Samstag, Juli 13, 2024
Season

Schon Woche 10! Mit Panthers-Chiefs und Steelers-Cowboys

Prequel

Kinder, wie die Zeit vergeht. Schon wieder Woche 10! Das Rennen um die Playoffplätze nimmt Fahrt auf und auch die heute übertragenen Partien passen da gut rein (auch wenn die Cowboys da schon deutlich vor der NFC-Konkurrenz liegen).

Für die Kolumne gibts diesmal auf Leservorschlag eine kleine Neuerung:

Ich hab noch etwas gerätselt, ob ich die Schulnoten an meiner eigenen Erwartungshaltung festmachen oder rein „objektiv“ vergeben soll (letzteres ist natürlich Quatsch – wird immer „meine“ Benotung sein).

Damit heute die Weltpremiere der Kolumne mit Schulnoten!

Spielbericht Panthers – Chiefs

Der SuperBowl ist gefühlt schon eine Ewigkeit her und die hoch gehandelten Carolina Panthers enttäuschen zu Saisonbeginn. Langsam hat man sich wohl gefangen und versucht, den Rückstand auf die Playoffplätze aufzuholen.

Die Panthers eröffneten das Scoring mit einem Field Goal zum 3:0 im ersten Drive, nachdem man mit Cams Läufen und einigen Pässen in die Redzone gekommen war.

Nach vielen Punts auf beiden Seiten meldete sich Mitte des 2. Viertels Supercam zurück: der amtierende MVP wuchtete sich selbst zum 10:0 in die Endzone. Verdient, weil die Chiefs offensiv bislang nicht stattfanden.

Das änderte sich auch nicht grundlegend – außer, dass die Panthers auch noch mit einem weiten Pass auf Funchess das 17:0 kurz vor dem Two Minute Warning erzielten.

Positiv wurde es für die Chiefs erst, als man einen 4. Versuch an der Mittellinie verwandeln konnte. Allerdings regnete es danach Sacks für Alex Smith und lediglich ein Field Goal durch Cairo Santos aus 53 Yards. 3:17 zur Halbzeit und eine offensiv enttäuschende Leistung Kansas Citys.

Die wurde auch in der zweiten Hälfte nicht besser – lange gabs nur ein einziges Field Goal zum 6:17 zu vermelden. Dafür half dann im 4. Viertel die Defense mit einem Pick-6 von Eric Berry-also einer Interception, die zum Touchdown gelaufen wurde; zusammen mit dem erfolgreichen Zwei-Punkt-Versuch stands urplötzlich nur noch 14:17.

Mit einem Stop der in der zweiten Hälfte formidablen Defense der Chiefs und einem guten Return Mitte des letzten Viertels durfte Alex Smith an der Mittellinie starten. Er hatte in der Folge sogar die Chance zum Führungstouchdown, überwarf aber Travis Kelce. Stattdessen dann viereinhalb Minuten vor dem Ende der Ausgleich durch ein Santos Field Goal.

Der Spielverlauf absolut auf den Kopf gestellt. Nach 17:0 aus Panthers-Sicht jetzt 17 in Folge der Chiefs.

Die Chiefs stoppten erneut die Panthers und bekamen den Ball mit knapp 2 Minuten auf der Uhr zurück. Moneytime.

Hier stellten sie sich aber wieder an…und die Defense musste ein sagenhaftes Play auspacken: mit 20 Sekunden auf der Uhr riss Peters dem Wide Receiver Kelvin Benjamin den Ball aus den Händen und eroberte ihn. Unglaublich! Selten eine bessere Halbzeit einer Defense gesehen.

Cairos Santos verwandelte mit Eiswasser in der Blutbahn zum sensationellen 20:17 Sieg.

Die Chiefs halten ihren Playoffkurs (7-2), für die Panthers rücken die wohl in weite Ferne (3-6). Das wenn mir mal einer nach der ersten Hälfte gesagt hätte. Die motzige Pressekonferenz von Super Cam erspar ich uns mal.

 

Spielbericht Pittsburgh-Dallas

Das Feld sah großartig aus (nette Batman-Referenz Jon!) und absolut angemessen für den Klassiker:

Oft verspricht ein Spiel zwischen zwei namhaften Mannschaften sehr viel und enttäuscht dann. Nicht in dieser Partie: ein sensationell gutes Spiel mit Wendungen bis zum Schluss. Am Ende konnten die Dallas Cowboys mit 35:30 ihren achten Sieg in Folge einfahren und die Pittsburgh Steelers fallen auf eine Bilanz von 4-5 zurück.

