WildCard Sonntag

Der WildCard Sonntag konnte nach dem überraschenden Samstag (Link zur Kolumne) ja fast nur enttäuschen. Die Jacksonville Jaguars empfingen zunächst die Buffalo Bills und anschließend durften die Carolina Panthers bei den New Orleans Saints ran.

Zwei Spielberichte, die Helden und Versager des WildCard Sonntag sowie natürlich TV-Kritik und Twitteruniversum. Let’s go!

Jacksonville Jaguars – Buffalo Bills 10:3

Die Bills starteten ihren ersten Playoffdrive im „neuen Jahrtausend“ – und beendeten ihn gleich mit einem kassierten Sack durch DT  Malik Jackson. Das mit dem #Sacksonville kommt nicht von ungefähr.

Die Bills D hielt jedoch ebenfalls. Bis zum Ende des Eröffnungsviertels keine Punkte und auch nicht annähernd nah dran. Sehr risikoarme Playcalls und starke Verteidigungsreihen dominierten bis dahin.

Kaum lief es dann mal besser im Angriff der Bills, schnappte sich Jaguars CB Aaron Colvin in athletischer Art und Weise eine Interception von Tyrod Taylor.

Ballbesitz Jaguars in der Hälfte der Bills. Punkte? Natürlich nicht – stattdessen wieder einmal ein Punt. Von der Bills 38, was einen 55 Yard Field Goal Versuch bedeutet hätte. Wollten sie aber nicht.

Die beiden Quarterbacks übten sich bei den raren Passversuchen darin, wer seine Receiver wohl weiter überwerfen kann.

Vor der Halbzeit kamen die Bills doch tatsächlich einmal in Richtung Endzone der Jaguars – durch Läufe des mobilen T-Mobile Tyrod Taylor und unterstützt von einer Strafe.

An der 1-Yard-Linie strandete jedoch dieser Drive. Das Ausspielen des 4. Versuchs wurde angetäuscht, aber natürlich nicht durchgeführt.

Tatsächlich sprangen die Jaguars dann beim anschließenden Field Goal Versuch. Outside Linebacker Carroll Phillips brachte den Bills 3 neue Versuche.

Am Ende kamen irgendwie 3 Punkte der Bills aufs Scoreboard. Ich weiß nicht, wie oft ich „Gott ist das schlecht“ ausgerufen habe. Am Samstag war wenigstens nur eine Mannschaft unterirdisch in Hälfte 1…

Anschließend nahm Jaguars QB Blake Bortles die Beine selbst in die Hand, und ermöglichte so noch einen 44 Yard Field Goal Versuch.

3:3 zur Halbzeitpause in einer Partie, die man besser vergessen sollte.

Und: Es wurde erst einmal nicht besser.

Festhalten: Es gab tatsächlich nach 98 Laufspielzügen in Folge noch einen Touchdown – und der wurde sogar noch per Pass von Blake Bortles zu TE Ben Koyack erzielt. Damit war nicht mehr zu rechnen. 10:3. Ein quasi unüberwindbarer Rückstand.

Am Schluss musste Tyrod Taylor noch mit einer offensichtlichen Gehirnerschütterung vom Feld und sein Vertreter Nathan Peterman, berühmt berüchtigt seit 5 Interceptions in einer Halbzeit gegen die Chargers in Woche 11, übernahm… Für genau 2 Spielzüge: Zunächst beging er vor einem drohenden Sack ein Intentional Grounding und beim 2. Pass holte sich CB Jalen Ramsey die obligatorische Interception.

Die Jaguars sind damit unverdient in der Divisional-Runde bei den Steelers zu Gast (die Titans bei den Patriots), die Bills scheiden verdient aus.

Das Spiel hatte wirklich keinen Sieger verdient, aber einer muss ja. Und nein: Es lag nicht nur an den starken Defenses, sondern vorwiegend an den grandios schlechten Offenses.

 


New Orleans Saints – Carolina Panthers 31:26

Die Teams hatten sich zunächst offensichtlich viel bei Partie 1 abgeschaut: Es gab nämlich Punts auf beiden Seiten, obwohl (zurecht) ein Highscoring Game erwartet worden war.

Anschließend konnte man aber tatsächlich Quarterback-Play, das den Namen auch verdient hatte, erkennen. Vor allem der MVP 2015, Panthers Quarterback Cam Newton, sorgte mit Läufen und Pässen für Raumgewinn der Panthers.

Punkte gab es trotzdem auch hier nicht: Zuerst ein Drop und dann verzog K Graham GaNoooooo seinen lächerlich kurzen Field Goal Versuch.

Viel besser machten es dann die Saints, die wohl darauf brannten, endlich aufs Feld zu dürfen.

Der zweite Spielzug ein weiter Pass auf den Ex-Panther WR Ted Ginn Jr., der den Safety stehen lässt und zum 80 Yard Touchdown verwandelt. 7:0 kurz vor Ende des 1. Viertels.

