Die Conference Championships

Die Conference Championships standen an – quasi die Halbfinals (Footballfans dürfen jetzt aufstöhnen) der NFL. Danach gibts nur noch den sportlich wertlosen Pro Bowl, auf den ich mich freue wie Sau, und eben den Super Bowl LIII in Atlanta (auch freu – freu).

Los ging es mit:

New Orleans Saints – Los Angeles Rams 23:26

Die Saints kamen wesentlich besser aus den Startlöchern, unterstützt von einem frenetischen Heimpublikum.

Trotzdem reichte es zunächst nur für drei Punkte von K Lutz, weil Ihr vierter Tight End einen absolut fangbaren Ball in der Endzone wieder fallen ließ.

Jared Goff ließ eine Interception folgen, was in der Folge zu drei weiteren Saints-Punkten führte. Er schien ebenso etwas überfordert wie RB Todd Gurley, der den Pass erst zur Interception abgefälscht hatte und kurze Zeit später einen wichtigen Pass nicht kontrollieren konnte.

Besser machte es Tight End Garrett Griffin, der durch Pass von Brees auf 13:0 erhöhte; die Rams, die einen Fake Punt an ihrer eigenen 30 mit einem Pass von Punter Hekker erfolgreich ausspielten, schafften dann endlich ein Field Goal zum 13:3, aber die Saints sahen in Hälfte 1 deutlich besser aus.

In den letzten zwei Minuten hatten die Rams noch einmal den Ball und holten das Optimum heraus: Ein weiter Pass, gefolgt von einem schnellen Run von Gurley und schon stand es 13:10 – mit der Aussicht auf ersten Ballbesitz für die Rams in Hälfte 2.

Aus dem Ballbesitz wurde aber nichts – im Gegensatz zum ersten der Saints: Backup QB / Returner / Special Teamer / Allesmöglichemacher Taysom Hill durfte im 3. Versuch auf 20:10 erhöhen.

Die Rams antworteten prompt mit einem weiten Lauf von WR Reynolds bis an die Endzone der Saints. TE Tyler Higbee vollstreckte zum 20:17.

Nach einem Stop der Rams-Defense hatten die Rams zum ersten Mal seit einiger Zeit die Chance zur Führung:

Allerding entschloss sich der üblicherweise mutige Rams Head Coach Sean McVay nur zu einem Field Goal im 4. Versuch mit einem halben Yard Entfernung. Das hat so richtig niemand verstanden.

Die gute Nachricht: Es war der Ausgleich.

Die schlechte Nachricht: Die Rams hätten ohne die Schiedsrichter den Ball nicht mehr bekommen:

RB Kamara blieb bei einem Tackle intelligent im Feld, ein weiter Pass auf Ted Ginn Jr gelang und die Saints hatten noch zwei Minuten Zeit für einen spielentscheidenden Score.

Die Rams bügelten dann aber WR Tommylee Lewis um, was zum Entsetzen aller nicht-Rams-Fans nicht geahndet wurde. Ein unglaublich schlechter nicht-Call, was bis auf die Refs jeder so sehen musste.

Es folgte zwar ein Field Goal zum 23:20, aber Los Angeles blieben so noch 1:41 Zeit.

Die glichen durch Greg „The Leg“ Zuerlein aus und konnten sich bei den Referees um den notorisch schlechten Bill Vinovich bedanken.

(Zum Glück hatte ich auf die Partie nicht gewettet, sonst wäre ich wohl durchgedreht).

Die Saints bekamen zumindest den Ball, aber als Drew Brees beim Pass getackelt wurde, lobbte er eine Bogenlampe, die von Rams Safety John Johnson abgefangen wurde.

Jared Goff brachte urplötzlich Pässe in höchster Bedrängnis an, aber es war erneut Kicker Greg Zuerlein, auf den es ankam: Er musste aus 57 Yards zum siegbringenden Kick antreten.

Saisonbestwert und dank ihm (und den Refs) fahren die Rams nach Atlanta.

