Freitag, Juli 19, 2024

Saisonvorschau Miami Dolphins 2017

Die letzte Lombardi Trophy:

VIII – 1974 (und im Jahr davor ebenfalls). Wird man auch ständig

daran erinnert, dass sie das einzige Team sind, das jemals eine Saison ungeschlagen spielte.

Die verbliebenen Mitglieder dieser Mannschaft treffen sich jedes Jahr auf einen Umtrunk, wenn das letzte unbesiegte NFL-Team eine Niederlage kassiert hat, was dann regelmäßig für ein größeres mediales Interesse sorgt.

 

Abgänge:

Die hielten sich bei den Dolphins absolut in Grenzen: Tight End Jordan Cameron, der lediglich in einem seiner sechs Karrierejahre alle Spiele bestreiten konnte, wechselte mit 29 Jahren in den sportlichen Rentenstand.

Dazu wurde [itg-glossary glossary-id=“3623″]DE[/itg-glossary] Mario Williams, der auch in seinem einen Jahr bei den Dolphins nicht restlos überzeugte (vorsichtig ausgedrück), entlassen. Er hatte vor Jahresfrist einen Zweijahresvertrag über 17 Millionen Dollar unterschrieben und hinterlässt einen 2 Mio Cap Hit.

Der ehemalige First Overall Pick im Draft 2006 konnte diesem Status bei keiner seiner insgesamt drei Stationen gerecht werden (Houston, Buffalo, Miami).

Anfang August wurde dann bekannt, dass sich Quarterback Ryan Tannehill schwerer am Knie verletzt hatte. Nach einer Woche Bedenkzeit entschloss er sich dann zu einer Operation am Kreuzband. Zumindest für diese Saison muss er wohl als Abgang gelten; auch eine dauerhafte Beendigung des Arbeitsvertrags bei den Dolphins erscheint relativ wahrscheinlich.

Zugänge:

Bereits im Februar ertradete man sich Tight End Julius Thomas von den Jaguars für eine Siebtrundenpick. Die Jax wollten den Luxuseinkauf des Jahres 2015 unbedingt loswerden und die Dolphins schlugen dank des drohenden Abschieds von Jordan Cameron zu.

Dazu kam Tight End Anthony Fasano als Free Agent aus Tennessee.

Auf Seiten der Defensive wurde Meerjungenfrauenliebhaber und Dinosaurierverleugner [itg-glossary glossary-id=“3623″]DE[/itg-glossary]   William Hayes von den Rams ertradet und vor allem Free Agent [itg-glossary glossary-id=“3745″]Middle Linebacker[/itg-glossary] Lawrence Timmons (Pittsburgh) geholt.

Die Verletzung von Ryan Tannehill ließ den ambitionierten Dolphins nur einige Optionen: entweder mit Matt Moore, der letztes Jahr bei seinen Einsätzen solide spielte, den Großteil der Saison bestreiten oder sich auf der Resterampe eines der folgenden Namen bedienen: der verschmähte Hymnenknieer Colin Kaepernick, die vom Platz in die Kommentatorenkanbine gewechselten Tony Romo oder Jay Cutler oder vielleicht sogar den Free Agent Bust des Vorjahres Brock Osweiler aus Cleveland holen?

Letztendlich wurde es Jay „Sad Face“ Cutler:

Zumindest wusste sein ehemaliger Coach Adam Gase, worauf er sich einlässt…

Draft:

Defensive End Charles Harris (Missouri) wurde in der ersten Runde an #22 geholt, in Runde 2 wurde Weakside Linebacker Raekwon McMilan von Ohio State ausgewählt.

Der Star:

Im letzten Jahr kam mit minimaler Verspätung der Durchbruch des britischen Running Backs Jay Ajayi. Bereits vor der Saison war spekuliert worden, ob er den alternden Arian Foster beerben könnte. Zu Spiel 1 in Seattle wurde er aber aufgrund disziplinarischer Maßnahmen erst gar nicht mitgenommen. Ein Rückschlag für die zahllosen Fantasy Owner, die aber später mehr als belohnt wurden.

