TD des mächtigen Derrick „Handy“ Henry (O-Ton Stecker) und zwei Passing TDs auf Corey Davis und Jonnu Smith. Brady dagegen zeitweise deutlich unter einer Completion Rate von 50 % und Gostkowski verkickte sich zur Abwechslung wieder einmal. Nachdem ich vor wenigen Wochen selbst noch neben Henry stand, kann ich das mit dem „mächtig“ ganz gut einschätzen. Ich könnte ihn jedenfalls auch nicht stoppen – zumindest nicht ohne Hilfsmittel.

Die folgende Szene, ein versuchter Pass auf Brady von Julian Edelman, war symptomatisch für das Spiel:

Es lief einfach nicht, die Titans gewannen absolut verdient mit 34:10 und Brady durfte Teile des letzten Viertels auf der Bank verbringen. In dem Alter muss man sich aber auch mal schonen.

Ehrlich: Mich hat die Niederlage kein bißchen irritiert (hatte aber auch zuvor auf die Titans gewettet). Da kann man ruhig mal verlieren dank des immensen Vorsprungs in der AFC E und auch im Rennen um ein First Round Bye wird es wohl keine entscheidende Rolle spielen am Ende.

Und vielleicht hat Bill Belichick doch seine weiche Seite gefunden und will seinen Ex-Stellvertretern möglichst viel positive PR bescheren.

Die Titans sind jetzt wieder voll zurück im Playoffrennen nach zwei eher unerwarteten Siegen in Folge. Und den Patriots-Hassern wirds auch gefallen haben. Win-win Situation quasi.

Los Angeles Rams – Seattle Seahawks 36:31

Die Seahawks hielten die Partie sehr lange offen, aber am Ende reichte es trotz eines Duells auf Augenhöhe wie in der ersten Begegnung beider Teams knapp nicht.

Zwei Touchdowns im ersten Viertel zeigten die Seahawks überraschend stark, aber dann folgte eine lange offensive Flaute. Erst im Verlauf der zweiten Hälfte gelang Russell Wilson & Co wieder mehr Raumgewinn, aber ein Fumble Wilsons kurz vor dem Ende schien auch das Ende Seattles zu markieren. Es gab noch ein letztes Aufbäumen, aber die Defense der Rams hielt den knappen Heimsieg fest.

Im Nachhinein gab es dann noch den folgenden – sehr netten – Twitteraustausch zwischen Rams QB Jared Goff und Schauspielerin Halle Berry. Well played, Jared, well played:


TV-Kritik Woche 10

Jan Steckodamus Stecker und Patrick Esume starteten – wieder mal mit den Patriots.

Das erfreute mich natürlich, aber nicht jeden in der #ranNFL Timeline. Daher nochmal: Zwei Spiele pro Zeitslot werden von der NFL angeboten, eines im TV, eines im Stream, bla bla bla. Für alle anderen gibts den #GamePass

Zum Glück habe ich für Jan Stecker noch ein aktuelles Bild von Gordon und Edelman gefunden:

Woche 10

Könnte man schon auseinanderhalten find ich. Aber laut Plakat kann das nur ihre Mutter, also so gesehen ist das entschuldigt. Auch ansonsten wieder sehr viel unintentional Comedy des Steckodamus!

Und für alle Patriots-Freunde: Am 02.12. überträgt der Vollmer & Kuhn Podcast live für Pro7 Maxx aus dem Gillette Stadium – natürlich – wieder ein Spiel der Pats: Die Wikings sind zu Gast!

Das NFC West Duell gabs dann mit den Viel- und Schnellsprechern Carsten Spengemann und Volker Schenk. Damit wurde es leider wieder nichts mit dem Debüt von Carsten S. und Roman M., aber ich gebe die Hoffnung nicht auf.


 

Jaguars Patriots Vikings Packers NFL

 

 

 

 

Held der Woche 10

Quarterback Patrick Mahomes, Kansas City Chiefs

Die Chiefs hatten in ihrer Geschichte schon viele offensivstarke Teams, aber wenn ein Quarterback den Saisonrekord für Touchdowns bereits in der ersten Hälfte von Woche 10 bricht, dann muss er etwas besonderes sein.

Mahomes spielt die komplette Saison sensationell und das als Sophmore (in seinem zweiten Karrierejahr), der in seiner Rookiespielzeit nur eine einzige Partie bestreiten durfte und ansonsten von Alex Smith, den man vor der Saison dann nach Washington wegschickte, lernen durfte.

Jetzt muss er nur noch im Januar ähnlich stark spielen, denn das ist schon immer das Problem der Chiefs.

 

Running Back Nick Chubb, Cleveland Browns

Der längste Run in der Franchisegeschichte – auch wenn es die der Browns ist – muss natürlich an dieser Stelle erwähnt werden!

Aber auch sonst spielte die Offense um Baker Mayfield und eben Nick Chubb groß auf und gewann gegen die favorisierten Atlanta Falcons mit 28:16. Chubb kam dabei auf über 200 Yards combined und 2 Touchdowns!


 

 

 

 

 

Versager der Woche 10

Die New York Football Jets

Die Jets waren mit 7 Punkten favorisiert, aber wenn dieser desaströse Auftritt kein Spiel gegen den Trainer (Todd Bowles, um ihn nochmal zu nennen, bevor er Geschichte ist) war, dann weiß ich wirklich nicht.

Ein absolutes Debakel, wie man es nicht allzu häufig sieht. Aber zumindest eine geschlossene Mannschaftsleistung.


 

Woche 2 Patriots Vikings Packers Jaguars NFL

 

 

 

 

Twitteruniversum Woche 10

Ganz schöne viele 11er. Ich kann übrigens berichten, dass mein (eigenes Fußball-) Team Sonntagmorgen keinen 11er bekommen hat. Aber einen 11er hätte bekommen müssen. Somit kein 11er Tor für mich. Werdet Ihr vermutlich verkraften… Wir haben dafür im Gegensatz zu Julio gewonnen.


Sehr lustig vom Ju Ju Train!


Die Kickerdebakel sind wirklich faszinierend diese Saison. Aber auch ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich schon einmal vier „Pfostenschüsse“ in einer Halbzeit gesehen hätte. Wegen so ein paar Zentimeter kann schnell mal ein Arbeitsvertrag drastisch verkürzt werden.

 


Damit drücke ich auch den Red Button – das wars vorerst für Woche 10 – bis Sonntag!

 

Wie immer herzlichen Dank an Johannes vom RANDBREITENverlag fürs Korrekturlesen und diesmal auch für den Input am Sonntagabend via Twitter-RT!

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