DrafDallas Road Trip

Ich durfte in diesem Jahr dem NFL Draft in Dallas beiwohnen – als Franke dem DrafDallas – und will Euch dazu natürlich die Details nicht vorenthalten; vielleicht kann ich auch dem ein oder anderen Reisewilligen vielleicht noch ein paar Tipps mit an die Hand geben.

Das war jetzt mein zehnter USA-Trip (begonnen mit einem Schüleraustausch 1993), aber der erste, der mich nach Texas und Oklahoma führte.

 

Flug

DrafDallasMittlerweile fliege ich nur noch vom Heimatflughafen um die Ecke (Nürnberg); die paar Euro, die man von Frankfurt oder München sparen würde, lässt man in Form von Sprit, Ticket und / oder Zeit auf der Straße. Spätestens wenn man in irgendeiner Form Parkgebühren am Flughafen zahlen müsste, rechnet es sich überhaupt nicht mehr. Gebucht hatte ich wie meistens über Expedia, weil es bei einer Flug-/Hotel-Kombo immer noch einen Rabatt gibt.

Daher am besten vorher genau durchrechnen, von welchem Flughafen es am meisten Sinn macht, wenn mehrere in Frage kommen würden.

Für die USA braucht es (weiterhin) ein sogenanntes ESTA-Formular, das man problemlos selbst online ausfüllen kann und das am Ende 14 Dollar kostet, die entweder per Kreditkarte oder Paypal abgedrückt werden müssen. Zumindest ist das Ding dann zwei Jahre lang gültig. Diese „Hilfsdienste“, die die ersten Spots in der Google-Suche belegen, kann man sich wirklich sparen. Außer viel Geld für nichts bringen die auch nichts.

Mein Flug war so bemessen, dass ich sowohl in Amsterdam als auch in Detroit ca. 1:30 h Aufenthalt hatte. Nachdem mich mehrere Bekannte gewarnt hatten, dass das mehr als knapp wäre, hatte ich mich noch einmal an die Fluggesellschaft (KLM / Delta) gewandt. Die sahen keine Probleme und so kam es auch: Trödeln ist jedoch nicht – vor allem, da der Koffer in den USA wie dort üblich noch einmal abgeholt und neu aufgegeben werden musste. Klappte aber soweit alles ganz gut, auch wenn mir mit einer Stunde mehr in Detroit wohler gewesen wäre. Bei einer Gesamtreisezeit von gut 20 Stunden wäre das auch schon egal gewesen.

Gerade die Homeland Security / Border Control bombardiert einen mit Fragen, was man in den USA will und wohin. Wenn das Englisch nur rudimentär vorhanden ist, kann das schnell schwierig werden. Ansonsten sollte einen das aber nicht aus der Ruhe bringen, wenn man nichts zu verbergen hat.

 

Auto

DrafDallas

Ich hatte mich für eine Mittelklasse-Variante entschieden; das hier ist ein Hyundai Elantra, der drüben grade mal 15.000 Dollar kostet, aber sicher besser ist, als das, was ich hierzulande fahre.

Kostenpunkt für 10 Tage: gut 250 Euro.

Der Hyundai hatte einen „toter-Winkel-Warner“, was mir erst nach einer Weile aufgefallen ist. Da blinkts plötzlich im Spiegel, wenn ein Auto neben einem fährt und man zum Fahrstreifenwechsel ansetzt. Technik, die mich begeistert…

 

Kreditkarte

 

Auch so ein Must-have. Ich hatte sogar zwei dabei (Mastercard und für alle Fälle noch eine Visa, die ich dann nicht brauchte).

Ich bin mit 12 Dollar Bargeld rübergeflogen und wäre mit 5 wieder heimgekommen, wenn ich nicht sicherheitshalber noch einmal 100 fürs Casino abgehoben hätte.

Außer Trinkgeld für die Putzfrau kann man alles – und ich meine wirklich ALLES – mit Karte zahlen. Im Gegenteil: Man fällt eher auf, wenn man bar zahlen will.

Für den Durchschnittsdeutschen ist das relativ ungewohnt, ich habe mich schon vor Jahren damit angefreundet und zahle auch das kleine Eis zu 2 Dollar ohne mit der Wimper zu zucken mit Karte.

Wer noch keine Kreditkarte hat und plant, rüberzufliegen: Ich habe eine „gebuhrenfrei“ von drivango. Die kostet weder Jahresgebühr und – VOR ALLEM – auch kein Auslandseinsatzentgeld (das sind bei so einem Urlaub schnell mal 50 Euro). Außerdem spart sie mir beim Tanken jeweils 5c pro Liter.

