Dienstag, April 23, 2024
Season

Rex Ryan – ein Nachruf

Head Coach Entlassungen

Am Dienstag, 27.12.2016, endete die Ära Rex Ryan bei den Buffalo Bills nach nur 2 Saisons.

Ryan ist der mittlerweile dritte Coach, der noch vor Ende der Spielzeit gefeuert wird. Vor ihm mussten schon Jeff Fisher bei den St. Louis Los Angeles Rams und Gus Bradley bei den Jacksonville Jaguars vorzeitig ihre Koffer packen.

Zu viel Mitleid ist jeweils nicht angebracht: Gus Bradley hat für die Dauer seines Wirkens in Nordflorida die schlechteste Winning Percentage der NFL-Geschichte gesammelt.

Jeff Fisher hat objektiv viel Talent verpflichtet (bekommen) – der RG3 Draftpick Trade hatte einigen Anteil daran – und dafür wenig Erfolg aufs Feld gebracht.

Beide wurden hervorragend kompensiert und NFL-Head Coach Verträge sind komplett garantiert, so dass sie jetzt bezahlten Urlaub haben. Anders sieht es bei den unzähligen Assistenten aus, die nicht so viel Glück und Salär haben.

Sexy Rexy

Bei Rex Ryan tut es mir dagegen leid – aus purem Eigennutz: wenn Ryan etwas geschafft hat, dann zu unterhalten. Er sprühte immer vor Selbstbewusstsein, auch wenn die Situation objektiv betrachtet aussichtslos war.

Dazu provozierte er Patriots Coach Bill Belichik gerne und schaffte es, dass seine Teams öfter gut gegen das Überteam der AFC East aussahen – sowohl als er noch bei den Jets war, als auch mit den Bills.

Überragend fand ich seine Aktion beim sogenannten Conference Call der Presse mit Julian Edelman:

Kann man sich irgendeinen anderen Coach vorstellen, der so etwas macht?

Und schadet das irgend jemand?

Nein und nein – und gerade deswegen finde ich so etwas überragend. Aktionen dieser Art gab es in seiner Karriere immer wieder und sie sorgen in einer stromlinienförmigen NFL für gelungene Abwechslung.

Ambitionen

Was ihm jetzt wohl letztendlich zum Verhängnis wurde, waren seine gewohnt vollmundigen Versprechungen: gerne den Super Bowl, aber auf jeden Fall die Playoffs sollten es schon sein in Buffalo.

Das gelang im letzten Jahr mit einer 8-8 Bilanz genauso wenig wie in diesem Jahr mit einem aktuell 7-8 Record.

Dazu hatte er vor der Saison seinen zuletzt mehrfach gescheiterten Bruder Rob Ryan als Defensive Coordinator verpflichten lassen…und nach wenigen Wochen in der Saison OC Greg Roman entlassen lassen.

Beides natürlich nicht unumstritten und so wurde die von ihm sowieso schon hoch gesteckte Erwartungshaltung noch weiter gesteigert.

Das Ende

Rex Ryan war als defensiver „Mastermind“ gelobt worden. Das gelang bei den Jets noch ganz gut, in Buffalo klappte dies mehr oder weniger gar nicht. Aber seinen Bruder wollte er aus nachvollziehbaren Gründen auch nicht feuern.

Owner Terry Peligula nannte vor allem das Verfehlen der Ziele als Grund. „Natürlich ist so ein Schritt immer schwer…aber wir arbeiten weiter daran eine Meisterschaft nach Western New York zu bringen.“

GM Doug Whaley kann jetzt also umgehend die Suche nach einem neuen Head Coach beginnen. Der wird sicher langweiliger als sein Vorgänger – und irgendwie kann man sich auch nicht so richtig vorstellen, dass es sportlich plötzlich steil bergauf geht.

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Der Ausblick

Ich vermute, dass er wohl keinen Head Coaching Job in nächster Zukunft mehr bekommt. Bereits nach seinem Ende bei den Jets war spekuliert worden, ob er nicht zum Fernsehen wechselt.

Das kann ich mir auch wesentlich eher vorstellen, als den Rückschritt auf einen Coordinator-Posten (den er sehr erfolgreich bei den Baltimore Ravens hatte). Für letzteres ist er zu „outspoken“ und selbst zu ehrgeizig.

Freuen wir uns also auf Rex Ryan in irgendeinem Expertenteam (die würden ihn alle nehmen) und da gerade Mittagszeit ist, enden wir mit einem typischen Rex-Zitat:

„Let’s eat a goddamn snack!“

(Das ist aus der Jets-Season von #HardKnocks – wer z.B. den GamePass hat, sollte sich die interessanteste aller Staffeln auf jeden Fall reinziehen)