Ich muss mich einlesen – bei den Saints hätte ich aus dem Stand mehr gewusst.

Und das Ligabüro hassen sie in New Orleans seit BountyGate abgrundtief. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vinovich und Co noch einmal einen Fuß nach New Orleans setzen können.

 

Kansas City Chiefs – New England Patriots 31:37

 

Emperor Belichick erwischte mit seinen Patriots den wesentlich besseren Start: Der erste Drive gleich ein Touchdown durch einen Lauf von Sony Michel und ein schneller Stop der Defense.

Aber sie sind ja auch jedes Mal hier in den Conference Championships am Start (zum achten Mal in Folge!); die Chiefs dagegen erstmals seit Joe Montana Anfang der 90er wieder. Klar, dass man da aufgeregt ist…

Dann zeigte Tom Brady jedoch Nerven: Im 3. Versuch hob er den Ball aus 0,5 Yards (ein Sneak hätte mir einen mittleren dreistelligen Betrag gebracht bei minimalem Einsatz) in Richtung Rob Gronkowski über die O-Line. Allerdings übersah er ungefähr drei Chiefs-Defender dazwischen, so dass es eine mühelose Interception wurde.

Lange gab es keine Punkte mehr – bis Tom Brady direkt vor der Pause seinen WR Philip Dorsett in der Endzone noch zum 14:0 fand. Bis dahin eine relativ problemlose Partie für New England.

Die Chiefs mussten offensiv endlich etwas zeigen – und taten dies auch: Im ersten Drive nach der Pause fand Pat Mahomes seinen WR Sammy Watkins für einen 54 Yard Pass und TE Travis Kelce vollendete aus 12 Yards zum 7:14 Anschluss.

Den Patriots gelang im dritten Quarter noch ein Field Goal und Pat Mahomes ließ jetzt ab und an „seine Magic“ mit Sidearm- und sonstigen Würfen aufblitzen.

Mit dem zweiten Pass des Schlussviertels fand Mahomes dann RB Damien Williams für einen seiner drei Touchdowns und schon waren es nur noch drei Punkte Rückstand.

Die Pats marschierten übers Feld, bis sie einen 4. Versuch (& 1) an der Redzone der Chiefs ausspielen wollten.

RB Rex Burkhead (wo waren der Brady-Sneak oder Sony Michel?) sprang zu früh und zu kurz und damit erfolglos. Das Momentum neigte sich in Richtung Chiefs.

Die Patriots stoppten sie zwar schnell, aber anschließend muffte Edelman den Punt – falls er ihn berührt hat. Das war absolut diskutabel.

Die Refs entschieden pro-Edelman und bügelten so seinen Fehler aus (er muss in der Situation eindeutig vom Ball wegbleiben).

Den nächsten Fehler machte er aber sofort im Anschluss: Er fälschte einen fangbaren Pass von Brady ab zu einer Interception.

Die Chiefs schlugen umgehend Kapital daraus: Erneut war es RB Damien Williams, der den Pass zum Touchdown fangen konnte.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass irgendjemand müde werden konnte bei dieser Partie.

Und es ging so weiter: Eine „Roughing the passer“-Flagge gegen die Chiefs, die relativ lächerlich war; ein Catch von Hogan, der vielleicht keiner war.

Die Refs hatten wie in der ersten Partie sehr viel Einfluss, was meistens kein gutes Zeichen ist.

Die Pats mussten vier Minuten vor dem Ende erneut einen 4. Versuch ausspielen und diesmal war es Sony Michel, der ran durfte – und prompt zur 24:21 Führung einlief.

Eine Fumble-Eroberung der Patriots fiel einer Konzessionsentscheidung der Schiedsrichter zum Opfer und die Chiefs blieben so sprichwörtlich am Leben.

Das nutzten sie für die erneute Führung: Damien Williams mit Touchdown #3 zum 28:24 und den Patriots blieben noch 2 Minuten für den letzten Führungswechsel.

