Mittwoch, Februar 21, 2024
Offseason

Die NFL in Deutschland? Sicher?

Update 01.04.17:

Auch in diesem Jahr gibt es wieder Spiele in London…und keines in Deutschland. Zumindest hat man davon schon lange nichts mehr gehört.

In London finden insgesamt 4 Partien statt – je 2 in Twickenham und Wembley.

Auch Mexiko City bekommt nach dem „immensen Erfolg“ 2016 wieder ein Spiel: die Oakland und künftig Las Vegas Raiders tragen ihr attraktivstes Spiel 2017 gegen den Super Bowl Gewinner New England Patriots in Mexiko aus.

Deutschland geht leer aus. Wie auch die letzten Jahre. Die Prioritäten sind eindeutig verteilt und „wir“ spielen dabei offensichtlich nur die dritte Geige. Bestenfalls. Hängt also die Hoffnungen nicht allzu hoch, dass es in nächster Zeit etwas wird. Ich habe meine nahezu komplett aufgegeben.

 

Update 29.07.16:

Was für einen Unterschied ein Jahr macht: mittlerweile wissen wir, dass eben doch Mexiko City und nicht Deutschland zuerst den Zuschlag bekommen hat.

Es wird sogar ein Monday Night Game. Dafür schauen wir deutschen Zuschauer in die (#ranNFL-) Röhre. Sehr schade, aber vielleicht wollte man „das Produkt NFL“ noch ein Jahr wachsen lassen.
Und wie man in vielen Standorten schlechter Teams weiß: „es gibt immer noch nächstes Jahr!“

Update 24.11.15:

Die NFL wird 2016 vier Spiele in Europa austragen. Die ersten drei werden in London sein:

Jacksonville Jaguars – Indianapolis Colts 02.10.16, Wembley

St Louis Rams – gleichplatziertes NFC East Team, 23.10.16, Twickenham

Cincinnati Bengals – Washington, 30.10.16, Wembley

Das vierte Spiel wird laut NFL Insider Albert Breer entweder in Mexiko oder in Deutschland ausgetragen. Klang wesentlich mehr nach Deutschland in seinem Interview. Als Austragungsort sind Düsseldorf, Frankfurt, Berlin oder Hamburg genannt worden.

Update 12.10.15:

Laut NFL-Guru Peter King von mmqb.si.com soll im kommenden Jahr wohl ein Spiel in Mexiko und drei in London/Wembley ausgetragen werden. Ich hoff immer noch, dass es anders kommt, aber Peter King hat üblicherweise sehr gute Quellen.

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Und hier der Originaltext vom 08.10.15:

Sicher ist es noch nicht, dass die NFL ein Spiel der regulären Saison in Deutschland austrägt – aber die Wahrscheinlichkeit ist deutlich gestiegen.

Grund ist das Ergebnis der Eigentümerversammlung in New York am Mittwoch. Dort ging es hauptsächlich um zwei Themen:

1. Der Umzug eines oder mehrerer Teams nach Los Angeles

Die Eigentümer der Chargers, Rams und Raiders wollen (in den letzten beiden Fällen zurück) nach Los Angeles. Eine abschließende Entscheidung fällt wohl im Januar (das Jahr lass ich bewusst mal offen).

2. NFL-Spiele im Ausland

Von den amerikanischen Football-Fans gibt es hauptsächlich Gegenwind, noch mehr Spiele im Ausland auszutragen. Grund ist der Umstand, dass die Dauerkarteninhaber und heimischen Anhänger eines Vereins auf ein Heimspiel verzichten müssen. Bei sowieso nur 8 Heimspielen ohne Playoffs ist das ein großes Opfer (Preseason zähl ich nicht, weil da nur NFL draufsteht und nicht drin ist).

Im Basketball oder Eishockey mit jeweils 41 Heimspielen wäre das egal, aber so fallen gleich mal 12,5 % des Jahres flach. Beim Baseball mit über 80 Heimspielen wär es noch leichter für die Heimfans zu verkraften, aber die MLB interessiert hierzulande eh kaum jemand.

Dazu kommt der Umstand, dass ab und an gleich das attraktivste Spiel für London ausgewählt wird. So durfte ich z.B. 2012 die Patriots gegen die Rams in London sehen; für die Fans in St Louis ein Schlag ins Gesicht. Zugkräftige Teams wie die Steelers und 49ers waren auch schon mehrmals in Wembley zu Gast; alles Spiele, die auch in den USA für ausverkaufte Häuser gesorgt hätten.

Die Liga sieht das jedoch anders: der Markt in den USA ist, was Einschaltquoten und Geldeinnahmen angeht, sehr, sehr gut. Allerdings kann dieses Wachstum eben nicht ewig weitergehen – das Ende der Fahnenstange scheint langsam erreicht. In Europa und Mittel-/Südamerika sieht man jedoch zurecht noch viel Potenzial.

Commish Goodell kann es daher leicht in Kauf nehmen, dass die Spiele außerorts ein paar Fans zu Hause sauer aufstößt, wenn er dafür Millionen im Ausland dazugewinnt.

