Freitag, Juni 21, 2024
Season

Das Pro Bowl Wochenende

Vorwort

Ein sogenannter Verbaucherhinweis zuerst: eigentlich braucht kein Mensch den Pro Bowl. Die NFL kämpft seit Jahren mit dem sportlichen Wert und der fehlenden oder sogar negativen Publicity, die das vermeintliche All Star Game mit sich bringt.

Dazu fehlen aus mehr als nachvollziehbaren Gründen die Spieler, die im SuperBowl stehen. Die gehen aber natürlich trotzdem nicht leer aus, wenn sie eigentlich nominiert wurden.

In zurückliegenden Jahren gab es auch immer mal Kritik an dem fehlenden Ehrgeiz der Spieler in der Partie selbst. Mein Lieblingsbeispiel gab es vor ein paar Jahren, als ein Touchdown in Hawaii ausgebuht wurde. Nicht weil er so schlecht war, sondern weil sich die Linemen nur langsamst erhoben und sich dann im „Schattenboxen in Zeitlupe“ übten.

Eine Abschaffung war nahe, aber Roger Goodell ließ sich dann doch erweichen, das Event beizubehalten. Zudem passen die Einschaltquoten weiterhin.

Allerdings wechselt nach Jahren der Exklusivität in (auf ?) Hawaii jetzt immer mal der Austragungsort. Diesmal mussten die Spieler nach Orlando. Da ists als Deutscher durchaus nett – wir waren auch schon so 5x – aber es ist halt nicht Hawaii. Und auch nicht nah dran.

Letztendlich darf man es jedenfalls nur als Event sehen und nicht als Footballspiel.

Skills Challenge

Passend zum Eventcharakter gab es im Vorfeld die sogenannte Pro Skills Challenge mit mehreren durchaus unterhaltsamen Spielchen nach 10 Jahren Pause wieder einmal.

Erinnerte so ein bißchen an ein Kreissportfest, aber auf jeden Fall eine gute Stunde Unterhaltung (die Videos gibts hier: Youtube-Link ).

Völkerball (aka „Dodgeball“), ein Fangwettbewerb mit Dronen, ein Präzisionswerfen der QBs und ein Staffellauf überzeugten mehrheitlich.

Ein Wettbewerbstag, der wohl die nächsten Jahre überdauern dürfte und von mir aus auch gern kann.

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Das Pro Bowl Game

Diesmal ja wieder im Format AFC vs. NFC. Die letzten Jahre drafteten zwei Legenden (2016 Jerry Rice und Michael Irvin) jeweils ein Team. Das brachte auch nicht mehr Lob und positive Publicity, so dass man zum alten Format zurückkehrte.

Das Spiel hatte wie immer ein ganzes extra Regelbuch, das niemand so recht verstehen will oder kann. Keine Kickoffs, kein Blitzen, nur bestimmte Aufstellungen und vieles mehr.

Man darf das Ganze halt nicht zu ernst nehmen.

Was in diesem Jahr neu war:

Es wurde Defense gespielt !!!

Sensationell!

Das hatte ich so noch nie gesehen und ich schau das Spiel (vorwiegend aus wetttechnischen Gründen und wegen der Interviews) seit locker 15 Jahren.

0:0 nach dem ersten Viertel. Sowas. Und ausgerechnet in diesem Jahr hatte ich nicht das „Under“ gewettet (lag heuer bei 79).

Delanie Walker (AFC) eröffnete das Scoring zu Beginn des zweiten Viertels und nach Touchdowns von Doug Baldwin (NFC) und dem späteren offensiven MVP Travis Kelce (AFC)  stand es 14:7 zur Halbzeit.

In der zweiten Hälfte gab es nur noch Field Goals auf beiden Seiten, so dass die AFC mit 20:13 den Titel holen konnte.

Das „Under“ stimmte also knapp (mit 46 Punkten unter der Vorgabe von 79 *g*).

Das seltsamste Pro Bowl Spiel, das ich in 20 Jahren gesehen hab und tatsächlich konnte man ab und zu vergessen, dass es kein richtiges Footballspiel war. Und nebenbei war es auch ungewollt komisch (oder gewollt – keine Ahnung). Die große NFL selbst hat jedenfalls die originellsten Momente auf Youtube gestellt:

 

 

TV-Kritik

Übertragen wurde wieder einmal bei Pro7 Maxx. Im Vorjahr kommentierte man ja zu dritt, diesmal gab es das gewohnte zwei-Mann Format. Jan Stecker und Roman Motzkus hatten die „Ehre“.

Das Intro, dass man in der Partie ausspielen würde, „welche Conference die beste ist“, konnten die Verantwortlichen nicht wirklich ernst meinen. Aber man muss es ja auch nicht ernst nehmen.

Anfangs kämpfte vor allem Jan Stecker mit den vielfältigen Regeländerungen im Vergleich zu „richtigen“ Spielen.

Jan Stecker sympathisierte mit der NFC und Roman Motzkus fieberte mit der AFC, die leichter Außenseiter war (+4 bei den Buchmachern). Der Verlierer Stecker darf jetzt kommenden Sonntag im Super Bowl den Gewinner Motzkus beim gemeinsamen Super Bowl Schauen bedienen.

Ein nettes Gimmick, das diesmal aufgrund des umkämpften Spiels auch wirklich funktionierte.

Icke gab es nur eingespielt zu sehen, da er „Urlaub“ in Orlando machen durfte. Stattdessen versuchte Max „Nasenbeinbruch“ Zielke in seine Fußstapfen zu treten, was er ja beim Basketball schon mehrfach probieren durfte.

Wer ihn noch nicht kannte: neben seinem Krankenhausbesuch fiel er vor allem hier auf:

Zumindest zu dem Pro Bowl Spaßformat passte er…

Ausblick

Nächsten Sonntag steht dann im Gegensatz zum Pro Bowl ein richtiges Spiel – das Spiel aller Spiele – an. Eine Vorschau gibt es hier sowie in Podcastform im „Let’s talk Football Podcast“ und im „Kennercast“ mit mir.

Go Pats 🙂 !