Rechnung kommt, man überweist rechtzeitig und dann ist sie wirklich komplett umsonst. Ich hab die im Bekanntenkreis schon locker 10 Leuten empfohlen und noch keinerlei negative Rückmeldungen erhalten. Ich hab die Karte seit locker 5 Jahren und bin voll zufrieden, weswegen ich sie hier auch reinen Gewissens bewerbe:

Drivango Link

 

Hotel

Ich hatte mich damals bei Bekanntgabe der Örtlichkeit im Oktober umgehend zum Besuch des Drafts entschlossen und nur wenige Stunden später gebucht gehabt. Ich bin davon ausgegangen, dass die Hotelpreise nach Bekanntgabe quasi minütlich steigen.

Meine Herberge, die tatsächlich mehr mit dem Stall in Bethlehem als einem Hotel gemeinsam hatte (die Anzahl der Tiere war hier wohl sogar höher), konnte nur durch Preis und Lage (10 Minuten mit dem Auto zum Stadion) überzeugen.

Die „nettesten“ Geschichten:

Eine Frau mit Kind auf dem Arm stieg wie selbstverständlich abends um 23 Uhr hinten bei mir ein, nachdem ich eingeparkt hatte. Sie hielt mich für den Lyft-Driver. Womöglich hätte ich mir ein Zubrot verdienen können, aber sie sah mir etwas zu drogenabhängig aus und Naturalien hätte ich eh nicht genommen.

Am zweiten Tag erzählte mir ein vor dem Eingang rumlungernder Mann eine viel viel zu lange Geschichte, bis er zum Punkt kam: Er wollte nur 16 Dollar, damit er übernachten könne. Der Punkt zum Abwürgen (der Geschichte) war endlich gekommen.

Wirklich das einzig Positive war, dass es nicht hereingeregnet hat (gut – dann wäre der Teppich zumindest mal mit sowas wie einem Reinigungsmittel in Berührung gekommen) und vor allem das WLAN sehr gut funktioniert hat. Letztegenanntes verzeiht fast alles, aber dafür haben sie jetzt bestimmt auch alle Daten von mir. Aber das ist man ja als Facebook-Nutzer eh gewohnt.

Bilder erspar ich Euch.

Alle anderen Hotels waren dafür hervorragend und in der 80 Dollar-pro-Nacht Kategorie angesiedelt. Und auch da ging das WLAN.

Kurzer Exkurs: Ich hatte mein Telefon durchgehend im Flugzeugmodus, aber dank WiFi in jedem Starbucks, Panera (so ne Suppen- und Backkette) und Outlet ging das hervorragend. Die WhatsApp-Anrufe ersetzten die „richtigen“ Anrufe ohne Probleme.

 

Fanfest

Die NFL und ihre vielen Sponsoren hatten sich mächtig ins Zeug gelegt, um möglichst viele Fans anzulocken und auch die Tage 2 und 3 mit vielen Zuschauern zu bestücken.

Es gab etliche Ausstellungen und auch viele interaktive Geschichten. Mir haben die blinkenden Helme und die Super Bowl Ringe besonders gut gefallen. Am ersten Tag war mir das Gedränge dort zu groß, am zweiten konnte man aber problemlos überall reinschnuppern. Eine im wahrsten Sinne des Wortes anziehende Erfahrung für jeden Fan.

Hier eine kleine Bildergalerie

So stellte man angeblich einen neuen Zuschauerrekord für den Draft auf, aber das war auch von vornherein das Ziel gewesen.

 

Essen

Das ist für mich in den USA perfekt und gerade das BBQ / Barbecue in Texas natürlich optimal. Auch die NFL hat sich nicht lumpen lassen und den Pressevertretern sehr gut aufgetischt (jeden Tag pünktlich um 17 Uhr *g*).

Auch hier gibt es eine kleine Galerie meiner eher fleischlastigen Ernährung in den zehn Tagen (dafür gabs vorher in der Fastenzeit überhaupt kein „Fläsch“).

Stadion

Der „Jones Mahal“ oder „Jerry World“, wie das offiziell AT&T-Stadium benannte Super-Stadion heißt, hat mich absolut begeistert. Eröffnet 2009 fasst es über 100.000 Zuschauer und lässt einen erst einmal sprachlos zurück, wenn man das Raumschiff von außen sieht.

DrafDallas

 

Innen wurde es dann noch besser:

 

AT & T Stadium Dallas DrafDallas

 

Die riesige Anzeigetafel, die gut 53 Meter (!!!) breit ist, passt locker rein. Und auch alles andere, was man sich so vorstellen kann. Durch die Fenster an einer Schmalseite kommt eine Menge Licht – manchmal zu viel – und man hat hervorragende Sicht von allen Plätzen. Dazu hängen überall Kunst und vor allem geniale Bilder aus glorreichen Zeiten vergangener Tage herum.