Er kam insgesamt auf 1.272 Yards, 8 Touchdowns und das in nur 15 Saisonspielen (in Woche 2-4 erzielte er insgesamt auch nur 18 Carries für 75 Yards). Dabei erzielte er in 3 Saisonspielen jeweils über 200 Yards, was absolut außergewöhnlich ist.

Der Coach:

Adam Gase geht in seine zweite Saison bei den Dolphins. Er kam mit viel Vorschusslorbeeren aus Denver und führte die Fins einigermaßen überraschend in die Playoffs, wo sie jedoch wie erwartet bei den Steelers keine Chance hatten.

Er wird mit einem neuen Defensive Coordinator (Matt Burke) in die neue Saison gehen, da Vorgänger Vance Joseph als Head Coach der Denver Broncos verpflichtet wurde.

Mein Tip im Vorjahr: 6-10

Tatsächlich: 10-6

Die Saison startete mit nur 1 Sieg aus den ersten 5 Spielen äußerst holprig. Anschließend startete man aber (mit Ajayi) durch und gewann gleich 6 Spiele in Folge. Letztendlich tat dann auch die Niederlage gegen die Patriots am Ende nicht mehr weh.

In der WildCard Runde zog man jedoch wie erwartet deutlich den Kürzeren bei den Pittsburgh Steelers und verabschiedete sich mit einer 12-30 Niederlage.

Die unfehlbare Prognose für 2017: 7-9

Trotz ihrer guten Bilanz 2016 waren die Dolphins in den meisten Kategorien absolutes Mittelmaß. In die Playoffs zog man sogar mit einer negativen Punktbilanz ein – erst das sechste Team der NFL-Geschichte, dem dies gelang.

Mit Jay Cutler sehe ich keine große Besserung bzw. sogar einen Rückgang. Die Gegner hatten jetzt lang genug Zeit, die Dolphins und vor allem Ajayi zu studieren. Dazu mit Jay Cutler einen Quarterback, der zu viel auf Risiko geht und dann gerne auch mal gegnerische Passverteidiger füttert.

Die Saison beginnt aber mit einem Heimspiel gegen den aufstrebenden Nachbarn aus Tampa Bay und zwei gewinnbaren Auswärtsspielen im Mikrostadion der Chargers und bei den tankenden Jets. Sollte man hier mit einer positiven Bilanz starten, könnte sich eine Siegesmentalität breitmachen und die Dolphins beflügeln.

Allein mir fehlt der Glaube.

 


Die Vorschau 2016:

Die letzte Lombardi Trophy:

VIII – 1974 (und im Jahr davor ebenfalls). Wird man auch ständig

daran erinnert, dass sie das einzige Team sind, das jemals ungeschlagen eine Saison spielte.

 

 

 

 

 

Mein Tip im Vorjahr:

8-8 und (nur) Platz drei hinter den Patriots und Bills. Das wäre gleichzeitig das Ende der Philbin-Ära..

Tatsächlich:

6-10. Das Jahr verlief katastrophal für die Dolphins. Nach einem Debakel in London gegen die Jets wurde Coach Philbin richtigerweise entlassen (wenigstens der Teil der Prognose stimmte). Hätte nicht gedacht, dass ich mit 8-8 zu optimistisch bin.

Auch mit Nachfolger Dan Campbell wurde es nur zeitweise besser.

Das Highlight der letzten Saison

Gabs nicht. Vielleicht noch den Auftaktsieg in Washington, aber ab da gings stetig bergab – bei den Neuzugängen (Suh wurde der bestbezahlte Defender der Geschichte) nicht akzeptabel.

Mein Tip für 2016:

6-10. Keine Ahnung, warum es plötzlich besser werden sollte. Gefühlt haben sich alle anderen Teams verstärkt, nur die Dolphins nicht. Vielleicht hilft ja Quarterback-Flüsterer und neuer Head Coach Adam Gase.

Die Vorschau 2015 liegt auch noch rum:

 

 


Saisonvorschau 2015:

Spitzname:

Fins oder Fish (was meine Frau als Tierfreund und -kennerin regelmäßig auf die Palme bringt).

Größte Erfolge der letzten Jahre:

Playoff-Qualifikation 2001 und 2008. Allerdings ohne Aufsehen zu erregen.

