Saisonvorschau New Orleans Saints

Team Previews Vorschauen im August

Solange könnt Ihr Euch noch über die vom Vorjahr lustig machen 🙂 :

Die Vorschau 2016:

 

Die letzte Lombardi Trophy:

XLIV – 2010 (gleichzeitig die einzige)

Mein Tip im Vorjahr:

9-7 und Platz eins in der NFC South. Gerade noch so und punktgleich mit Carolina.

Tatsächlich:

7-9. Die Division war wohl die, wo ich am meisten daneben lag. Die Saints spielten quasi komplett ohne Defense und ließen 45 Passing Touchdowns zu, was Defensive Coordinator Rob Ryan bereits im November den Kopf kostete. Besser wurde es trotzdem nicht. Das sogenannte Zeitfenster für einen Titel mit Drew Brees als QB scheint sich zu schließen…

Das Highlight der letzten Saison

Der Shootout gegen die Giants im Superdome am 01.11.15 war ein Offensivspektakel sondergleichen: 52:49 war der Endstand. Ich kann mich an kein anderes Spiel mit mehr als 100 Punkten erinnern. Die Offensivreihen beider Teams spazierten mehr oder weniger ungehindert übers Feld. Jubel bei den Fans und Kopfweh bei den Trainern…

Mein Tip für 2016:

6-10. Die NFC South scheint für die Carolina Panthers entschieden; aber bei den Saints hat man sowieso am meisten mit sich selbst zu kämpfen. Wieso die Defense plötzlich stark verbessert sein soll, ist mir ein Rätsel und bei Drew Brees ist das finale „Who dat“ der Footballkarriere in greifbarer Nähe. Leider.

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

Die Vorschau 2015:

Spitzname:

Kaum eine Mannschaft hat so viele wie die Saints: „The Black and Gold“, „The Who Dat Nation“ und die „Beasts of the Bayou“, um nur die bekanntesten zu nennen.

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Die Saints holten nach vielen Jahren der Erfolglosigkeit – vor allem in den 80ern – den Super Bowl 2009 gegen die leicht favorisierten Indianapolis Colts mit Peyton Manning.

Dazu Playoff-Teilnahmen 2006, 2010 2011 und 2013. Mit QB Drew Brees und Coach Payton kam der Erfolg.

Letzte Saison:

7 Siege – 9 Niederlagen

Stars der Saints:

Der Top-Star ist sicherlich QB Drew Brees – der eigentlich fast nicht bei den Saints gelandet wäre. Brees wurde ursprünglich im Draft 2001 zu Beginn der zweiten Runde von den Chargers geholt und spielte dort bis 2005.

Eine schwere Schulterverletzung stellte die Chargers nach Saisonende vor die Frage, ob man mit Brees verlängern sollte, obwohl nicht klar war, ob er jemals wieder auf dem zuvor gezeigten Level spielen könnte, oder ob man sich besser im Draft Eli Manning holen sollte.

Man entschied sich für die Eli Manning-Variante, obwohl dieser schon vor dem Draft angedeutet hatte, nicht für die Chargers zu spielen (und dann während des Drafts gegen QB Philipp Rivers mit den Giants getauscht wurde).

Drew Brees wurde zum Free Agent und die Mehrzahl der Experten ging davon aus, dass er bei den Dolphins unterschreiben würde, wo ihn auch sein erster Teambesuch hinführte.

Allerdings hatten die Ärzte dort Bedenken wegen seiner Schulter und Coach Nick Saban unternahm anscheinend auch keine besonders großen Anstrengungen, so dass Brees weiterflog.

Bei den Saints rannte er dagegen offene Türen ein und wurde zum Lokalhelden. Die Dolphins holten stattdessen Free Agent QB Daunte Culpepper, der auch nur zum Free Agent wurde, weil er an Knieproblemen litt.

Der Rest ist Geschichte: Brees holte den Super Bowl und zählte über Jahre hinweg neben Peyton Manning und Tom Brady zu den Top 3 Quarterbacks der Liga. Bei den Dolphins hielt dagegen das Knie von Culpepper nicht, Coach Saben verließ die Lust zu coachen und man stolperte von einem Fiasko zum nächsten.

