Donnerstag, Februar 29, 2024
Season

Woche 4 mit dem London-Spiel #1 und Atlanta – Carolina

Vorwort London

Die NFL ist wieder einmal zurück in London bzw. im Wembley Stadion für ihre „International Series“ – sehr zur Begeisterung der europäischen und vor allem der deutschen NFL-Fans.

In Amerika? Herrscht nicht ganz so viel Begeisterung: an der Westküste beginnt das Spiel um 06:30 Uhr morgens. Jetzt sind die Familiensituationen dort sowieso schon Belastungen ausgesetzt, weil die „normalen“ Spiele bereits um 10:00 Uhr am Vormittag losgehen. Verständlich, dass nicht jede Ehefrau begeistert ist, wenn der Gatte den kompletten Tag vor dem TV verbringt. Aber: nicht unser Problem.

Wenn die NFL der Meinung ist, dass man so noch mehr Geld scheffelt – und wir können ehrlich sein: das ist der einzige Grund – dann bitte.

Ich war bislang bei 7 London-Spielen und hab es nie bereut (die zwei Kolumnen des Vorjahres – quasi mein Reisetagebuch gibts hier: London – Samstag). Allein der Moment, wenn geschätzt 40.000 bei „God Save The Queen“ mitsingen (der Rest ist nicht-Brite und kann den Text nicht), ist fantastisch. Ich hab hier einen kurzen Clip vom Vorjahr nochmal bei YouTube hochgeladen:

Ein Gänsehautmoment sondersgleichen und fast schon allein den Flug wert.

Die frühe Anstoßzeit ist auch der Grund, warum #ranNFL bei Pro7 Maxx diesmal drei Spiele und um die 11 Stunden Football umfasst. Die Kolumne hier beinhaltet die Spiele 1 und 2, das 3. wird fehlen. Ich muss Montag morgens einen 10 km Lauf absolvieren und im Fall des Verlierens (diesmal wahrscheinlich, da mein Cousin und Bruder mal trainiert haben im Gegensatz zu mir) wird ein Essen fällig. Schlimm genug, dass ich unfit bin – da darf nicht auch noch unausgeschlafen dazukommen.

Spielbericht Jaguars – Colts

Die London Jaguars (wie von Bence und mir im LTF Podcast #160 – Woche 4 Vorschau  angesprochen) zurück in der Brexit-Hauptstadt, die nicht nur nach Meinung von Jack The Ripper immer eine Reise wert ist:

Nach je einem Drive auf beiden Seiten kam im 3. Versuch der Colts das erste Highlight – allerdings für die Jax: Luck sieht eine schwarze Wand auf sich zukommen und beim Wurf wird der Ball nach oben geschlagen. Dante Fowler schnappt den Ball aus der Luft und kann gerade noch getackelt werden an der 20 der Colts.

Die Folge: der erste Touchdown der Jaguars, erzielt durch WR Allen Robinson Mitte des 1. Viertels.

Die Colts konterten mit einem Field Goal zum 3:7 durch Adam Vinatieri aus 53 Yards und einem zweiten später aus 49 Yards zum 6:7. Das ist der alte Mann im Tweet von Björn Hesse rechts oben. Sieht aus wie mein 67 Jahre alter Vater (nicht Kollege Björn, sondern Adam), aber wenn man bedenkt, dass er schon Super Bowls vor 15 Jahren entschieden hat, erklärts das:

Nicht so richtig der Reißer das Spiel, aber das ist man ja aus London gewohnt. Das schlechteste Game war übrigens anerkannterweise das Auftaktspiel der Giants gegen die Dolphins damals. Ein unvergessliches 10:6 im Regen. Zum Glück war ich damals gleichzeitig bei Jaguars @ Buccaneers im sonnigen Florida.

Zurück zu diesem Spiel: die Jaguars holten gut 4 Minuten vor der Halbzeit  mit einem Zone-Read-Spielzug (danke Björn Werner) die 14:6 Führung. Blake Bortles täuschte die Übergabe an den Running Back an, entschloss sich aber dann selbst erfolgreich zu laufen.

Mit auslaufender Uhr legten die Jax noch ein kurzes Field Goal zur 17:6 Halbzeitführung drauf und gleich nach der Pause noch eines zum 20:6. Nicht viel zu sehen von Lucks Colts bis dahin. Aber Björn Werner versprühte noch Optimismus (gerade in dem Moment, als man einen ratlosen Owener Irsay sah).

