Donnerstag, April 18, 2024
Reiseberichte

Betriebsausflug London Samstag

Mittlerweile sind wir nahezu Profis, was London-Trips angeht. Ist auch bereits das 6. oder 7. Mal, dass wir dem Lockruf der NFL-Sirenen nach England gefolgt sind. Daher können wir auch den ein oder anderen Tip geben. Wir starteten am Freitag morgen mit dem 1. Flieger um kurz nach 08:00 Uhr in Frankfurt.

Zu früh ist auch nix, weils dann schwierig wird, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen zu kommen. Allerdings mussten wir auch so um 04:00 Uhr aufstehen. Bäh. Dafür hat man halt noch genug vom Tag und ich konnte einen Touchdown der Steelers miterleben…der am Ende trotzdem nicht gereicht hat.

Rückwärts empfiehlt es sich, einen Flug am frühen Abend zu nehmen. Wir sind einmal früh zurück geflogen (beim 1. Mal), was dazu führte, dass wir eine Nacht mehr zahlen mussten, was in London eh nicht billig ist, und dann trotzdem um 03:00 Uhr aus den Federn durften. Ein einmaliger Fehler.

Beim 1. Trip in die Stadt fielen uns als Erstes goldene Football-Helme als Deko in einem Schaufenster auf. Hatten aber nichts mit der NFL zu tun, sondern sind Teil einer Sponsoring Offensive des (amerikanischen) Unternehmens Tommy Hilfiger. Der Verkäufer hat dann auch gleich erklärt, dass er damit gar nichts anfangen kann.

Überhaupt lässt sich wie in den Vorjahren nur mit geübtem Auge feststellen, dass die NFL zu Gast ist – von einigen Ecken mal abgesehen.

Das liegt sicher auch daran, dass die NFL zumindest am Samstag lediglich die 2. Geige auf der Insel spielte. Gleichzeitig ist nämlich die Rugby Weltmeisterschaft in und um London zu Gast. Samstag abend spielte im „Vorort“ Twickenham dabei England, die bisher wohl schon hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, gegen Australien und musste unbedingt gewinnen.

Ums kurz zu machen: England hats verkackt und die Enttäuschung – zumindest bei den Kommentatoren – war groß. Doch zurück zu „unserem“ Sport.

Fast zumindest. Vorher gabs noch einen Abstecher zu unserem Lieblingskaffeeröster mit dem Logo der gierigen Meerjungfrau nach Stratford. Dort gibts ein neues Shoppingcenter neben dem Olympiastadion von 2012 (soll mal einer sagen, dass Olympische Spiele nix bringen) und in der Starbucks-Filiale sind noch die Becher von einigen der Athleten, die damals dort einkehrten.
Leider wars wie immer zu voll, weswegen wir zu einem anderen Ableger wanderten – ganze 500m. Wenns von etwas in London genug gibt, dann sinds die grünen Kaffeehäuser. Wir werden wohl auch nie alle durch haben, da anscheinend stänig neue dazukommen.
Ich musste schon oft an die Szene bei den Simpsons denken, als in einer Mall nur noch Starbucks-Filialen waren. Demnächst hier…ein Starbucks (dank des Wunders Internet fand ich auch prompt das Bild dazu im Simpsonswiki).

 

Fan Party Trafalgar Square

Jetzt wirds aber wirklich Zeit für Football. Oder zumindest das Entertainment drumherum. Die NFL veranstaltet am Tag vor dem Spiel eine sogenannte „Fan-Rally“. Das soll für Aufmerksamkeit sorgen – kommen ja doch ein paar Tausend Fans zusammen – und ich werd den Verdacht nicht los, dass es wie immer bei der NFL auch ein paar Euro bringt.

Ort des Geschehens ist der Trafalgar Square, der an diesem Nachmittag fest in der Hand des ovalen Leders ist. Zumindest wenn man die Sicherheitskontrollen passiert hat, die mittlerweile selbst hier Standard sind.