Die Panthers antworteten zumindest umgehend mit einem Field Goal, nachdem die Saints Verteidiger u.a. kurz den gar nicht mal so kleinen TE Greg Olsen übersehen hatten. 7:3 am Ende des 1. Viertels und gefühlt schon mehr Highlights als in Partie 1.

Die Saints überzeugten weiter mit ihrer Offense. Die eigentlich gute Panthers-Defense sah ein ums andere Mal nicht besonders gut aus und am Ende fand Drew Brees dann TE Josh Hill aus 9 Yards zum 14:3.

Den Panthers gelang auch noch ein schöner Drive, aber erneut wieder nur ein Field Goal zum 14:6. Ga-Noooo wurde wieder zu Ga-Yes!

Die Saints weiter mit Touchdowns – diesmal ein Run von Zach Line zum 21:6 – und die Panthers mit Field Goals: Gano verwandelte aus sagenhaft guten 58 Yards (gut – im Dome, aber trotzdem) zum 21:9 Halbzeitstand.

Auch nach dem Wechsel die Panthers mit einem schönen Drive – aber nahezu leeren Händen – sprich wieder nur einem Field Goal. 21:12.

Will Lutz, Kicker der Saints und bis dahin nur bei Extrapunkten zu sehen, wollte das Field Goal Festival nicht nur Gano überlassen und trat aus ebenfalls sehr weiten 57 Yards erfolgreich an.

Gerade im direkten Vergleich zum Spiel davor eine überragende Partie.

Und es ging munter weiter: TE Greg Olsen fing in Bedrängnis einen Touchdownpass – nur noch 24:19 für die Saints.

Allerdings musste dann QB Cam Newton nach einem harten Hit von DT David Onyemata vom Feld – und Derek Anderson für einen Spielzug auflaufen. Der hätte prompt fast einen Pick-Six erworfen, aber der Ball fiel zum Glück für Carolina doch noch zu Boden.

Die Saints erhöhten nach erneut schönen Pässen durch einen kurzen Lauf von RB Alvin Kamara auf 31:19. Es sah nicht gut aus, auch wenn Cam Newton nach einer superkurzen „Untersuchung“ wieder aufs Feld kommen durfte.

Zumindest funktionierte der Quarterback-Instinkt noch ganz gut: Bei seinem 3. Pass fand er RB Christian McCaffrey, der aus 56 Yards übers komplette Feld marschierte. 31:26. Ein offener Schlagabtausch und das lange Aufbleiben absolut wert!

Die Saints mussten noch gut 4 Minuten von der Uhr spielen, um den Sieg zu sichern. Sie rannten dazu nicht nur stur in die Line, sondern streuten auch einen erfolgreichen Pass ein.

Trotzdem mussten sie mit dem Two-Minute-Warning den Ball wieder abgeben an die Panthers. Sie taten das nicht per Punt, sondern versuchten den 4. & 2 auszuspielen, was ich gut fand und immer noch finde. Der ansonsten starke Drew Brees jedoch mit einer Interception und schon hatte Cam Newton mit seiner Offense noch gut eine Minute Zeit – und nutzte die auch: Ein Pass auf Olsen, einer auf Clay und schon klopften sie an der RedZone der Saints an.

Im 2. Versuch kassierten die Saints eine Holding-Strafe, was zwar nur 5 Yards, aber eben darüberhinaus auch 4 neue Versuche brachte.

Cam Newton erlaubte sich ein Intentional Grounding und so gab es 3. & 23 mit 24 Sekunden auf der Uhr.

Die Spannung war zum Greifen.

Der erste Pass sah fangbar aus für WR Funchess, aber es kam auf den 4. Versuch an, als Funchess den Ball nicht kontrollieren konnte. Da wurde Newton zum letzten Mal gesacked – Spiel, Satz und Sieg Saints.

Die dürfen jetzt nach Minneapolis weiterreisen, wo sie sicher auch gerne drei Wochen später noch einmal vorbeischauen würden. Für die Panthers endet eine Saison, die nicht an die legendäre vor 2 Jahren anknüpfen konnte, aber um Welten besser war als die Spielzeit 2016.


TV-Kritik zum WildCard Sonntag

TV-Kritik #ranNFL Pro7

 

 

 

 

 

Zunächst durften wir der x-ten Premiere des Duos Carsten Spengemann und Roman Motzkus beiwohnen, gefolgt von Jan Stecker, Patrick Esume und Björn Werner zur 2. Partie.

Carsten Spengemann polarisierte wie immer. Das ein oder andere von ihm benutzte Wort hatte ich vermeintlich noch nie gehört, aber die Diskussionsgruppen kannte ich bereits – die kamen auch oft genug.

Roman Motzkus gerne mal wieder mit Namen, die nah dran sind an denen der Spieler, aber fachlich und statistisch war er wie immer top.