Coach:

Head Coach Sean Payton zählte lange Jahre unbestritten zu den besten seines Fachs. Kratzer erhielt sein Image, als er 2012 mitverantwortlich für den sogenannten „Bounty-Skandal“ (siehe unten „Kontroversen“) gemacht und für ein Jahr gesperrt wurde.

Sollte er jedoch in New Orleans aufhören – eine Kündigung erscheint zum momentanen Zeitpunkt sehr unwahrscheinlich – würde er mit Sicherheit schnell einen neuen Arbeitgeber finden.

Ziel:

Die Zeit von Drew Brees neigt sich dem Ende entgegen. Solange dieses Fenster offen ist, ist ein zweiter Super Bowl Gewinn das Ziel. Durch die Abgänge – allen voran TE Jimmy Graham nach Seattle – erscheint dies aber nahezu aussichtslos.

Kontroversen:

Es gibt einige – am gravierendsten war sicher der oben erwähnte „BountyGate“-Skandal 2012 (-Gate muss einfach bei amerikanischen Skandalen seit Watergate angehängt werden): die NFL untersuchte den Verein, da es Hinweise gegeben hatte, dass Spieler mit Prämien angestachelt wurden, gegnerische Topspieler zu verletzen (Bounty bedeutet Kopfgeld).

Nach einer langen Untersuchung wurde Coach Sean Payton für eine komplette Saison gesperrt und der als Hauptschuldige ausgemachte Defensive Coordinator Gregg Williams auf unbestimmte Zeit (letztendlich war er ebenfalls ein Jahr gesperrt und heuerte dann bei den Titans an).

Negativ wurde den Saints-Verantwortlichen ausgelegt, dass sie die Untersuchung nicht unterstützt und zum Teil sogar behindert hatten.

Neuer ist das Problem mit dem Salary Cap, der Gehaltsobergrenze der NFL: die Saints büßen momentan, dass sie jahrelang Verträge so verlängert und strukturiert hatten, dass der sogenannte „Cap-Hit“, also die Anrechnung des größten Batzens, erst in späteren Jahren zum Tragen kommt – wenn die Spieler zum Teil gar nicht mehr im Team sind.

Mittlerweile sind diese späteren Jahre eingetroffen und die Saints dadurch stark eingeschränkt in Vertragsverlängerungen oder Neuverpflichtungen von Free Agents.

Da war es auch kontraproduktiv, OLB Junior Galette im Juli 2015 zu entlassen, den man im Vorjahr noch mit einem Vierjahresvertrag über 41 Millionen $ ausgestattet hatte. Offensichtlich war Galette das, was man einen „Lockerroom-Cancer“ nennt – ein Spieler, der negative Einflüsse auf den Rest des Teams hat und die Chemie zerstört. Zudem war ein Video aufgetaucht, auf dem angeblich er mit einem Gürtel eine Frau schlägt. Die disziplinarischen Konsequenzen deswegen stehen noch aus.

Galette unterschrieb in Washington (zu diesem absolut nicht funktionierenden Team passt er charakterlich hervorragend) und wird trotzdem 14 Millionen des ungefähr 143 Millionen $ betragenden Gehaltsbudgets der Saints verbrauchen.

Gut zu wissen:

Die Saints standen gerüchteweise von einem Umzug, bevor der Hurrikan „Kathrina“ die Stadt und weite Teile des Umlands verwüstete.

Der SuperDome, in dem die Saints ihre Heimspiele austragen, war damals Sammelpunkt und Notunterkunft für alle die, die sich eine Flucht nicht leisten konnten. Die Zustände müssen grauenerregend gewesen sein – Vergewaltigungen und Misshandlungen waren Berichten nach alltäglich.

Das erste Spiel gegen die Falcons nach der Wiedereröffnung am 25.09.06 zählt zu den stimmungsvollsten, die ich je gesehen habe. U2 und Green Day spielten gemeinsam zur Einstimmung „The Saints are coming“ und die Saints konnten dieses Spiel gegen die bis dato unbesiegten Falcons gar nicht verlieren. Der Link zum Auftritt bei youtube

Tip für 2015:

9-7 und Platz eins in der NFC South. Gerade noch so und punktgleich mit Carolina.