Und Brady fing an zu liefern: Ein Pass nach dem anderen kam an, aber der Wahnsinn der Schlussminuten lässt sich nicht in Worte fassen. Ein Touchdown von Burkhead zur erneuten Führung und dann schaffte es Mahomes mit seiner Offense trotzdem noch in den letzten Sekunden zum 31:31 Ausgleich per Field Goal.

Es war das spannendste Spiel seit… letzter Woche bei den Eagles. Die Refs spielten auch wieder eine große Rolle und mein Herz macht das nicht mehr lange mit. Also am Besten im #GamePass noch einmal nachschauen.

Es war unfassbar.

Verlängerung.

Die Patriots verwandelten zwei kritische 3rd Downs durch jeweils einen Pass auf Edelman, probierten erfolglos einen Flea Flicker und am Ende war es Rex Burkhead, der den Todesstoß für die Chiefs setzte.

Pat Mahomes hat noch viele Jahre vor sich, für mich ist es wohl die letzte Chance, den GOAT im Super Bowl spielen zu sehen.

Ich könnte kaum begeisterter sein (#SorryNotSorry an alle Patriots-Hasser).


 

TV-Kritik Conference Championships

Für die Conference Championships gab es beide Spiele in / bei / auf ProSieben. Es starteten Jan Stecker, Patrick Esume und Björn Werner. War mir persönlich jetzt etwas viel, aber ich bin ja sowieso des Öfteren abgelenkt.

Was wirklich stark war, war die Vorhersage von Patrick Esume vor dem Touchdown der Rams zum 20:17, als er den Spielzug (Play Action mit Pass in die Flat) quasi perfekt prognostizierte.

Partie #2 kommentierten danach Carsten Spengemann und Volker Schenk. Einem der beiden höre ich sehr gerne zu, beim anderen habe ich manchmal Probleme. Darf jetzt jeder für sich entscheiden, wer wer ist 🙂

Die #ranNFL Timeline wimmelte urplötzlich vor Toffifee und Schokobon Bildern. Danke @Icke41 ! Plötzlich wollte ich auch sowas. Gabs zum Glück grad nicht vorrätig. Dafür mussten die Lebkuchen dran glauben.

 


Divisional Round

Held der Conference Championships

Greg „The Leg“ Zuerlein

Das „Icen“ des gegnerischen Kickers durch Sean Payton klappte nicht: Zuerlein vollstreckte zum Ausgleich aus 48 Yards direkt vor Ende der regulären Spielzeit und traf dann aus SIEBENUNDFÜNFZIG YARDS GENAU IN DIE MITTE!!!

In einer Saison, die unter anderem von haarsträubenden Kickerfehlern geprägt war, ragten nur wenige Balltreter heraus – und Greg Zuerlein ist auf jeden Fall einer davon.

Er konnte ja nichts dafür, dass die Refs sich eine Bye Week genommen hatten und nur durch die verschlafene Pass Interference seine Monsterkicks überhaupt möglich gemacht worden waren.


Divisional Round

Twitteruniversum Conference Championships

Mit manchen Traditionen kann man durchaus mal brechen 🙂 ! Aber konnte ihn insgesamt genauso gut leiden, wie die vielen Date-Websites. Allerdings sind deren Werbeschauspieler(innen) hübscher…


Mir würden ein paar Präsidentenwitze einfallen.

Ansonsten: Soll noch einer sagen, Heimvorteil ist überbewertet.

Ist er nicht.


Die falsche Schreibweise von Nickelback mal außer Acht gelassen fand ich das sehr witzig 🙂


Hier nochmal der Hinweis auf den Save.TV Test und das Gewinnspiel. Einfach den Tweet hier retweeten und Ihr seid dabei!


Ich schüttel immer noch den Kopf über diese krasseste aller Fehlentscheidungen.


Damit steht jetzt nur noch mein Flug vor der Tür… morgen. Kleine Warnung: Ich werde Euch hier und bei football-aktuell mit Content überschütten 🙂

Wie immer herzlichen Dank an Johannes vom RANDBREITENverlag fürs Korrekturlesen!