Er verkündete also am Mittwoch abend, was man hierzulande gerne hören wird: „Die Vereinbarung über die Ausrichtung von Spielen im Ausland wurde von ursprünglich bis zum Jahr 2016 jetzt bis zum Jahr  2025 verlängert.“

Zudem wurden schon im Vorfeld andere Länder durch Mark Waller, den für die „Auslandserweiterung“ zuständigen Vizepräsidenten der NFL, ins Spiel gebracht (im MMQB von Montag, 05.10.15): Deutschland, Mexiko und Brasilien wurden explizit angesprochen.

In Deutschland und Brasilien finden sich aufgrund der zurückliegenden Fußball-Weltmeisterschaften 2006 und 2014 hervorragende Stadien. In Mexiko herrscht hier noch Nachholbedarf. Brasilien wäre wohl als Austragungsort des Pro Bowl attraktiv (sehr gern, den brauchen wir wirklich nicht).

 

2.1 Mexiko

A propos Mexiko – da war doch mal was? Richtig! Bereits 2005 bestritt die NFL im Aztekenstadion von Mexiko City vor über 100.000 Zuschauern ein Spiel der regulären Saison zwischen den San Francisco 49ers und den Arizona Cardinals. Ich war damals zufällig im Urlaub in den USA und hab es dort live im TV angesehen.

Bei allen Bemühungen: im Nachhinein waren sich die beiden Teams und die Liga einig, dass dieser Versuch daneben ging. So richtig Schönreden wollte die Veranstaltung auch niemand. Das Pfeifen der wohl auch über 100.000 Tröten hab ich immer noch im Ohr.

Das war eigentlich auch eins der letzten Male, dass ich davon gehört habe, dass die NFL ernsthaft dorthin zurückkehren will.

Zunächst sah es so aus, dass Deutschland nach London die erste Anlaufstelle sein wird. Wenn man jetzt die diversen Statements – gerade von Mark Waller – liest, dann dürfte man davon ausgehen, dass zunächst Mexiko „bedient“ wird.

2.2 Deutschland

Meiner Meinung nach die naheliegendste Lösung. Vor ein paar Jahren hätte ich das Interesse hierzulande sowieso schon deutlich höher eingeschätzt als in London.

Gefühlt war gerade in den Anfangsjahren der Spiele in Wembly ein Großteil der Besucher aus Deutschland und mit den erfolgreichen Franchises der World League / NFL Europe / NFL Europa auch ein solides Fanfundament vorhanden.

Die NFL hat auch mehrfach betont, wie wichtig es war, dass die Spiele hierzulande jetzt im Free TV gezeigt werden und nicht nur ein Schattendasein im Bezahlfernsehen fristen.

Der logische nächste Schritt wäre ein Spiel in Deutschland.

Stadien gäbe es tatsächlich genug, die in Frage kommen. Ich vermute, dass man zuerst eine Stadt auswählt, die bereits NFL Europa Vergangenheit hat und von der Infrastruktur passt.

In Frage würden somit hauptsächlich Frankfurt, Hamburg, Berlin und Düsseldorf / Schalke kommen.

Ich persönlich würde Frankfurt bevorzugen, da es den größten Fanzulauf zu Galaxy-Zeiten hatte und es für mich am nähesten ist. Der NFL wird aber vermutlich der 2. Punkt relativ egal sein. Auf den Anruf, bei dem ich um meine Meinung gefragt werden, warte ich jedenfalls noch.

2.3 Der Fahrplan

Fest steht wohl, dass in der nächsten Saison auf jeden Fall wieder 3 Spiele in Wembley stattfinden – mit der Option auf 4. Eigentlich sollten dieses Jahr schon 4 ausgetragen werden, aber die zeitgleich stattfindende Rugby WM mit Spielen unter anderem in Wembley verhinderte dies.

Ab der Saison 2018 würde auch das neue Stadion der Tottenham Hotspurs genutzt werden können, was vieles vereinfachen und eine flexiblere Gestaltung ermöglichen würde. Ein entsprechender Vertrag wurde bereits in diesem Jahr unterzeichnet.

Das zusätzliche Abkommen hatte auch Spekulationen um die Installation eines kompletten Teams (Jaguars ?) in London befeuert, wobei hier noch einige Hürden zu überwinden sind (nicht nur, aber auch finanzieller Art – Salary Cap, höhere Lebenshaltungskosten, etc.).

In der Saison 2016 soll dann erstmals mindestens ein weiteres Spiel, außerhalb der USA und Englands, ausgetragen werden.

Das dürfte entweder Mexiko oder Deutschland werden. Mexiko würde ich persönlich nicht verstehen, aber ich kann Entscheidungen der Liga des Öfteren  nicht nachvollziehen.

Unter Umständen werden es auch zwei zusätzliche Spiele, aber dann im selben Land.

Sollte es 2016 nicht klappen, so dürfte 2017 aber mit einiger Sicherheit das Jahr sein, in dem wir auch in den Genuss eines Spiels kommen.

2.4 Prognose

Ich bleibe optimistisch: 2016 ist das erste Spiel in Deutschland. Mir will nicht in den Kopf, warum man Mexiko – nicht zuletzt dank den Erfahrungen 2005 – vorziehen würde. In Deutschland hat man positive Erfahrungen und hier sitzen potente Sponsoren.

Und mit Geld kennt man sich aus in der NFL.