Woche 2 – Patriots @ Saints

Zwei Teams, die mehr (Patriots) oder weniger (Saints) überraschend als Verlierer in Woche 2 gehen. Beide besitzen sogenannte „High powered Offenses“, was für den normalen Fernsehzuschauer immer Spektakel verspricht.

Man durfte also gespannt sein, wer die Bürde des 0-2 schultern muss (die Buchmacher sahen die Patriots mit 6-7 Punkten Vorsprung als Favorit an, wie wir im Guess The Lines gewürdigt haben). Irgendwie konnte sich keiner dran erinnern, wann die Patriots zuletzt 2 Spiele in Folge verloren hatten.

Zwei der besten Quarterbacks auf der Zielgerade ihrer Karriere, die sich wohl nur noch treffen, wenn einer den Verein wechseln würde.

 

Der Spielbericht

Die Patriots zuerst im Angriff und u.a. nach einem schönen End Around über Ex-Saint WR Brandin Cooks zu einem First Down. Mit einem Pass auf Burg Head (O-Ton J.S.) eröffnete Tom Terrific Brady dann auch das Scoring – 0:6, weil der nicht mehr unfehlbare Gostkowski den Extrapunkt versemmelt.

Der Kicker auf der anderen Seite, Will Lutz, machte es aus 46 Yards zum 3:6 besser.

Das ließen sich die Patriots aber so nicht gefallen. Zumindest am Anfang trat genau der Effekt ein, den man nach der überraschenden Auftaktniederlage vorhersehen konnte: Die Patriots im Zerstören-Modus voll konzentriert. Und der in der Vorwoche zu selten ins Spiel eingebundene TE Gronkowski holte seinen ersten zählenden Touchdown nach einem weiten Pass von Brady – 3:13. Sie könnens noch.

Nach einem 3 & Out durften gleich wieder die Patriots ran. Keine guten Aussichten für die Saints, aber das dachte man in der Vorwoche beim vermeintlichen 14:0 der Patriots auch. A propos vermeintlich. Die Moderatoren waren sich sicher, dass ein Pass auf Hogan zum 20:3 nicht hätte zählen dürfen. Tat er zu ihrer Überraschung doch.

Die Saints mussten antworten und nach einem schönen Pass auf RB Alvin Kamara kam am Ende der Pass auf Coleman zum 10:20. Punkte ohne Ende.

Vor allem schafften es die Saints dann zur Abwechslung mal, die Patriots zu stoppen. Ein Touchdown gelang ihnen nicht, aber mit mehreren Versuchen gelang zumindest ein weiteres Lutz Field Goal zum 13:20.

One Score Game – für ein paar Minuten: Dann schlugen die Patriots erneut zu. Ein Pass auf Hogan, der evtl. den Boden berührte, aber die Pats führten sofort einen Laufspielzug aus, um eine Überprüfung zu verhindern. Ergebnis: Der erste Rushing Touchdown von Gillislee zum 13:27. Das erwartete Offensivspektakel!

Mit einem zusätzlichen Field Goal bei auslaufender Uhr erhöhten die Pats auf 30:13. Eine Halbzeit für Patriots-Fans und Liebhaber des Offensivfootballs – aber auch kein Wunder bei den beiden legendären Quarterbacks.

Die 2. Hälfte war dagegen erst einmal punktlos. Ein zunächst als Interception angesehener Pass von Brady stellte sich als 12-Mann-auf-dem-Feld-Strafe gegen die Saints heraus und bei denen fehlte angesichts des deutlichen Rückstands zunächst die Zielstrebigkeit. Zu allem Überfluss doinkte dann auch noch K Will Lutz einen Field Goal Versuch aus 48 Yards an den Pfosten.

Stephen Gostkowski machte das „gegenüber“ besser und erhöhte durch ein Field Goal – die einzigen Punkte im 3. Viertel – auf 13:33 und Mitte des letzten Viertels noch auf 13:36. Die Patriots brachten den Sieg für Stück außer Reichweite für die Saints.

Zwar schaffte TE Coby Fleener noch einen Touchdown mit 5:04 auf der Uhr, aber es waren halt immer noch 2 Touchdowns Rückstand (20:36). Auch wenn die Kommentatoren irgendwie Spannung herbeikonstruieren wollten und bei den Patriots gefühlt alle Receiver verletzt waren.

Letztendlich ein hochverdienter 36:20 Sieg der Patriots, die anscheinend wieder in der Spur sind. Die Saints jetzt bei 0-2; es wird wohl die erwartet schwere Saison in einer guten NFC South.

 

 

TV-Kritik #ranNFL Pro7

 

 

 

 

TV-Kritik

Im Gegensatz zur Vorwoche durften zunächst Jan Stecker und Coach Esume ran. Ich war eigentlich gespannt gewesen, wie es Sebastian Vollmer als gerade-war-ich-noch-Patriot schafft, seine Ex-Kollegen zu kritisieren (die ihn aber eh nicht verstehen würden). Sollte aber nicht sein.

Am Anfang gabs ein paar Sprachschwierigkeiten – bei beiden. Cooks mit Dorsett verwechselt, Stadien verbuxelt und ein paar Kleinigkeiten.

Mir gefiel bei Jan Stecker am Besten: „Da ist er out-of-bounds gesteppt.“ Hab mir Fred Astair vorgestellt, wie er neben der Seitenlinie unterwegs ist. Victor Cruz‘ Salsa ist nix dagegen.

Die Äußerung von Icke in der Halbzeit, dass QB DeShone Kizer bei den Browns mit Migräne raus musste, tat Jan Stecker etwas halbscharig ab – und zog damit durchaus eindeutige Tweets auf sich:

Ich bin froh, dass ich da kaum mitreden kann, aber wenn ein Rookie NFL-Spieler raus muss, dann ist es wohl eher keine Kleinigkeit.

Mit dem Zählen tat er sich auch hart – bis dann die 5. Wiederholung auch ihm zeigte, dass es Tom Brady irgendwie drauf hat (bei der Strafe wegen 12 Mann auf dem Feld).

Die Steckersche Leistung war jetzt eher wieder ein Rückfall in alte, längst vergessen geglaubte Zeiten. Last, but not least:

Esume dagegen wirklich souverän und deutlich zurückhaltender als auf dem Kommentatorenstuhl in der Vorwoche. Der gefiel mir sehr gut dieses Mal.

 

Pro7 #ranNFL Kickoff

 

 

 

 

Twitteruniversum

Der arme Mann musste alle seine 10.000 Snaps in Folge (Glückwunsch!) für die Browns spielen… Aber er hat Humor. Sein Profil (@joethomas73) weist ihn als „ersten offensive Lineman“ aus; dazu hat er diesen Tweet angeheftet, dem ich uneingeschränkt beipflichten kann:

Er spielt gefühlt schon immer in Cleveland und hat auf die Frage, wie viele Teammates er schon hatte, neulich geantwortet:

Überragender Mann – hoffentlich bleibt er uns noch lange erhalten!


Das Schlusswort ist noch ein Notfall:

Dann machen wir besser Schluss mit Woche 2!

Unter der Woche gibts vmtl. wieder „Guess The Lines“ und nächsten Sonntag darf ich dann zum 1. Mal in London die Pressbox nutzen (nach 7x regulären Plätzen wurde das Zeit *g*).