Und prompt das Highlight mit einem fast-Sack an Luck, der gedreht wurde und TE Allen für einen weiten Pass fand… allerdings wurde nach Ansicht des Replays festgestellt, dass das Knie von Luck am Boden war. Ergo: weiterhin keine Highlights für die Colts.

Dafür gibts Highlight-Bilder von Lothar Koethe aus dem Stadion:

Zu Beginn des letzten Viertels kamen die Colts endlich zu ihrem ersten Touchdown: nach einer Pass Interference Strafe gabs 1st Down an der 1 und Frank Gore verwandelte per Lauf zum 13:23.

Die Colts erkannten, dass durchaus noch ein Sieg drin ist – und erhöhten das Tempo. Nach gefühlt 10 Minuten an der Tür zur Endzone fand Luck dann TY Hilton und die Colts verkürzten auf 20:23. Frank Buschmann konnte endlich rumschreien.

Nach einem Pass von Bortles auf Hurns wars gleich nochmal soweit (lautstärketechnisch). Die Jaguars machten wieder ein two-score Game draus (30:20).

Aufgegeben hatten sich die Colts aber noch nicht und erzielten gut 3 Minuten vor dem Ende durch einen weiten Touchdownpass von Luck auf Dorsett gleich die nächsten 7 Punkte zum 27:30.

Die Defense der Colts war gefragt – und antwortete (endlich). EIn schneller Stop und Luck hatte noch gut 2 Minuten Zeit. Das klappte kurzzeitig gut, aber dann musste ein 4. Versuch und 1 her – und misslang, weil man sich unerklärlicherweise zu einem Pass entschlossen hatte.

Die Jaguars spielten es mehr oder weniger souverän herunter und gewannen insgesamt verdient mit 30:27 in einem zumindest im letzten Viertel ansehnlichen Spiel.

Beide Teams jetzt mit einer 1-3 Bilanz, was so wohl in beiden Fällen vor der Saison nicht erwartet worden war.

Spielbericht Falcons – Panthers

Auch hier wieder eine kürzere Version: Die Panthers um ex-MVP Super…ähem Batman? Cam Newton starteten und kamen nicht wirklich weit.

https://twitter.com/DerJulian/status/782638998925836289

Besser machten es gleich die Falcons: ein weiter Lauf von Matt Ryan und am Ende ein Touchdownpass auf TE Jacob Tamme zur frühen 7:0 Heimführung. Ein Auftakt nach Maß für die Falcons.

Die Defense hielt zum zweiten Mal gegen die Panthers, was angesichts der bisherigen Spiele Atlantas wirklich verwunderte. Dafür drehte Matt Ryan groß auf und am Ende stands durch einen Run von Coleman gleich 14:0 für die Falcons.

Sehr unerwartet für mich, aber das Spiel war ja noch lang. Laut Roman Motzkus im 10. Trip in die Red Zone der 10. Touchdown. Saubere Bilanz.

Carolina weiter offensiv ohne konkreten Plan; die Special Teams überzeugten gerade bei den Punts, aber wenn die Defense dann keine Antwort hat auf Atlantas Offense, dann bringt das auch wenig. Wieder einmal wird man sich fragen lassen müssen, warum man Josh Norman hergeschenkt hat vor der Saison.

Kaum geschrieben, schon erzielte Strong Safety Kurt Coleman einen Pick Six Interception Touchdown. Die Defense brachte Carolina zurück.

https://twitter.com/ToLuKiLi74/status/782639778223296512

Um dann aber gleich wieder eine geistige Auszeit zu nehmen: bei 3. & 20 ließen sie den nahezu unbekannten (Vorsicht: Ironie!) Wide Receiver Julio Jones für einen weiten Pass offen. Unverständlich (nochmal: Stichwort Josh Norman). Ein Field Goal später stands 17:7. Mit einem Panthers Field Goal und 17:10 gings in die Pause.

Bislang traf der Tweet vom Preusslers Ernst absolut zu:

Auch nicht die Defense der Panthers. Die Passverteidigung war absolut indiskutabel: Julio Jones mit gefühlt 436 Yards in Hälfte 1 und so gings auch weiter.

Irgendwo sitzt (spielt) Josh Norman und lacht schallend.

Der nächste weite Passing Touchdown folgte auf Austin Hooper. Den Ball hätte wohl auch ich verwandelt. In dem Stil gings weiter. Die Panthers D hatte kein bißchen mehr mit der von der Vorsaison gemeinsam.

