Saisonvorschau New York Jets

Team Previews Vorschauen im August

Solange könnt Ihr Euch noch über die vom Vorjahr lustig machen 🙂 :

Die Vorschau 2016:

 

Die letzte Lombardi Trophy:

III – 1969 (gleichzeitig die einzige – das „Garantie Game“)

Mein Tip im Vorjahr:

5-11 und der letzte Platz in der AFC East. Abgesehen von Revis scheint kein bisschen Talent vorhanden zu sein und der Ausfall von Richardson kann wohl nicht kompensiert werden.

Tatsächlich:

10-6. Da lag ich sauber daneben. Die Defense bärenstark und die Offense um Ryan „Amish Rifle“ Fitzpatrick mit den beiden Veteranen WR Brandon Marshall und Eric Decker erstaunlich kompetent. Für die Playoffs klappte es knapp nicht, weil die Bills im letzten Spiel den für sie nicht nötigen Sieg gegen die Jets holten und so die Steelers in die Playoffs einzogen.

Das Highlight der letzten Saison

Am vorletzten Spieltag besiegte man den größten Rivalen, die New England Patriots, zu Hause nach Verlängerung. Für die ging es noch ums Heimrecht, aber trotzdem gewannen die Jets letztendlich verdient und konnten ihre Playoffträume am Leben erhalten.

Mein Tip für 2016:

9-7. Das Hickhack um eine Vertragsverlängerung von Fitzpatrick beherrschte den Sommer; er ist zwar zurück, aber so ganz ohne Folgen dürfte das nicht bleiben. So richtig erkennt man nicht, warum es bei den Jets aufwärts gehen sollte.

Wenn es perfekt läuft, dann kommen sie in die Playoffs, aber vermutlich wird es maximal Platz 2 in der Division, wenn es erneut so gut läuft wie im Vorjahr.

 

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

Die Vorschau 2015:

Spitzname:

Gang Green

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Playoffs 2001, 2002, 2004, 2006, 2009, 2010

Letzte Saison:

4 Siege – 12 Niederlagen

Stars der Jets:

Ausnahmsweise mal keine Quarterback. Der heisst bei den Jets Geno Smith und wurde soeben in einer Umfrage unter allen Teams und einigen Experten auf Platz 32 der besten QBs gewählt. Von 32. Diese Saison dürfte seine letzte bei den Jets sein, wenn er sich nicht deutlich steigert. Erschwerend kommt hinzu, dass er sich im Trainings Camp von einem (ex-)Mitspieler in einer Auseinandersetzung den Kiefer hat brechen lassen und bis zu 10 Wochen ausfällt. So richtig gestört scheint das die anderen Spieler im Umkleideraum nicht zu haben – bei Peyton Manning oder Tom Brady oder Russel Wilson oder oder oder kann man sich so eine Geschichte kein bißchen vorstellen.

Nein, der Star ist CB Darrelle Revis. Der wurde von den Jets 2007 an 14 gedraftet und verdiente sich im Anschluss den Spitznamen „Revis Island“, weil er den jeweiligen Top-WR des Gegners isolierte und quasi auf eine einsame Insel stellte.

Revis verstand es wie kein Zweiter, sein Talent zu Geld zu machen. Nach dem Ablauf seines Rookie-Vertrages 2010 setzte er zunächst aus, um einen besseren Deal zu erzwingen, was schließlich auch gelang: 32 Mio für 4 Jahre waren die Belohnung. 2012 verletzte er sich schwer am Knie und wurde letztendlich zu den Tampa Bay Buccaneers getraded. Dort kam er überhaupt nicht zurecht und nach einem Jahr wurde er aus dem Vertrag entlassen.

In der Saison 2014 unterschrieb er zum ersten Mal nicht wegen des Geldes, sondern ging leicht unter Marktwert zu den Patriots…wo er prompt den Super Bowl gewann. Anschließend fiel bei den Jets auf, dass er eigentlich doch ganz gut ist…und man überschüttete ihn erneut mit Geld (70 Mio für 5 Jahre, wobei 39 Mio garantiert sind).

