Pro Bowl Orlando

Eine Woche vor dem Super Bowl findet traditionell der Pro Bowl statt – mittlerweile in Orlando, nachdem er vorher viele Jahre in Hawaii beheimatet war. In diesem Jahr war alles anders – zumindest für mich: Ich hatte eine Akkreditierung vom Huddle bekommen und durfte live vor Ort sein.

Der Flug

Delta Airlines hat mich positiv überrascht: Eine durchaus annehmbare Filmauswahl, die mich gekonnt von der Vorbereitung auf die Woche abgehalten hat („Tag“ mit Fave Jeremy Renner, „Incredibles 2“ ohne meine Kinder), kein Gerenne, keine Probleme bei der Einreise (der TSA-Angestellte vermittelte den Eindruck, dass er ohne Bezahlung nicht voll motiviert ist) und sonst auch kaum Schwierigkeiten.

Pro Bowl Orlando DeltaGut – mein Koffer ist kaputtgegangen. Aber ich fand ihn eh nie besonders formschön (hat meine Frau gekauft), es ist nichts ausgelaufen, die Reklamation dauerte max. 10 Minuten und Delta hat mir bei der Anschaffung eines tolleren geholfen.

Win-Win würde ich sagen (außer für Delta vielleicht…).

 

Die Trainings

Ich bin am späten Dienstag Nachmittag in Orlando angekommen und von Mittwoch bis Freitag standen jeweils Trainings auf dem Plan. Die fanden immer um die Mittagszeit statt und waren nahezu parallel. Ich musste mich also entscheiden und habe mit der AFC begonnen. Den Grund kann ich noch nicht mal genau angeben.

Pro Bowl OrlandoAm Donnerstag stürmte es dann nachts so stark, dass das NFC-Training vorgezogen und in eine Halle verlegt wurde. Für die AFC schien aber wieder die Sonne und so konnte ich an dem Tag beide besuchen. Freitag hab ich mir noch zum dritten Mal die AFC gegönnt.

Das Setting für das AFC-Training war vor allem am ersten Tag perfekt: Gut aufgelegte Fans und Spieler, Sonnenschein und 25 Grad. Für mich als Nicht-Frühstücker etwas zu lange ohne Essen, denn da hatte die NFL gespart.

Nach dem Training war dann jeweils „Media Session am Platz“ angesagt. Das sah immer so nach Wolfsrudel aus, das sich mit dem Schlusspfiff auf die wartende Spielermeute, die in die Ecke gedrängt ist, stürzt.

Ich konnte auch ein paar Stimmen einfangen, wie Ihr in Episode 19 von PODCArSTen hören könnt. Den Vogel schoss dabei eindeutig er ab:

 

Josh ähem Jamal Adams

Danke fürs aufmerksam-machen @Lippo! Das Turn-On-The-Jets Medienimperium von ESPN hab ich sonst nur selten am Schirm. Hat mich trotzdem gefreut.

Weniger gefreut hat mich dann, als er Pat Patriot am gleichen Nachmittag ausgeknockt hat. Wer unter einem Stein lebt und davon noch nichts gehört hat – hier ist mein Artikel für football-aktuell dazu: Link

Er fiel auch ansonsten immer wieder auf – den Rest der Woche aber positiv. Sowohl bei der Pro Bowl Skills Competition (hier der Link zur Analyse des LTF Podcasts mit mir) als dann auch beim Spiel gehörte er zu den besten Akteuren.

Ich werde noch zum Fanboy…

 

Orlando

Pro Bowl OrlandoSagen wir es mal so: Die Stadt mit ihren vielfältigen Möglichkeiten hat mich schon mehr begeistert. So ohne Frau (und mittlerweile Kinder) macht Shoppen auch nur die Hälfte Spaß und die Amtssprache wurde mittlerweile wohl auf spanisch geändert, nachdem die Shopping Center mehrheitlich in mexikanischer Einkäuferhand zu sein scheinen.

Jetzt hab ich nichts gegen Mexikaner und bin auch entschieden gegen einen Mauerbau. Beim Einkaufen muss man sich aber auf jeden Fall auf längere Wartezeiten einstellen (eine Frau schaffte es während des „Bezahlens“ noch dreimal los zu müssen, um weitere Sachen / andere Größen zu holen).

Die eigentlich tollen Parks – Universal, Disney, Sea World – hab ich mir diesmal auch gespart. Für mich alleine ziemlich sinnfrei und ich war ja wegen des Pro Bowls hier.

 

Die Odyssee

Die NFL hat für den Pro Bowl eine Meisterleistung geliefert – und das ist nicht positiv gemeint. Wir scherzen ja immer, dass da nur Praktikanten am Werk sein können, aber diesmal lässt es sich tatsächlich nicht anders erklären: Der allgemeine Ablaufplan kam ungefähr drei Tage vor meiner Ankunft in Orlando per Mail an. Für mich, der gerne länger im Voraus plant, zwar sehr kurz, aber man gewöhnt sich notgedrungen daran.