DrafDallas Cowboys Aikman Smith Irvin

In der top 100 meiner besuchten Stadien (schätze ich mal) ganz klar Platz 1 bisher. Mal sehen, ob Atlanta 2019 daran etwas ändern kann 🙂

Draft

DrafDallas

 

Das kann man jetzt alles gar nicht so ganz erklären in ein paar Absätzen.

Es ging vor allem an Tag 1 superschnell vorbei für mich, da ich immer drei Sachen gleichzeitig gemacht habe. Mindestens.

Was auf jeden Fall hängen geblieben ist, waren die unglaublich lauten Buuuuhhhh-Rufe für Commish Roger Goodell den kompletten Abend über. Die Cowboys-Fans gaben hier wirklich alles. Selbst der Versuch, mit den Cowboys-Legenden Troy Aikman, Roger Staubach und Jason Witten zu erscheinen, half nicht. In der Vorbesprechung fand man das bestimmt toll, am Draft musste Goodell dann verblüfft feststellen: „I can’t believe you’re booing the Cowboys.“

Nein, Roger. Sie haben nicht die Cowboys ausgebuht. Nur Dich.

Dazu hat sich der Patriotismus bei der Hymne und vor allem das „Proud to be an American“, mit der Ehrung einiger Soldaten vor dem Jets-Pick, nachdrücklich ins Gedächtnis eingebrannt.

Am zweiten Tag wurden es dann deutlich weniger Zuschauer und wer wollte, konnte auch (umsonst) der zweiten und dritten Runde beiwohnen (am dritten und letzten Tag natürlich auch).

Überraschungen zuhauf und alles in allem hervorragende 3 x 13 Stunden, die ich wirklich wie ein Schwamm aufgesaugt habe. Wer – wie auch immer – einmal die Chance hat, dabei zu sein, sollte das auf jeden Fall tun. Ein Lebenshighlight…

Eine wesentlich ausführlichere Story von mir wird übrigens im nächsten Huddle erscheinen.

 

TV

DrafDallas #ranNFL

 

Hier das Bild von mehr oder weniger meinem kompletten TV-Auftritt bei #ranNFL. Jerry Jones hatte wohl die Rechnung bei AT & T nicht bezahlt und deswegen (oder wegen der 25.000 Handynutzer in der Halle) hing das WLAN immer wieder mal. Blöderweise, aber irgendwie genau wie erwartet, auch in dem Moment, als ich mal im heimischen Fernseher hätte vorbeischauen dürfen. So hats leider nur unnötig das Stresslevel erhöht.

Ich wollte Coach Esume ja schon immer mal über die Schulter schauen. Schön wäre natürlich gewesen, wenn ich auch was gesehen oder gehört hätte (mein Display blieb schwarz). So konnte ich mir das Ganze nur Wochen später anschauen, ohne die Eindrücke live aus dem Stadion schildern zu können.

Jerry ist schuld. Und sein nur manchmal hervorragendes WiFi.

DrafDallas Fazit

Wer einmal die Chance hat, beim Draft dabei zu sein, sollte das auf jeden Fall wahrnehmen. Ich würde es sofort wieder machen, wenn mir meine Frau, der Huddle und mein Bankkonto grünes Licht geben. Dann gerne auch mit funktionierendem WLAN und Hotels ohne Tiere.

Aber die nächsten Roadtrips stehen bereits an: Mitte Oktober gehts zu Titans @ Chargers in London und dann steht mit der Skills Challenge, dem Pro und dem Super Bowl ein absolutes Lebenshighlight im Januar/Februar an. Spaßeshalber meinte ich neulich zu meiner Frau, dass das eigentlich das einzige Lebensziel auf meiner „Bucket List“ ist, das noch nicht erfüllt werden konnte.

Das wird sich jetzt ändern und ich kann die Vorfreude kaum in Worte fassen.

Schön, wenn Ihr mich dann auch wieder begleitet.

Danke an den Huddle, die treuen Leser / Videoschauer / Twitterer und Verbesserer, und natürlich wie so oft an Johannes vom RANDBREITENverlag fürs Korrekturlesen!

Mit meinen bereits in die Twitterwelt gestreuten Videos verabschiede ich mich dann aus diesem Rückblick – Have a good one!

Meine Videos

Ich hatte ja mit mehr oder weniger Erfolg ein paar Videos in die Twitterwelt geschickt, um die Eindrücke wiederzugeben. Die hänge ich hier noch einmal mit an, falls jemand die kaum oscarreifen Darbeitungen noch nicht gesehen hat:

 

 

 

 

4 Gedanken zu „DrafDallas Road Trip

  • 21. Mai 2018 um 23:57
    Permalink

    nice Carsten!

    Mal wieder ein top Beitrag – ich beneide dich zu tiefst 😛
    Irgendwann musst du mich da mal mitnehmen.

    Grüßle

    Antwort
  • 1. Juni 2018 um 16:50
    Permalink

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