Die Underdogs der Super-Bowl-Geschichte

Der Super Bowl ist zweifelsohne das größte Football-Event der Saison, das Highlight des Jahres für jeden Fan des Sports. Weltweit sehen sich über 800 Millionen Menschen das Spiel der Spiele in der Fernsehübertragung an, in diesem Jahr war ich sogar selbst live in Atlanta mit dabei, als die New England Patriots mal wieder verdientermaßen den Sieg nach Hause holten und die Los Angeles Rams mit einem 13:3 vernichteten.

Dass die Patriots den Super Bowl gewinnen, ist eigentlich schon Standard und nur wenig überraschend. Allerdings sieht das nicht jedes Jahr so aus. Zwar sieht man nicht selten die top zwei Teams der Saison und der Liga am großen Tag auf dem Spielfeld, dennoch gibt es auch Ausnahmejahre, wo es der ein oder andere Underdog zum Spiel mit den römischen Zahlen schafft.

Ich habe mir einige der Gewinner des Super Bowls angesehen, die eigentlich in dem Spiel nichts zu suchen hatten und sich anschließend dennoch den Ring anstecken durften.

Der Traum vom Underdog

Wohl in jedem Wettkampf gibt es immer einen Underdog. Ein Team oder ein Spieler, die eigentlich in den Top-Rängen nicht vertreten sind, die es aber dennoch schaffen, sich gegen die Großen durchzusetzen. Die gibt es wohl in jedem Sport. 2004 verlor Basketball-Star Shaquille O’Neal mit den Lakers gegen die Detroit Pistons, 1991 gewann der unbekannte John Daly, der anfangs gar nicht antreten sollte, die PGA Championship im Golf, 2016 gewann das englische Fußballteam Leicester City die Premier League, nachdem sie im Vorjahr noch fast abgestiegen waren und gerade in diesem Jahr holte sich der Amateur-Pokerspieler Ramón Colillas auf der PSPC auf den Bahamas am größten 25.000-Dollar-Buyin-Turnier den Titel und ein Preisgeld in Höhe von fünf Millionen US-Dollar – um nur wenige, aber wichtige Beispiele aus dem Sport zu nennen.

Zwar freue ich mich immer, wenn die Pats mal wieder die Trophäe abholen, dennoch hat es schon auch was, wenn hier und da einmal der Underdog sich durchringt. Auch im Football gab es da bereits einige Beispiele.

2008: New York Giants, Super Bowl XLII

Photo by SAB0TEUR, CC BY-SA 2.0

Es war der Super Bowl XLII am 3. Februar 2008, der für die New York Giants in die Geschichte eingehen sollte. Mit einer mickrigen Gewinnwahrscheinlichkeit von 20:1 standen sie den Pats gegenüber, die sich dem Sieg nach einer ungeschlagenen Saison fast sicher waren und kurz davor standen, einen neuen Rekord aufzustellen und die komplette Saison ungeschlagen zu beenden.

Bis kurz vor Schluss schien dies auch der Fall zu sein. Es stand 10:14 für die Pats, als die Giants die verbleibenden 120 Sekunden nutzten, um mit Quarterback Eli Manning einen legendären Touchdown hinzulegen, der ihnen den Sieg gegen die scheinbar unbesiegbaren Pats holte.

Es tut immer noch weh.

1984: Los Angeles Raiders, Super Bowl XVIII

Photo by Pete Sheffield, CC BY-SA 2.0

Im Jahr 1983 schafften es die Los Angeles Raiders den Titelanwärter, die Washington Redskins, mit einem sagenhaften Score zu besiegen. Die Redskins hatten den Super Bowl im Vorjahr für sich entschieden, auch 1983 galten sie mit einer hervorragenden Saison von 14-2 und rekordbrechenden 541 Punkten als klarer Favorit gegen die Raiders.

Diese schafften gerade mal den 26. von 29. Rängen in Sachen Verteidigung und hatten ihre Siege die gesamte Saison meist nur mit wenigen Punkten Abstand und viel Glück ergattert.

Das Saisonfinale sollte anders ablaufen. Schon zur Halbzeit stand es 21-3 für die Raiders, die das Spiel schließlich mit einem Score von 38-9 mit Abstand gewannen. Da die Raiders mit schwarzem Trikot auf dem Feld stehen, ging der 22. Januar 1984 mit dem Super Bowl XVIII als „Black Sunday“ in die NFL-Geschichte ein.

1969: New York Jets, Super Bowl III

Gehen wir einige Jahre zurück, zur dritten Ausführung des Super Bowls und zum ersten Turnier, wo dieser Wettstreit den Namen „Super Bowl“ trug. Direkt so früh am Anfang der Super-Bowl-Geschichte, am 12. Januar 1969 kam es in Miami zum ersten Eklat. Sich gegenüber standen die New York Jets mit dem heutigen Hall-of-Fame-Spieler Joe Namath und die Baltimore Colts, die zur damaligen Zeit als klarer Favorit galten. Namath hatte noch vor dem Spiel in den Medien lauthals verkündet, dass er sein Underdog-Team zum Gewinn führen würde. Gesagt, getan. Die Jets gewannen mit 16:7 und „The Guarantee“ ist heute noch ein Begriff, bei dem jeder NFL-Fan, was gemeint ist.

Wettkämpfe im Sport sind immer mal wieder für eine Überraschung gut. So gerne ich den Patriots bei ihren sagenhaften Siegen zusehe, freue ich mich doch auch immer darüber, wenn Underdogs Können (und Glück) beweisen und sich den Super-Bowl-Ring an den Finger stecken dürfen. Was wäre der Sport schon, ohne die ein oder andere Niederlage der ganz großen Champions?

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