Donnerstag, April 30, 2026
Reiseberichte

PITT26 – Day #3-5 Draft und viele Freunde

Das wird jetzt der Versuch, die herausragenden Tage in Pittsburgh in nicht allzu viele Worte zu fassen.

Spoiler: Es wird nicht gelingen.

Pittsburgh hat definitiv abgeliefert. Das von vielen Untergangspropheten herbeigesehnte Verkehrschaos blieb aus; ich bin vermutlich ein Sonderfall, weil ich einen Medienparkausweis ca. 500m vom Stadion entfernt hatte und an allen Tagen – äußerst frühzeitig – ohne jegliche Probleme anfahren konnte. Aber auch der Normalbesucher hatte dank extra eingerichteter Buslinien und der von Amerikanern sonst verhassten Bahn kaum Schwierigkeiten.

Und das, obwohl es wieder einmal – natürlich – einen Rekord gegeben hatte. Bei dem vorherigen – vor zwei Jahren in Detroit – durfte ich ja auch am Start sein.

 

Draft

Den sportlichen Part lasse ich weg. Ich halte nichts von Mock-Drafts (stimmen eh nie) und Draft-Grades, die bei genauerem Hinsehen zu diesem Zeitpunkt einfach Müll sind.  Und College kann ich zeitlich so gut wie nie unterbringen, so dass ich nur eine Handvoll Prospects auch „kenne“.

Die Begeisterung vor Ort war jedenfalls groß.

Was bei mir hängenbleibt:

Unglaublich viele und unglaublich nette Steelers-Fans.

Der deutsche Tight End Marlin Klein in der 2ten Runde – hervorragend!

Die grandiosen Auftritte der International Fans of the Year (danke an David / 49ers und Sascha / Steelers in dem Zusammenhang – gibts im nächsten HUDDLE).

Die Makai Lemon Story, der bereits mit den Steelers telefoniert hatte, als die Eagles zwei Plätze vor auf den Platz der Cowboys tradeten, um ihn zu schnappen:

Auch die zweite Story beinhaltet die Steelers, die Eli Heidenreich an #230 drafteten. Heidenreich spielte bei Navy und wuchs als Steelers-Fan auf. Geschichten, wie sie die NFL perfekt schreibt. Bei seinem Bad in der Menge stand ich dann ein paar Meter weiter – der Jubel war unglaublich.

 

Sideshow

Es gab wieder massig Mitmach-Aktionen, zwei würde ich gerne besonders herausheben, weil sie einerseits ungewöhnlich waren und andererseits viel Spaß bereitet haben:

Am Freitag gab es einen „Weltrekordversuch“ in Herz-Lungen-Wiederbelebung. Damar Hamlin, einst schon mit 1,5 Füßen über dem Jordan in Buffalo, konnte damals dank absolut kompetenter Ärzte vor Ort auf dem Feld wiederbelebt werden. Seitdem ist er das Aushängeschild und äußerst engagiert für die American Heart Association. Beim Draft versuchte man genug Leute für einen neuen Weltrekord in Herz-Lungen-Wiederbelebung fortzubilden. Der bisherige lag bei etwas über 3.000 Leuten, so viele waren es hier nicht.

Aber alle Umstehenden hatten sichtlich Spaß und es war für einen guten Zweck (ich darfs beruflich so oder so einmal im Jahr machen). Auf jeden Fall eine gute Geschichte!

Für den dritten Tag (also Samstag) hatte ich mich noch für einen 5.000m Lauf „Draft 5k“ angemeldet. Der startete um die Ecke des Drafts am Eingang des wunderschönen PNC Park der Pittsburgh Pirates. Zieleinlauf war vor der Draft Experience und es nahmen gut 3.000 Leute teil, wo ich definitiv zu den Älteren und am wenigsten Attraktiven gehörte. Ich hab den Lauf genossen und bin kein bisschen auf Tempo gelaufen (im Gegensatz zu Lukas aus der 49ers-Crew), dafür wars ne durchaus akzeptable Zeit.

Für 50 Dollar gabs am Ende ne Medaille und ein T-Shirt… das im Gegensatz zu allem anderen an mir noch nicht nass und kalt war. Den Regen hätte es nicht gebraucht, ansonsten hat es viel Spaß gemacht.

Essen

Die NFL hatte sich wieder einmal nicht lumpen lassen! An allen drei Tagen gab es herausragend gutes Catering. Vor allem Tag #2, als nur noch ein Zehntel der Leute vor Ort war, hatte ein Spitzenbuffet.

Im Nachgang habe ich gelesen, dass die überzähligen Essen von der Hilton-Gruppe gespendet wurden. Das will ich gerne glauben…

Patriotismus

Auch diesmal oder vielleicht – angesichts der politischen Zustände aktuell – gerade diesmal gab es an allen Ecken und Enden wieder sehr viel Patriotismus. Die glänzend vorgetragene Nationalhymne der Sängerin-Songwriterin Kels wurde mit einem Überflug von drei Osprey-Flugzeugen/Helikoptern und lautstarken „USA, USA“-Rufen beendet.

Am dritten Tag gab es wieder eine Vereidigung auf der Bühne: Ich weiß noch, dass ich bei der ersten am Draft live dabei war (ich meine Las Vegas 2022) und man sich damals nicht sicher war, ob das klappt und ankommt.

Tat es und seitdem ist es fester Bestandteil; ein absoluter Gänsehautmoment und in Deutschland undenkbar (das kann man jetzt gut oder schlecht finden – jeder darf seine Meinung dazu haben).

Vor allem eine Zeile des Eids gab mir persönlich live zu denken und tut es jetzt noch. Kann sich jetzt auch jeder überlegen, welche das wohl war.

Friends will be Friends

Auch wenn ich es normal nicht wirklich drauf anlege, ist es in den USA kaum möglich, aus so einer mehrtägigen Veranstaltung ohne neue Bekannt- und Freundschaften herauszukommen.

Das ging mit Matze, dem „German Packer“, und seinem Kumpel Daniel am Donnerstag los, Enrique – einem Sohn mexikanischer Einwanderer, der aufgrund einiger Trips Deutschland-Fan ist, weiter und endete mit den Angestellten der AmEx-Lounge, die mich ab Tag #1 als „kleinen Problemfall“ ins Herz geschlossen hatten. Die Superfans David, Sascha und Betina nicht zu vergessen.

Sehr viel supernetter Kontakt bei einer herausragenden Veranstaltung. Besser geht nicht.

Fazit

Ich glaube, besser wie in Pittsburgh geht es nicht. Und man kann von Roge denken, was man will, aber es ist sein Verdienst, dass der Draft damals auf Reisen ging. Sicherlich aus meiner Sicht eine seiner besten Ideen überhaupt.