Man darf dann in einer langen Schlange anstehen, die aber verglichen mit den Schlangen am Sonntag vor dem Spiel noch harmlos ist. Nach geschätzten 15-20 Minuten Wartezeit ist man auch schon dran. Angetan haben wir uns das nicht – einerseits sind wir ganz gut ausgestattet und andererseits sind die Preise selbst für deutsche NFL-Fan-Geschmäcker sehr gesalzen.

Eine normale Basecap für 25 Pfund kostet beim momentanen Umtauschkurs so gleich mal 33 Euro. Aber dafür durfte man ja dann auch ne ganze Weile anstehen.

Dann doch lieber bestellen – zum Beispiel über mein Banner hier bei Amazon. Dann kann ich mir vielleicht auch einen Rückflug leisten.

[amazon_link asins=’B01KXH8Y5M‘ template=’ProductAd‘ store=’wwwmeinenflde-21′ marketplace=’DE‘ link_id=’e8ca13ae-1968-11e7-8021-7b86181529ab‘]

 

Werbung aus.

Sobald wir uns von den Shops losreissen konnten, haben wir uns am schönen Wetter, den Fans nahezu aller Vereine und nochmal dem schönen Wetter erfreuen können. Es war zum Glück sonnig und so gar nicht, wie man es von London erwarten könnte. Wobei wir dabei eigentlich nie enttäuscht wurden.
A propos Fans aller Vereine: auf dem Bild warens glaub ich 7 Teams. Was wir beim besten Willen nicht sahen, waren Fans der Jacksonville Jaguars und der St Louis Rams. Obwohl die Erstgenannten jedes Jahr hier spielen und 1. Anwärter auf ein fest in London installiertes Team sind. Die Feststellung sagt auch einiges über die Anziehungskraft des langweiligsten Vereins der Liga aus.

Schön war, dass noch nicht einmal gestänkert wurde – wie ich eigentlich fast nie negative Erfahrungen zwischen Fans mitbekommen habe in all den Jahren. Aber wir waren auch noch nie in Oakland oder Philadelphia…

Die „schönsten“ Fans der beiden Mannschaften hab ich in der kurzen Bildergalerie:

Die Veranstaltung selbst dauerte 3 Stunden. Oder hätte gedauert, wenn man die komplette Zeit bleibt. Keine Ahnung, wie viele das gemacht haben, aber wir hatten auch noch andere Programmpunkte.

In unserem Teil waren die ehemaligen WR der Dolphins aus den 80ern, Mark Duper und Mark Clayton zu Gast. Moderator des Ganzen war Neil Reynolds, der dies gewohnt souverän erledigte. Erstaunlich lustig war Osi Umenyiora, der ehemalige Giants Defensive End, der von der NFL jetzt einen Job als „Europagesandter“ zugeschanzt bekommen hat. Konnte mich gar nicht daran erinnern, dass der vorher schon mal unterhaltsam gewesen wäre, aber hier zeigte er durchaus Humor.

Außerdem tauchte noch Dan „The Man“ Marino auf, der legendäre Dolphins Quarterback vergangener Zeiten, und RB Curtis Martin, der lange bei den Jets für Furore sorgte.

Eine kurzweilige Veranstaltung mit Interviews und Musik, die man ruhig mal besuchen kann, wenns ins Programm passt.

 

 

 

 

Die Fahnen hängen bereits für das nächste Spiel Ende Oktober. Dann wird auch wieder die Regent Street komplett gesperrt. Mich würde brennend interessieren, was die NFL sich das kosten lässt. Aber sie habens ja.

Morgen gibts dann mehr Merchandising vor dem Stadion, eine Hymne mit Gänsehaut im Stadion und hoffentlich ein gutes Spiel mit dem richtigen Sieger – einer meiner Premiumtipps.

Und die Kolumne ebenfalls morgen abend. Der TV ist bereit und der Cidre steht im Kühlschrank. Bis morgen…