Was mich wie viele überrascht hat, war der Fußballwerbeteil in der Halbzeitpause. Mir ja generell egal, was Pro7 Maxx zwischen den NFL-Übertragungen so zeigt (Programmplatz 191) , aber dass man gerade Fußball bewirbt, wundert doch.

Der „flotte Dreier“ bei der zweiten Partie mit Stecker, Esume und Werner klappte tatsächlich ganz gut. Nachdem Björn Werner sich sowieso nicht allzu oft in den Vordergrund drängt, funktionierte das ganz gut mit dem Zusammenspiel.

Ein paar Aussprachen waren auch hier das ein oder andere Mal knapp daneben (sagt der Mann, der für das Video unten 23 Anläufe brauchte): „Däpp“, „Küchli“ und einige mehr begeisterten mich.

Außer neuerfundenen Zahlen konnte Björn Werner darüber hinaus noch mit Fach- bzw. Insiderwissen aufwarten – mir gefiel die 3er Kombi wie erwähnt sehr gut.

 

 

 

 

 

Held des WildCard Sonntag

Drew Brees, QB, New Orleans Saints

23 von 31 Pässen angebracht für 376 Yards, 2 TD / 1 INT

Ich gönne es kaum einem Quarterback mehr als Drew Brees, der auf und neben dem Platz ein absolutes Vorbild ist. Auch im biblischen Alter von 39 – zweitältester Starter hinter Tom Brady in der Liga – überzeugte er wieder einmal.

Brees haute einen weiten Pass nach dem anderen heraus und fand immer wieder seine Receiver. Gerade im Vergleich zu den gefühlt halb so alten Bortles und Taylor im Spiel vorher lagen da Welten.

 


 

Verlierer des WildCard Sonntag

Der Offensivfootball und seine Fans bei Jax-Bills

Gestern Chiefs – Titans war schon des Öfteren schwere Kost, aber ich habe lange überlegt, ob ich schon mal ein schlechteres Playoff-Spiel (nein) oder überhaupt Footballspiel (bestimmt, nur schon verdrängt) gesehen habe.

Pro7 Maxx hätte vermutlich nur ein Hundertstel Zuschauer, wenn das immer so ablaufen würde und ich bin froh, dass das Spiel durch ist.


 

Das Twitteruniversum

Und zu OJs Gastauftritt beim Tailgating noch das passende „The Juice is loose“ T-Shirt, das auf die White Bronco Verfolgungsfahrt anspielt. Ich lachte Tränen.

Schon allein das Vorschaubild hier ist genial – eine echte #Bromance.

Trotzdem: One and done in the playoffs – wie wohl zu erwarten war.


Wenn einem die Namen eines Schiedsrichters geläufig sind, dann entweder weil sie hervorstechende Merkmale haben (Ed Hochulis Oberarme), irgendwo eine größere Geschichte bekannt wurde (Gene Steratore bei mmqb.si.com vor Jahren) … Oder er einfach nur schlecht ist. Der Tweet von Don Banks läßt erahnen, in welche Kategorie Jeff Triplette gehört.


Ich hatte ja nach den Tipps von Roman Motzkus, die er für den Twitterfeed des RANDBREITENverlag aufgenommen hatte, meine eigenen (Wett-) Tipps online gestellt:

Der Zwischenstand nach den ersten beiden Spielen:

Touchdown Titans RB Derrick Henry (Quote: 2,37)

Touchdown Rams RB Todd Gurley (Quote: 1,40)

Henry lief zwar vor allem in der 2. Hälfte überragend, aber es dauerte doch relativ lang bis zum Touchdown. Bei Gurley klappte das leider nicht – persönlich hatte ich das für die sicherste Wette gehalten, wenn sich Gurley nicht verletzt (was nicht der Fall war).

Heute fiberte ich dann noch hier mit:

Defensive oder Special Teams Touchdown bei Jaguars – Bills (Quote 2,75)

Ich hätte wohl besser getippt, dass es insgesamt nur 1 Touchdown gibt. Hätte ich aber so nie erwartet.

3 Scores eines Teams in Folge bei Saints – Panthers (Quote 1,40)

Ungefähr achtmal punktete die gleiche Mannschaft zweimal in Folge, aber eben keine dreimal. Trotzdem ein geniales Spiel!

Die Bilanz ist also mehr als ausbaubar nächste Woche – dann vielleicht sogar „live“ vom #rangrilleninMUC.


Letzer Punkt: Macht noch mit beim Gewinnspiel (es gibt zwei Bücher Collegefootball 1-0-1 von Nils Müller zu gewinnen) und retweeted einfach diesen Tweet bis Montagnacht (Ihr müsst nur Follower sein)!

Viel Erfolg!

Damit sind die WildCard – Games durch und wir freuen uns auf die sogenannten Divisionals, wenn auch die Top4 Teams wieder ins Geschehen eingreifen. Bis dahin!

Zu guter Letzt: Wie fast immer schönen Dank an @kein_sitzmoebel vom RANDBREITENverlag fürs Korrekturlesen!