Woche 9: Duell der Legenden

Es stand eine lange Footballnacht an: Nachdem ich mir das Patriots – Packers Gipfeltreffen nicht für den GamePass aufsparen wollte und meine Frau sowieso Nachtschicht arbeiten musste, tat ich das quasi auch. Aber bei dem Programm fiel das auch leicht!

New England Patriots – Green Bay Packers 31:17

Also ich konnte lachen. Wobei ich mir nicht sicher bin, wie gut Giselle fährt.

Das Duell zwei der besten Quarterbacks des letzten Jahrzehnts stand an und das erst zum zweiten Mal nach 2010. Das musste natürlich auch noch live angesehen werden und nicht nur im GamePass am frühen Morgen!

Die Patriots legten los wie die Feuerwehr, so dass die Packers nicht wussten, wo ihnen der Kopf stand.

Den Packers gelang zunächst nur ein Field Goal, aber im weiteren Verlauf konnten auch sie mit einem Touchdownpass zu Davante Adams wieder gleichziehen.

Mit dem Two Minute Warning katapultierte sich der diesmal als Running Back aufgestellte Cordarrelle Patterson zur 17:10 Führung der Patriots in die Endzone und dabei blieb es auch, obwohl Aaron Rodgers noch einmal fumbelte.

Nach der Halbzeit glichen die Packers prompt aus. Das Spiel war zwar nicht so punktereich wie das NFC-Gipfeltreffen, aber stand ihm in Spannung kaum nach.

Ein vermeintlicher Patriots-Touchdown von Cordarrelle Patterson, der in seiner bisher sechsjährigen Karriere noch nie zwei in einem Spiel gehabt hatte, wurde zurückgenommen.

Stattdessen wurde es zu einem Spiel um Feldposition. Packers Running Back Aaron Jones fumbelte tief in der Hälfte der Patriots zu Beginn des Schlussviertels und das Momentum kippte zurück zu den Patriots.

Ex-College QB Edelman warf wieder einmal einen Pass und endlich standen die Patriots wieder vor der Endzone der Packers.

RB James White rannte zehn Minuten vor Schluss das letzte Yard zur 24:17 Führung in die Endzone und gut zwei Minuten später war es WR Josh Gordon, der auf 31:17 erhöhte, weil sein Passverteidiger an ihm abprallte.

Dabei blieb es dann auch. Der Fumble von Jones hatte die Partie am Ende entschieden.

New Orleans Saints – Los Angeles Rams 45:35

 

Das Beste, was die NFC momentan zu bieten hat – und das mit Abstand!

Es ging hin und her von Beginn an und die Touchdowns purzelten nur so.

Allerdings fumbelten die Saints dann in Person von RB Mark Ingram tief in der eigenen Zone; nach drei vergeblichen Versuchen schickte Rams Head Coach Sean McVay die Field Goal Unit aufs Feld. Plötzlich rannte Holder Hecker (der Punter) los und sprintete in Richtung First Down Marker.  Das ging gleich auf mehreren Ebenen schief: Das First Down klappte um Zentimeter nicht, die Challenge verlief negativ und so fehlten anschließend sowohl Punkte als auch ein Timeout.

Besser machten es die Saints und WR Smith durfte diesmal zur Abwechslung ran: 21:14 Mitte des zweiten Viertels.

Ein vergebenes Field Goal brachte die Rams in Rückstand und durch einen weiteren TD der Saints durch TE Ben Watson zum 28:14 sogar mit zwei Scores. Dann „erlaubte“ sich Rams QB Jared Goff gleich im folgenden Snap, eine Minute vor der Pause, noch eine Interception. Eine Minute ist natürlich mehr als genug Zeit für Brees und Co, um noch einen Touchdown zu erzielen. Kamara again zum 35:14!

Nach der Halbzeit zogen die Rams – vor allem in der Defense – an. Zunächst ein Field Goal und dann ein superakrobatischer Touchdown von RB Malcolm Brown verkürzten auf 11 Punkte Rückstand. Plötzlich war auch das Glück bei den Rams: Ein abgefälschter Ball landete irgendwie noch für ein neues First Down in den Händen von WR Brandin Cooks. Die Rams konnten noch einmal ausgleichen, aber ein Field Goal und ein Touchdownpass zu WR Michael Thomas genügten, um Los Angeles die erste Saisonniederlage beizubringen.

Dass ich tatsächlich schon ewig NFL-Fan bin, zeigt sich daran, dass ich beim Touchdownjubel von Thomas mit einem aufklappbaren Handy, das er unter dem Goal Post hervorzug, sofort die Hommage an ex-Saints WR Joe Horn erkannte.

Aus dem Jahr 2003.

Brachte damals wie heute eine Strafe, aber irgendwie fand ichs trotzdem lustig.

Die Rams damit zur Halbzeit der Saison mit der besten Ausgangsposition in Richtung Playoff-Heimrecht… Was gerade bei ihnen auch einen gewaltigen Unterschied macht.

 


Baltimore Ravens – Pittsburgh Steelers 16:23

Der Anschlag in Pittsburgh schaffte auch abseits des Felds „Völkerverständigung“ – wenn er auch sonst überhaupt nichts Gutes hat.

Aber zum Sportlichen: Das Spiel ging los und schnell gab es etwas ganz Seltenes zu sehen: Einen Punt von Ben Roethlisberger.