Nachdem das hier knapper werden soll: die Cowboys überkamen einen frühen Rückstand nach einem Fumble von Dak Prescott und die letzten Minuten waren legendär:

Zunächst marschierten die Steelers übers Feld; die Cowboys Defense ließ dabei zu viel Freiraum in der Mitte des Felds. Als alle Welt mit einem Spike von Quarterback Roethlisberger rechnete, um die Uhr anzuhalten, warf er nach Antäuschen des Spikes zu Antonio Brown, der für die 30:29 Führung sorgte. Alle anderen Spieler hatten sich nicht bewegt.

Man fühlte sich an Dan Marino und vor allem Matthew Stafford 2013 erinnert, der den gleichen Spielzug ebenfalls gegen die Cowboys erfolgreich durchgeführt hatte.

Aber die Cowboys hatten ja noch Ezekiel Elliott. Der schaffte, nachdem die Cowboys in der letzten Minute das Feld schnell überbrückt hatten, einen 32 Yard Touchdownrun durch die Mitte. Der Schlusspunkt zum 35:30 Auswärtssieg beim Klassiker und die Worte hier können der wilden Schlussphase nicht gerecht werden.

Auf jeden Fall zwei Spiele, die wirklich Spaß gemacht haben!

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TV-Kritik

Wie oben „angedroht“ diesmal mit Schulnoten. Und zwar die alten von 1 – 6 (ja, ich bin schon so alt). Ich kann zwar tatsächlich auch mit dem 15er Punktesystem umgehen, aber wir wollen ja nicht übertreiben.

Die erste Partie diesmal mit Florian Schmidt-Sommerfeld und Patrick Esume.

SchmiSo begann gewohnt laut (bei der Interception auf Boston) und steigerte dies gegen Ende der Partie sogar noch. Da wars aufgrund des sensationellen Endes aber auch passender.

Zum Ende bemühte er den angestaubten Klassiker: „Wir haben ein Footballspiel, und was für eins!“

Mit seiner ersten Verlängerung wurde es nichts, dafür wortschöpfte er noch „granatös“. Wobei man hier drüber streiten kann, ob das eine positive oder negative Assoziation hat.

Note: 3-

Solide, aber sicher nicht sein bestes Spiel. Durfte sich darüber hinaus noch das ein oder andere Mal von Esume verbessern lassen.

Patrick Esume zog sich gleich zu Beginn den Unmut der gesammelten Seahawks-Fangemeinde zu, als er beim Voting der Spiele für nächste Woche ein bißchen gegen die Seahawks „hetzte“.

Positiv fand ich den Verzicht auf zu viele blöde Metaphern. Einige gabs trotzdem, aber die ständigen „langen Brote“ und „Lack gesoffen“ hat er sich diesmal zum Glück gespart.

Zwei Beispiele gibts hier:

Was diesmal wirklich wieder gut rüberkam und an seine Anfangstage bei #ranNFL erinnerte, waren seine auch für den „Laien“ verständlichen Erklärungen von Spielzügen.

Sowohl die Szene, als er SchmiSo korrigierte („das war ein designed play, weil…“), als auch die Aufschlüsselung eines Spielzugnamens war erste Klasse. Dazu eine Tackletechnik (Swim Move) verständlich rübergebracht – so stellt man sich das vor.

Note: 1-

Endlich wieder mal eine richtig gute Leistung von „Coach“ Esume. Bis auf Kleinigkeiten so wie ich mir einen Experten vorstelle. Das war zuletzt leider selten der Fall.

Gleich zu Beginn gabs die Ankündigung von Icke, dass diesmal das Publikum die Spiele kommende Woche mitbestimmen kann. Schöne Sache und vielleicht hilft es das Gemotze über die Wahl zu verhindern. Meine Stimmen waren prompt im Kasten -der Wahlausgang wird mir auf jeden Fall lieber sein, als der der Präsidentschaftswahl letzten Dienstag. Ist auf jeden Fall die Erfüllung von Ickes Traum – das hatten wir schon im Interview vor einem Jahr besprochen.

Allerdings gabs bei Twitter auch kaum mehr ein anderes Thema.Viel kreatives gab es dort nicht zu lesen – stattdessen die ein oder andere Vermutung, wie die Wahl manipuliert worden wäre. Was wohl technisch nicht soo schwierig gewesen wäre – andererseits seh ich jetzt nicht, warum man hier diesen Aufwand betreiben sollte. Lebensentscheidend ist diese Wahl sicher nicht.