In der Form könnte es ihnen wie so vielen Super Bowl Verlierern gehen, die im Folgejahr nicht mal mehr in die Playoffs kommen. 216 Yards nach 3 Vierteln.

Mit einem weiteren Passing Touchdown stellten die Falcons auf 31:10 und im Fortgang per Field Goal auf 34:10.

Cam Newton brachte dann doch noch einen Touchdownpass auf Kelvin Benjamin zusammen und sie versuchten, den 2 Punkt Versuch. Dabei schien Newton locker in die Endzone zu joggen und wurde dann noch hart getackelt, weil er es mit seiner Überheblichkeit etwas übertrieben hatte (18:34). Schmi-So und Motzkus eskalierten zurecht. Irgendwie gelangs trotzdem, aber durch den Aufprall musste er in der Kabine untersucht werden.

Mit dem Backup Derek Anderson (hatte 1 (!) gute Saison für Browns damals) liefs zumindest nicht schlechter: TE Greg Olsen mit Touchdown und prompt auch gleich noch einer Two Point Conversion zum 34:26.

Allerdings entschied dann Julio Jones – wer sonst – die Partie endgültig. Ein Pass wurde von ihm zu einem 75 Yard Touchdown verwandelt. 300 Yards !

Carolina fand durch Derek Anderson noch WR Corey Brown und verkürzte knapp 2 Minuten vor dem Ende auf 33:41. Die Falcons nahmen etwas Zeit von der Uhr und die Panthers hatten sogar noch einmal mit 01:30 auf der Uhr die Chance zum Ausgleich.

Derek Anderson sorgte auch prompt für den Touchdown – allerdings auf der falschen Seite. Ein Pick Six führte zum 48:33 Endstand.

Wahnsinnsleistung und ein hochverdienter Falcons Sieg, die jetzt bei 3-1 stehen. Genau andersrum steht es bei den Panthers die jetzt gegen Tampa Bay zu Hause und in New Orleans gewinnen müssen, um den Kontakt zu den Playoff-Plätzen nicht zu verlieren.

Die TV-Kritik

 

 

 

 

 

Aus London meldeten sich Frank Buschmann, Patrick Esume und der momentan arbeitssuchende Björn Werner (der laut einer sicheren Quelle von der gleichen Firma gemanaged wird wie Buschmann).

Los ging es aber mit einem Nasenbruch von „Fanreporter“ Max. Musste ja früher oder später passieren bei seinen grenzwertigen Aktionen. Ein Rugbyspieler rumpelte Max in seinem Footballei um. Ich sage jetzt nicht, dass er das verdient und herausgefordert hatte. Ich sag aber auch nicht, dass es nicht so war 🙂

Jetzt war ich wie erwähnt schon ein paar Mal in London, aber ein Krankenhaus musste ich zumindest noch nicht von innen sehen. Für die Übertragung war er aber wieder fit (Hurra ???).

Werner diesmal im Gegensatz zu seinen nahezu schwachsinnigen Aussagen vor Super Bowl 49 (die Kommentare zu #DeflateGate seh ich als Patriots-Anhänger total objektiv) durchaus informativ. Wusste zum Beispiel nicht, dass am Rückflug auf jeden Fall gesoffen wird. Wieder was gelernt.

Ich hatte aufgrund des nahenden Spielbeginns schon befürchtet, dass die Hymnen nicht mit übertragen werden, aber sowohl die amerikanische von Noah Stewart vorgetragen, als auch die englische von ihr (Laura Wright – Danke Elmo!) wurden gezeigt und waren einwandfrei:

 

 

 

 

 

 

Ansonsten die Combo Buschmann und Esume wie zuletzt gewohnt: der Fokus liegt auf Unterhaltungssendung und erst in zweiter Linie auf Sportübertragung. Das kann man mögen, muss es aber nicht. Meine Lieblingscombo ist es jedenfalls nicht (mehr). Die #ranNFL – Gemeinde spaltet Buschi jedenfalls: viel Kritik, aber auch genug Verteidiger – jedem das Seine.

Mittlerweile dürfte Patrick Esume bei Anblick seiner Timeline wissen, dass es auch 5-Euro-Münzen gibt. Soll noch einer sagen, so eine Übertragung bringt nix:

Zudem viele Erklärungen, was ich angesichts der Uhrzeit diesmal auch absolut in Ordnung finde (im Gegensatz zum Saisonauftakt nachts um 04:00 Uhr).