Zumindest ich hatte das zuvor noch nicht gesehen (oder konnte mich altersbedingt nicht mehr daran erinnern). Aber seine Karrierestatistiken bei nfl.com weisen tatsächlich schon fünf weitere Punts aus – der letzte ist allerdings schon fünf Jahre her. Später klappten auch die Würfe und mit einem Pass auf RB James Conner stellten die Steelers auf 7:3 gegen Ende des 1. Viertels.

Die Steelers dominierten Ballbesitzstatistik – und auch auf der Anzeigetafel: WR Antonio Brown fing einen Touchdownpass aus 6 Yards zum 14:6. Die Ravens schafften erneut nur ein Tucker Field Goal, aber zumindest war man mit 6:14 nur einen Score zurück. Dank einer Fehlentscheidung wäre es vor der Halbzeit fast knapp geworden, aber die Ansicht der Videobilder korrigierte das Fumble.

Stattdessen diktierten auch die Steelers weiter das Tempo und Mitte des 3. Viertels sneakte Punter Big Ben selbst in die Endzone. 6:20. Angekündigt hatte er den Lauf lautstark mit „Sweet Feet“!

Diesmal antworteten die Ravens aber – Alex Collins erlief den 13:20 Anschluss und die Ravens D erzwang ein 3 & Out. Das vielbeschworene Momentum schien zu kippen.

Big Ben musste wieder einmal behandelt werden, konnte aber nach einem Spielzug zurück aufs Feld. Field Goals auf beiden Seiten und am Ende hätte es eine Hail Mary der Ravens bei 16:23 gebraucht. Joe Flacco ist aber eben nicht der Hail Mary King Aaron Rodgers; es ging nichts mehr und so sind die Steelers wieder on top in der AFC North, die Ravens verlieren Spiel #4 in Folge.


TV-Kritik Woche 9

Patrick Esume und Björn Werner starteten. Mein Highlight kam ganz zu Beginn, als sie über den „Holdout“ von Le’Veon Bell und die damit verbundenen gut 850.000 Dollar pro Spiel, die er liegenlässt, diskutierten. Werner meinte, dass das der Unterschied ist, ob man nach seiner Karriere noch einmal als Kommentator arbeiten muss…

Ansonsten die üblichen Sprüche – ich wurde unterhalten. Passt.

Für den NFC-Shootout übernahmen die „Alten Herren“ Jan Stecker und Roman Motzkus. Beide in ihrer jeweiligen Bestform:

Gut – es waren drei Franchises (Minnesota, Jets in der Off- und Preseason sowie jetzt bei den Saints). Kann man diskutieren. Zu #RüsselGate / #SteckCheck möchte ich mich nicht weiter äußern. Könnten ja Kinder mitlesen. Daher nur ein Video:

Aus verschiedenen Gründen finde ich die Paarung auch top – die Chemie passt einfach und ich kann Kate, die gar keinen solchen Rock wie im Profilbild besitzt, durchaus zustimmen:

Also neben Al Michaels und Chris Collinsworth natürlich, die das Sunday Night Game kommentierten 😉


 

Jaguars Patriots Vikings Packers NFL

 

 

 

 

Held der Woche 9

Running Back Alvin Kamara, New Orleans Saints

Der stellte heute seinen bisher in dieser Saison erfolgreicheren Gegenüber klar in den Schatten: 116 Yards combined und drei Touchdowns – alle in der ersten Hälfte – sorgten dafür, dass die Saints mit zufriedenen Gesichtern nach Hause gehen konnten.

Gurley kam dagegen „nur“ auf 79 Yards und 1 Touchdown.


 

 

 

 

 

Versager der Woche 9

QB Nathan Peterman, Buffalo Bills

Ich weiß – beide Interceptions waren nur zu einem kleinen Teil seine Schuld. Aber 11 abgefangene Pässe bei 95 Versuchen kann nicht nur Unglück sein. Andererseits wollen die Bills den First Overall Pick und da macht es natürlich Sinn, weiterhin Peterman zu „vertrauen“.

Für mich ist er trotzdem der Held: Ein absolut bedeutungsloser Touchdownlauf von ihm brachte mir richtig Geld. Manchmal hat man einfach Geistesblitze 🙂 Den Pick-6 (Touchdown after Interception) hatte er in einer separaten Wette vorher schon „geschafft“ und das Ganze brachte mir auch noch ein Lob von Doug Kezirian (@behindthebets) ein. Nathan Peterman wird das allerdings wohl nur wenig bringen.


 

Woche 2 Patriots Vikings Packers Jaguars NFL

 

 

 

 

Twitteruniversum Woche 9

Die Rams sind als letztes Team geschlagen worden, also können die 72er Miami Dolphins den Champagner köpfen. Die Überlebenden treffen sich immer noch, um zu feiern, dass das Kunststück, eine perfekte Saison zu spielen (damals mit zwei Vorrundenspielen weniger), außer ihnen noch niemand gelungen ist.


Auch drei Joneses waren zu wenig, wobei auch nur zwei (Marvin Jones 66 Yards / TJ. Jones 13 Yards) in der Offense auflaufen durften 😉


 

Bislang – zu Beginn des Höhepunkts – 3 Radler (andernorts Alsterwasser genannt), aber keine blauen Pillen nötig. Die NFL hält auch so problemlos wach!


Wahnsinn, der Junge.


Wahnsinn, diese Browns.


Das wars vorerst für Woche 9 – bis Sonntag!

 

Wie immer herzlichen Dank an Johannes vom RANDBREITENverlag fürs Korrekturlesen!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.