Die Ergebnis des Wahlergebnisses zu später Stunde hatte Icke dann wohl als nettes Gimmick geplant – mit einem „Notar“ – aber er vermurkste das, indem er selbst das Ergebnis vorher bekanntgab.

War irgendwie sympathisch. Insgesamt tendenziell wieder zu wenig Icke und zu oft Werbung, aber das kennen wir ja. Allerdings halt auch ein Grund, warum die Twitterbegleitung stetig nachgelassen hat und vor allem weit weniger lustig ist als letzte Saison.

Note: 3

 


Spiel #2 kommentierten die beiden Mo’s, Uwe Morawe und Roman Motzkus.

Uwe Morawe polarisiert gefühlt mehr als die anderen Moderatoren. Vorab – ich bin auch kein Fan. Weder von seinen graphischen Vergleichen („zu viel Stierblut getrunken“, „Andy Reid sieht wie ein Tankstellenbesitzer aus“) noch von seinen moderationstechnischen Schwächen: bei Bell kamen seltsame Statistiken und bei der Verkündung einer Strafe durch den Schiedsrichter redete er über den Originalton.

Dann mal Positionen (Übergabe Safety / Linebacker vertauscht) oder Spieler und Nummern (Darrius Heyward-Bey) durcheinandergebracht. Alles etwas konfus und am wenigsten gefiel mir gleich zu Beginn die Dak Prescott Alkoholfahrt-Geschichte:

Mittlerweile hat Morawe es zumindest mal nachgeschlagen, nachdem er vor Wochen noch von einem Drogentest gesprochen hatte (und ich bei Twitter meckerte). Dafür bezeichnete er die Kontrolle jetzt als „reine Schikane“, weil Prescott letztendlich 0,00 Promille hatte.

Ich könnte berufsbedingt jetzt hier ein paar Ausführugen machen, warum das kompletter Schwachsinn ist, aber glaubts mir einfach. Morawe hat eine falsche Version der Geschichte zu einer anderen falschen Version gemacht.

Note: 4-

 

Roman Motzkus musste das ein oder andere Defizit des Manns neben ihm ausbügeln. Wie Experte Esume zuvor erklärte einige Spielzüge sehr gut und auch die Sprüche wurden nicht übertrieben. Eine Ausnahme gabs aber:

Ansonsten gabs die gewohnt guten Statistiken und beim wilden Ende des Spiels eine angemessene Eskalation.

Note: 2

 

Helden

QB Marcus Mariota, Tennessee Titans, 295 Yards – 4 TD

Die Zahlen allein sind noch nicht so spektakulär. Allerdings gelangen sie gegen ein Team aus Green Bay, das unbedingt gewinnen musste. Dafür waren sie dann richtig gut.

Mit 47:25 wurden die Packers empfindlich geschlagen und Mariota (oder Marioto, wie Roger Goodell ihn nennt) fand vier verschiedene Spieler für Touchdowns.

In einer alles andere als spektakulären AFC South stehen die Titans mit 5-5 jetzt richtig gut da und Mariota scheint seinen holprigen Start in die zweite Saison gut überwunden zu haben.

Versager

QB Jay Cutler, 16/30, 182 Yards, 1 TD / 2 INT / 1 Fumble

Die Bears stolpern dem Saisonende entgegen – mit Jay Cutler wieder am Steuer. Wenn man gegen die eigentlich ebenfalls harmlosen Tampa Bay Buccs dermaßen untergeht, dann ist die Suche nach dem Schuldigen schnell gestartet.

Jay Cutler mit einem typischen Tag im Büro für ihn: zwei Interceptions, zwei Fumbles und davon eines verloren. So gewinnt man nicht und ich bin gespannt, wo Cutler nächstes Jahr aufläuft.

Chicago halte ich für unwahrscheinlich.

Ein weiteres NFC North Team hätte auch gut gepasst:

Genauso wie auch noch die Vikings. Eigentlich alle außer den pausierenden Detroit Lions, wenn man sichs mal überlegt.

 

 

Twitteruniversum

Ernst war auch wieder unterwegs; eine gute Gelegenheit, seine Gastkolumne TV-Kritik der letzten Woche nochmal zu erwähnen

(Link)


 

Verändert hat er sich schon, aber Anhänger waren mir neu. „Extend the brand“ sagt der Ami und „Diversifikation“ der Banker. Hat ihm bestimmt ein Vermögensberater eingeredet…


 

Not coming to a drug test near you.


 

Danke fürs Dabeibleiben und bis zu Woche 11!