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Spiel 2 begleiteten dann Florian „Schmi-So“ Schmidt-Sommerfeld und Roman „Statistikgott“ Motzkus.

 

 

 

 

 

A propos Lieblingscombo…die beiden kommen meiner Idealbesetzung auf jeden Fall sehr nah. Dazu noch jemand wie Björn Werner heute, der gelegentlich aktuelles Spielerinfos einstreut und ich fänds perfekt.

Schmi-So eskaliert nur noch, wenns angebracht ist und Roman Motzkus ergänzt mit Footballfachwissen.

Für mich als Excelfan…war das ein Kompliment ?!

Schmi-So brachte dann bei einem einhändigen Catch von Jimmy Graham bei einer Schalte zum Seattle-Spiel die „Vakuumhände“ ins Gespräch. Auch noch nie gehört – gibt aber auch keinerlei Bilder bei Twitter davon. Seltsam. Allerdings auch nicht das einzige Mal, dass die Timeline #ranNFL in den letzten Wochen zu wünschen übrig gelassen hatte.

Dafür gabs gefühlt 1.000 Bilder von Roman Motzkus mit Lady Gaga Beinen, obwohl er vorher eindeutig dazu aufgefordert hatte, das nicht zu tun.

Brav, #ranNFL-Gemeinde 🙂 Einzig das Meisterwerk von @Arbeitskollege fehlte – der hatte leider grade keinen Rechner zur Verfügung.

Helden

 

 

 

 

 

Julio Jones, Wide Receiver, und Matt Ryan, Quarterback, Atlanta Falcons

Was für eine Kombination heute. Die Panthers D ein Schatten der Vorsaison und die beiden spielten, wie sie wollten. Kann mir nicht vorstellen, dass jemand, der beide im Fantasy Team hat, heute verlieren konnte.

Gefühlt jeder Ball kam an und wurde zu riesigem Raumgewinn getragen. Ein „Field Day“, wie es die Amis nennen.


Michael Crabtree, Wide Receiver, Oakland Raiders

Mit dem Mann verbindet mich eine Hassliebe – noch aus San Francisco Tagen (also er, nicht ich). Gefühlt hatte ich ihn jedes Jahr im Fantasyteam und er enttäuschte ein ums andere Mal.

Heute sorgter er mit gerade mal 88 Yards, aber eben 3 Touchdowns für den Sieg mehr oder weniger im Alleingang. Ein absolutes Karrierehighlight für ihn.


Versager

 

 

 

 

 

Cam Newton, Quarterback, Carolina Panthers

https://twitter.com/GONG_Panthers/status/782677134296899584

Natürlich kann man zu seiner Verteidigung anführen, dass er einen Touchdown erworfen hat. Und eine Two Point Conversion geschafft hat.

Trotzdem hat er ihnen das Spiel verloren. Das sah nie nach dem MVP des Vorjahres aus und die überhebliche Two Point Conversion tat ihr übriges.

Die Panthers mussten eigentlich in Atlanta gewinnen – aber in dem Zustand ging das nicht.

Ehrenlose Erwähnung: noch wesentlich schlechter war die „Passverteidigung“, die den Namen auch nicht ansatzweise verdient hat. Allerdings: so wie bei Siegen immer der Quarterback der Held ist, kriegt er hier bei der Niederlage auch den Großteil der Schuld. Dafür ist er auch der mit Abstand bestbezahlte Spieler.

Twitteruniversum

 

 

 

 

 

Ich hätte nix dagegen…aber denke eher, dass die ex-NFL Europe Städte in der engeren Auswahl sind. Also Berlin, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf, Schalke.


Eine der beliebtesten Beschwerden bei #ranNFL – nur diesmal etwas anders und live aus London:

Hat mir ein Schmunzeln entlockt, was nie verkehrt ist.


 

Jetzt gibt es noch Drew Brees an seiner alten Wirkungsstätte bei #ranNFL. Wäre interessant gewesen zu sehen, wie es ohne seine Schulterverletzung in der NFL weitergegangen wäre. Nur so kam er überhaupt auf den Free Agent Markt, die Dolphins winkten auf Rat ihrer Ärzte ab…und als Trostpflaster wurde es New Orleans. Da zum absoluten Volkshelden geworden (nach Hurricane Kathrina waren Helden gefragt und er ist unbestritten einer) und den Super Bowl gewonnen. Eine Wahnsinnsgeschichte find ich.