Es gibt wohl keinen anderen NFL-Spieler, der das „Führ mich zum Schotter“ aus dem Film Jerry Maguire so konsequent umsetzen wollte und konnte.

Dazu kommt mit WR Brandon Marshall ein Spieler, dessen Talent unbestritten ist. Trotzdem sind die Jets schon seine vierte Station innerhalb weniger Jahre, was davon zeugt, dass er außerhalb des Spielfelds ein schwieriger Typ ist. Das könnte an seiner Krankheit – bei ihm wurde das Borderline Syndrom diagnostiziert – liegen.

Coach:

Premiere für Todd Bowles, der vergangene Saison noch in Arizona als Co-Trainer für die Defense zuständig war und einen überragenden Job ablieferte. Bei den Dolphins durfte er 2011 schon einmal für 3 Spiele übernehmen, als der Head Coach Tony Sparano entlassen wurde und er die Saison zu Ende verantwortlich zu Ende bringen durfte.

Er hat gezeigt, dass er aus marginalem Talent das Maximum holen kann. Das ist auch bitter nötig, wenn man sich den Kader der Jets so anschaut.

Er löste den allseits beliebten Rex Ryan ab, der daraufhin in Buffalo anheuerte.

Ziel:

Die Fans der Jets sind Kummer gewohnt. Die Playoffs wären angesichts dieser Zusammenstellung der Mannschaft ein Riesenerfolg.

Kontroversen:

Die Hängepartien um Vertragsverlängerungen von Revis ziehen sich gefühlt seit 10 Jahren hin. Dazu Pech und / oder Unvermögen bei der Auswahl der Quarterbacks führten regelmäßig zu starken Defenses (Ex-Coach Ryans Stärke) und zum Teil unterirdischer Offense.

Einen (eigentlich mehrere) sauberen Skandal lieferte im Sommer 2015 DE Sheldon Richardson – ein absoluter Eckpfeiler der Defense: zunächst wurde er für vier Spiele aufgrund Drogenbesitzes gesperrt.

Das fand bei den Jets schon kaum jemand lustig. Am ersten Tag des Camps wurde dann bekannt, dass er sich zwei Wochen zuvor

– ein Rennen mit ca. 200 km/h lieferte,

– einen 12-jährigen Jungen auf dem Beifahrersitz seines Pkw dabei

hatte,

– eine nicht registrierte Waffe im Kofferraum lag,

– er unter Drogeneinfluss fuhr und zu guter Letzt

– bei der Festnahme Widerstand leistete.

Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verschwieg er den Vorfall erst einmal seinen Jets. Spontan fällt mir keine annähernd so dumme / idiotische Aktion ein. Eine Suspendierung für mindestens den Rest der Saison dürfte die logische und gerechte Strafe sein.

Gut zu wissen:

Früher oder später hört man immer wieder die Geschichte der „Garantie von Joe Namath“, wenn es um die Jets geht.

Joe Namath war ein Rebell und Frauenheld, der das Leben als Footballer in vollen Zügen genoss.

Drei Tage vor Super Bowl III 1969 gegen die Baltimore Colts antwortete er einem Fan, der ihn provoziert hatte: „Wir werden Sonntag gewinnen. Ich garantiere es!“

Die Jets waren krasser Aussenseiter und eigentlich war ihnen nicht mal die Chance auf eine knappe Niederlage eingeräumt, sondern ein Kantersieg der Colts erwartet worden.

Tatsächlich gewannen die Jets 16-7 und Namath war der wertvollste Spieler des Finales. Seitdem ist er unsterblich – nicht nur in Jets-Fankreisen.

Tip für 2015:

5-11 und der letzte Platz in der AFC East. Abgesehen von Revis scheint kein bisschen Talent vorhanden zu sein und der Ausfall von Richardson kann wohl nicht kompensiert werden.