Letzte Saison:

8 Siege – 8 Niederlagen

Stars der Dolphins:

A boy named Suh – frei nach dem Lied von Johnny Cash. Zumindest war der oft unbeherrschte Neuzugang von den Detroit Lions der bestbezahlt Verteidiger in der diesjährigen Free Agency. Mögen muss man ihn nicht, aber seine Leistungen auf dem Platz sprechen für ihn.

QB Ryan Tannehill ist, nachdem die Dolphins in der preisgekrönten HBO Traningscamp Doku „Hard Knocks“ gezeigt wurden, weniger für seine Auftritte auf dem Platz bekannt, sondern mehr für seine Ehefrau. Immer noch sein Highlight für mich war seine Antwort auf die Frage eines Vereins vor dem Draft, ob er ein „Overachiever“ ist – also mehr erreicht, als zu erwarten war. Die Antwort: „Sehen Sie sich meine Frau an“. Genug gesagt und der eindeutige Gewinner der Diskussion.

Ansonsten gibt es einige hoffnungsvolle Spieler im Kader der Dolphins wie z.B. RB Lamar Miller und TE Jordan Cameron, die vor dem Sprung in die Kategorie „Star“ stehen.

Coach:

Joe Philbin. Einer der blasseren Coaches der Liga. Der Eindruck verfestigte sich bei oben genanntem Hard Knocks Auftritt. Ein netter Kerl Typ Großvater. Seine Rolle im Incognito-Martin Mobbing Skandal (siehe unten) bestätigte dies und es ist immer noch verwunderlich, dass ihm dies nicht den Kopf (also den Trainerjob) gekostet hat.

Er befindet sich nach den Investitionen diese Saison auf dem sogenannten Schleudersitz.

Ziel:

Dank der Suspendierung von Tom Brady vom Titelverteidiger New England Patriots schien das Rennen in der AFC East weit offen. Das änderte sich dann wieder mit der Aufhebung der Sperre – Topfavorit sind wie die letzten Jahre wohl die Patriots.

Mit der Verpflichtung von Suh, Albert und Cameron hat der Eigentümer Ross noch einmal klar gemacht, dass er im „win-now“ Modus ist. Das war auch der Tenor im Trainings Camp der Fins.

Kontroversen:

Der Mobbing Skandal um G Richie Incognito (mittlerweile in Buffalo untergekommen) als Haupttäter und Opfer Jonathan Martin schlug nicht nur ligaweit Wellen.

Die Diskussion, ob es sich „nur“ um den rauhen Alltag in einem reinen Männerbereich handelt oder tatsächlich um handfeste Straftaten hielt eine ganze Weile an. Die NFL setzte Millionen-Anwalt Ted Wells zur Aufklärung ein. Incognito wurde letztendlich lange gesperrt und Martin flüchtete zunächst zu den 49ers und beendete schließlich im Sommer 2015 seine kurze Karriere. Die Gerüchte,, dass er Football nicht gerade aus Leidenschaft spielt, gab es auch schon vor der Mobbinggeschichte und irgendwie passte das noch zu dem Ganzen.

Gut zu wissen:

Die glorreichen Zeiten um das Team waren zuletzt zu Beginn der 80er, als QB Dan „The Man“ Marino das Team in den Super Bowl führte, jedoch verlor. Er gilt als der beste QB ohne Super Bowl Sieg der NFL-Geschichte .

Wesentlich besser lief es 1972, als die Dolphins als bislang einziges Team der Geschichte eine perfekte Saison ohne Niederlage einschließlich Super Bowl Sieg spielten. Im Vergleich zu den heutigen Regularien benötigten sie dazu zwar zwei Siege weniger, trotzdem konnte ihnen dies bislang keine Mannschaft nachmachen. Die noch lebenden Mitglieder des damaligen Teams treffen sich jetzt immer und erheben die Gläser, sobald die letzte unbesiegte Mannschaft ihre erste Niederlage erleidet.

2006 musste man dazu bis nach dem Super Bowl warten, da die New England Patriots 18 Spiele gewonnen hatten, bevor sie im Finale absolut überraschend gegen die New York Giants verlor.

Tip für 2015:

8 – 8 und (nur) Platz drei hinter den Patriots und Bills. Das wäre gleichzeitig das Ende der Philbin-Ära.