Anschließend gab es jeden Tag ein bis drei Mails, was am Folgetag ansteht sowie Werbung für mehr oder weniger wichtige Veranstaltungen (Auszeichnung zum High School Coach des Jahres mit einem mir unbekannten Ex-Spieler beispielsweise).

Was es nicht gab, waren Infos für den Pro Bowl.

Gut – ist ja nicht so wichtig.

SIND JA NUR ALLE DESWEGEN DA!!!

Mein Plan war am Sonntag um ca. 12 Uhr am Stadion zu sein (Kickoff hiesige Zeit 15 Uhr). Das gelang auch knapp.

Pro Bowl OrlandoLeider war ich aber beim Disney Wide World of Sports Complex, wo die Trainings stattgefunden hatten. Der Pro Bowl fand aber im 25 km nördlich gelegenen „Camping World Stadium“ (ich nenne es ab sofort der Einfachheit halber „CWS“) statt. 15 der 25 km stand ich davon dann im Stau und patschnass war ich außerdem, weil es mittlerweile schüttete und die paar Meter in Richtung Disney Eingang gereicht hatten, um mich zu durchnässen.

Auf dem Weg in Richtung CWS kamen mir dann ernsthafte Zweifel, ob ich dafür überhaupt eine Akkreditierung hatte. Auf meiner stand nach einem kurzen Blick zwar, dass sie bis einschließlich Sonntag gilt, aber aufgrund fehlender Mail war ich mir plötzlich nicht mehr so sicher.

Das nächste Problem waren die Parkplätze. Ich hatte keine Ahnung, wo der Medienbereich ausgewiesen war (again: Keine Mail). Also fuhr ich in Richtung Stadion, vorbei an heruntergekommenen Häusern und Hinterhöfen, wo man versuchte, mir für 20 Dollar einen „sicheren“ Parkplatz anzudrehen.

Was Parken angeht, bin ich allerdings eher sparsam. Bedeutet: Ich hasse es, dafür zu bezahlen.

Also im Schneckentempo in Richtung Stadion, vorbei an den wenig vertrauenserweckenden „Parkplatzwächtern“. Dort erntete ich im Vorbeifahren von offiziellen Ordnern nur Schulterzucken auf die Frage nach dem Medienparkplatz. Also suchte ich eine halbwegs helle Straße und parkte dort, ungefähr einen Kilometer vom CWS entfernt.

Überraschenderweise kam ich hin und zurück, ohne überfallen zu werden. Im Nachhinein fast ein Erfolg, obwohl es in Stadionnähe nur so von Polizei und State Troopern wimmelte.

Später erfuhr ich dann, dass das „Informationsmanagement“ wohl alle gleich getroffen hatte. Zudem wären es eh nur sehr wenige Medienparkplätze gewesen. Alles nicht so schlimm, WENN MAN DAS VORHER WEIß!

Bravo, NFL, bravo.

 

Das Spiel

Es gab Essen (Nachos, Bratwürste, Pizza und hervorragenden Cobbler) und Getränke umsonst. Da ist schon fast egal, wie das Spiel läuft. Ich hab ein bißchen getwittert, nebenher einen Spielbericht gefertigt und vor allem die Wärme genossen.

Die AFC gewann am Ende hochverdient mit 26:7; es gab ein paar Trickspielzüge, Offensivspieler, die in der Verteidigung aufliefen, und umgekehrt und ich war froh, dass ich nicht dafür hatte bezahlen müssen. Dann hätte ich mich angesichts des Fehlens überdachter Plätze wohl geärgert. Tickets kosteten übrigens im Disney Vorverkauf unter der Woche ab 25 Dollar. Dafür konnte man umsonst 3 h kalt duschen.

Ich hab mir sogar die Interviewsessions auf dem Feld gespart angesichts des Wetters. Eigentlich undenkbar, aber ich war einfach schon zu nass.

 

Twitteruniversum

 

Da musste ich lachen. Das „What if I told you“ war immer die Einleitung für die grandiosen „30 for 30“ Dokus bei ESPN, die Bill Simmons angesichts des 30jährigen Geburtstags von ESPN angeleiert hatte.

Die – nennen wir es unglückliche – Offense der NFC wurde übrigens zum ersten Mal von Kellen Moore, bis vor kurzem noch Backup Quarterback bei den Dallas Cowboys, gecoacht. Der könnte eventuell neuer OC bei den Cowboys werden. Sagen wir es so: Es ist noch Luft nach oben…


Nächste Woche kann es nur besser werden. Morgen geht es in aller Früh los in Richtung A-T-L-A-N-T-A für Super Bowl LIII. Cannot wait!

Danke wie immer an Johannes vom RANDBREITENverlag fürs Korrekturlesen!

 

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